Ideen


23
Sep 09

Kant for Business – Der Kategorische Imperativ 2.0 Beta

Wie sag ich's dem Kollegen? | Ein Foto von angermann

Wie sag ich's dem Kollegen? | Ein Foto von angermann

Vor nicht ganz 225 Jahren formulierte Kant seinen Kategorischen Imperativ, den Entwurf einer universellen Ethik: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

Die volkstümliche Variante ist als Goldene Regel bekannt und gehört zu den Urformen menschlicher Verhaltensweisen in einer Gemeinschaft: “Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden möchtest!”

Passend dazu ein Zitat aus der E-Mail eines geschätzten Arbeitnehmers: “Selten sehe ich Mails mit der Kennzeichnung Prio niedrig. Üblicherweise brennen mir die Augen vor roter Farbe und Ausrufezeichen.” Niemand lässt sich gerne unter Druck setzen. Aber wer im Beruf bestimmte Aufgaben als wichtig wahrnimmt, möchte, dass die Kollegen diese ebenfalls priorisieren – asap!!!!! Die Goldene Regel scheint im beruflichen Alltag nicht zu funktionieren.

Warum ist das so?

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9
Sep 09

Von Manifesten und der Entdeckung des Menschen

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Look mom, it's... the internets! | Foto: Bikoy

Das Internet. Unendliche Weiten. Heimat sozialer Biotope und verschrobener Kulturen, die erst noch erforscht werden wollen. Spielplatz enthusiastischer Entdecker, die jedes neue Stück Land kartographieren, katalogisieren und einer Bedeutung zuführen. Goldgrube für rechtschaffene Kaufleute und zwilichtige Gesellen. Vision genialer Tycoons mit großen Plänen.

Es herrscht Aufbruchstimmung. Wieder einmal. Und ein Internet-Manifest will die Menschen aufrütteln. Wieder einmal.

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9
Aug 09

Kolonialismus 2.0 – Der Nationalstaat und sein hilfloser Griff nach der Kontrolle über das Internet

Ein Internetausdrucker hat eine Internetpolizei aus jungen Netizens organisiert.

Ein Internetausdrucker hat eine Internetpolizei aus jungen Netizens organisiert.

Ein mediales Highlight kündigte sich gestern an. Sascha Lobo orakelte via Twitter:

“”Netz ohne Gesetz – Warum das Internet neue Regeln braucht” – der Spiegel-Titel für Montag lässt das Schlimmste befürchten.”

Das deutsche Nachrichtenmagazin Der Spiegel hieft im Sommerloch ein Thema auf die Titelseite, das zunehmend wichtiger für den Wahlkampf 2009 wird. Deshalb lassen die Autoren es sich nicht nehmen, die aktuellen Fronten um die Diskussion der Kontrollmechanismen im Netz plakativ darzustellen:

“Während an der Oberfläche des digitalen Reichs tausend bunte Blumen blühen, Shopping, Chats, Schöngeistiges, wuchert im Wurzelwerk darunter ein Pilzgeflecht aus Intrigen, Täuschung und Terror. Das Netz, so sehen es manche, bedroht den Frieden der Welt. [...]

In dieser jungen, unübersichtlichen Welt geht es mancherorts zu wie im Dickicht amerikanischer Städte der zwanziger Jahre. Soziale und moralische Verwahrlosung erstickt in weiten Teilen der neuen Galaxie den Freiheitsgeist der Gründergeneration.”

Da ist sie wieder, die bipolare Welt, die Achse des Guten gegen die Achse des Bösen. So naiv diese Sichtweise ist, so real ist sie in den Köpfen von zu vielen Menschen vorhanden. Genau so wie der Reflex, auf negative Auswüchse in freiheitlich organisierten Handlungsräumen mit Forderungen nach Kontrolle und Einschränkung zu reagieren.

Nach diesem farbenfrohen Vorspann legen die Autoren Thomas Darnstädt, Frank Hornig, Martin U. Müller, Marcel Rosenbach und Hilmar Schmundt jedenfalls erst so richtig los – der ganz große Rundumschlag folgt!

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15
Jul 09

Moses, der Leviathan und die Social Media Guidelines

moses

Moses stellt seiner Glaubens-Community die neuen Guidelines vor. Ausschnitt eines Gemäldes von Marc Chagall, fotografiert von Adam Fagen.

Der Paradigmenwechsel im Netz erreicht die Wirtschaft. Immer mehr Unternehmen entdecken Social Media für Marketing und PR. Manche pflegen den Dialog, andere sollten schleunigst damit beginnen. Spannende Zeiten. Fakt ist aber auch: Die meisten Unternehmen sind längst im Social Web angekommen. Viele wissen es bloß noch nicht.

Ihre Mitarbeiter beteiligen sich aktiv in Social Business Networks wie LinkedIn oder Xing. Der eigene Arbeitgeber ist in diesen Netzwerken immer fester Bestandteil der Identität, im Guten wie im Schlechten. Und das ist erst die Spitze des Eisbergs.

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7
Jul 09

Neueröffnung

"Cluetrain and Posse" von Paul Downey

"Cluetrain and Posse" von Paul Downey

“Public Relations does not relate to the public. Companies are deeply afraid of their markets.”

So lautet These 26 des Cluetrain Manifesto, das 2009 seinen zehnten Geburtstag mit einer Jubiläumsausgabefeiert. Verfasst wurde das Schriftstück von den IT-Spezialisten Christopher Locke, Rick Levine, Doc Searls und David Weinberger, die es 1999 erstmals als Website veröffentlichten.

Die vier Visionäre erkannten das gewaltige Potential, das der freie Internetzugang mit sich bringt. Die Märkte vernetzen sich zunehmend online und organisieren sich autonom von den Unternehmen. Sie kommunizieren direkter, offener und schneller, als es die Unternehmen tun. Sie tauschen sich in offenen Foren aus, bewerten Produkte, Services und Arbeitsbedingungen von Unternehmen. Sie generieren unternehmenskritische Nachrichten, die in sekundenschnelle um den Erdball jagen.

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