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	<title>Cluetrain PR &#187; Ideen</title>
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	<description>Vom Zuhören und Mitreden.</description>
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		<title>Exitus, Sendeschluss &#8211; Wie Internet und Social Media den Rundfunk abschaffen</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 19:00:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tspe</dc:creator>
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		<description><![CDATA[

Amir Kassaei, einer der berühmtesten und wohl auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1171" class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><a rel="attachment wp-att-1171" href="http://cluetrainpr.de/index.php/exitus-sendeschluss-wie-internet-und-social-media-den-rundfunk-abschaffen/fernsehenhdplus/"><img class="size-full wp-image-1171 " title="fernsehenhdplus" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/09/fernsehenhdplus.jpg" alt="" width="580" height="320" /></a><p class="wp-caption-text">Für Fernsehsender wird das Umfeld immer schlimmer... | Foto: complize / photocase.com </p></div>
<p><a id="aptureLink_GjvVhSM1ce" href="http://twitter.com/amirkassaei">Amir Kassaei</a>, einer der berühmtesten und wohl auch berüchtigsten Kreativen wo gibt, wird nicht müde zu betonen, dass das Internet längst kein reiner Publishing-Kanal mehr ist, <a id="aptureLink_VwVnjYCWwL" href="http://thefukuokaproject.posterous.com/the-intelligence-of-the-masses">sondern viel mehr Infrastruktur</a>: &#8220;Es ist die Elektrizität des 21. Jahrhunderts. Oder wenn wir weiter gehen wollen, es ist das Nervensystem unserer globalen Existenz.&#8221;</p>
<p>Das Internet &#8211; <a id="aptureLink_1ADi50wXdI" href="../index.php/so-einfach-wie-strom-netzbewegendes-2009-2010ff/">so einfach wie Strom</a>. Das ist nicht pure Zukunftsmusik, sondern passiert schon längst. <a id="aptureLink_GWekRPSlqn" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Smart%20metering">Smart Metering</a>, VOIP, IPTV und was es sonst noch alles gibt, beanspruchen immer größere Anteile des verfügbaren Breitbandes für sich. Aufgrund dieser Entwicklung fühlt sich <a id="aptureLink_wQ4ix3cbV4" href="http://twitter.com/chr1sa">Chris Anderson</a> genötigt, das <a id="aptureLink_n4zgaQw1TT" href="http://www.wired.com/magazine/2010/08/ff_webrip/">Web für tot zu erklären</a>. Vorschnell, <a id="aptureLink_EvHnwmNjpt" href="http://boingboing.net/2010/08/17/is-the-web-really-de.html">wie BoingBoing meint</a>. Es zappelt noch.</p>
<p>Doch in der Tat, es gibt Tote. Sehr bald. Und es wird eine sehr fröhliche Beerdigung.</p>
<h3><span id="more-1095"></span>Everything Changes &#8211; Take That</h3>
<p>Fakt ist: Durch die Digitalisierung in allen Bereichen verändern sich ganze Branchen und Geschäftsmodelle. Die Musikindustrie musste sich mit als erste dieser Realität stellen. War das Internet erst der Feind, den es mit all seinen illegalen Tauschbörsen und kriminellen Elementen zu bekämpfen galt, haben sich heute viele Unternehmen der Musikwirtschaft <a id="aptureLink_KFa1oC25lI" href="http://www.musikindustrie.de/aktuell_einzel/back/84/news/-1142931633/">mit den Gegebenheiten arrangiert</a>: Die Deutschen kaufen immer mehr Musik im Netz. So stiegen die Umsätze   mit Musikdownloads in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um fast 40   Prozent im Vergleich zum Vorjahr.</p>
<p>Physikalische Tonträger haben jedoch keine Zukunft mehr (Sony <a id="aptureLink_1aj5XDvWiO" href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Sony-Physische-Datentraeger-weiterhin-unverzichtbar-1068037.html">sieht das freilich anders</a>, wie schon damals bei der <a id="aptureLink_Ixhj8PDKUF" href="http://de.wikipedia.org/wiki/NetMD">MiniDisc</a>). Die Erlösmodelle für das 21. Jahrhundert sind neu: &#8220;Im Digitalen gehen die Veränderungen tiefer als den meisten klar ist.  Denn viele wirtschaftlichen Vorgänge und gesellschaftlichen  Vorstellungen basieren auf Knappheiten, die aktuell nach und nach  wegbrechen&#8221;, <a id="aptureLink_3DIuhOJBVZ" href="http://www.neunetz.com/2010/08/25/filesharing-flattr-und-bezahlschranken-die-aufloesung-historischer-unfaelle/">merkt Marcel Weiss an</a>.</p>
<div id="attachment_1126" class="wp-caption alignleft" style="width: 358px"><a href="http://twitter.com/jkleske/statuses/22461125504"><img class="size-full wp-image-1126 " title="Johannes mag Musik" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/08/kleske.jpg" alt="" width="348" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Liebeserklärung 2010 - Johannes Kleske spürt den  Kuss der digitalen Muse.</p></div>
<p>Das Nadelöhr der Distribution ist verschwunden. Independent Label gründen sich heute schon konsequent als <a id="aptureLink_VgpHqlEgGl" href="http://netlabels.de/wissen/20-die-geschichte-der-netlabel">Netlabel</a>. Das Veröffentlichen eigener Kompositionen/Remixes ist so einfach wie nie zuvor. Der Autor <a id="aptureLink_g5zp3tRvho" href="http://twitter.com/albersmark">Markus Albers</a> veröffentlichte sein <a id="aptureLink_luEJ7uHstd" href="http://www.markusalbers.com/blog/horbuch-selbst-gemacht-wie-man-sein-buch-vertont-ohne-grosen-verlag/">Hörbuch selbst</a> &#8211; ohne Verlag. Social Media wie <a id="aptureLink_erdrqRJdqq" href="http://www.crunchbase.com/company/myspace">MySpace</a>, <a id="aptureLink_FZ2GNNkDoi" href="http://www.crunchbase.com/company/last-fm">last.fm</a>, <a id="aptureLink_Ss6II1roVc" href="http://www.crunchbase.com/company/blip-fm">blip.fm</a>, <a id="aptureLink_KY6LA3t6UZ" href="http://www.crunchbase.com/company/spotify">Spotify</a> und viele andere emanzipieren das Musikerlebnis von den Casting-Shows, Radiostationen und dem kommerziellen Musikfernsehen.</p>
<p>Die Folgen: Es gibt in Deutschland keine echten Superstars mehr, die Verkäufe von Einzeltiteln <a id="aptureLink_9FMAmd3b6z" href="http://www.netzeitung.de/entertainment/music/260189.html">gingen in den letzten Jahren drastisch zurück</a>. Und das, obwohl die Musikindustrie auf Massenkompatibilität setzt, <a id="aptureLink_8rDyXkhqRK" href="http://www.musikindustrie.de/10beliebtevorurteile/">wie sie freimütig zugibt</a>:</p>
<p>&#8220;Ein Vorurteil von unerträglicher kultureller Arroganz, bei dem  Massentauglichkeit mit mangelnder Qualität gleichgesetzt wird. Dabei  wird oft vergessen, dass in der Musikindustrie Hits – wie beispielsweise  auch in Buchverlagen Bestseller – die finanzielle Basis für die  Förderung von Nischenprodukten sind. [...] Die Musikindustrie ist nicht dazu da, über den Geschmack ihrer  Konsumenten zu richten. Ihre Aufgabe ist es, den Verbrauchern ein  möglichst großes Angebot zu machen, aus dem diese dann auswählen können.&#8221;</p>
<p>Ach ja? Warum sehen dann alle Casting-Shows gleich aus?</p>
<p>Die Aufgabe der Musikindustrie bringt Oliver Lubick in seiner hervorragenden Diplomarbeit über &#8220;<a id="aptureLink_klFn8Czn9P" href="http://www.hdm-stuttgart.de/~curdt/Lubik.pdf">Das Ende der Musikindustrie</a>&#8221; (<em>lesen!</em>) freilich treffender auf den Punkt: &#8220;Die Musikindustrie besteht aus Unternehmen, deren erstes Ziel wirtschaftliche Gewinne sind. Die Musik selbst ist dabei die Ware.&#8221;</p>
<p>Früher sicherten die Kontrolle über den Marktzugang und die künstliche Erzeugung von Nachfrage das lukrative Geschäft der Musikindustrie. Heute ist die <a id="aptureLink_i2U8rQB1Xf" href="../index.php/social-media-pro-bono-denn-guter-rat-ist-nicht-teuer-sondern-glaubwurdig/">persönliche Empfehlung</a> nur einen Mausklick entfernt und macht klassischen Werbern das Leben schwer. Oder <a id="aptureLink_wtK3y0ruit" href="http://www.engadget.com/2010/09/01/live-from-apples-fall-2010-event/">wie Steve Jobs sagt</a>:</p>
<div id="attachment_1149" class="wp-caption alignleft" style="width: 358px"><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/09/weltkompakt.jpg"><img class="size-full wp-image-1149 " title="Apple Ping is da" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/09/weltkompakt.jpg" alt="Apple Ping is da" width="348" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">So geht das auch mit den Social Networks: Von hinten durch die Brust in&#39;s Auge.</p></div>
<p>&#8220;One of the biggest things we focused on with iTunes is discovery.  How do you find out about new stuff? People are always asking, what are  my friends listening to? What are my favorite artists up to? There must  be a better way.&#8221; Seine Antwort ist das <a id="aptureLink_7LMoBnv503" href="http://www.apple.com/de/itunes/whats-new/#social">Social Network Ping</a>, integriert in iTunes 10.</p>
<h3>Hello (Turn Your Radio On) &#8211; Shakespears Sister</h3>
<p>Das Problem der klassischen Werber ist der <a id="aptureLink_vNHOgu5Wa4" href="http://www.amazon.de/gp/product/3423345314?tag=derradebeuler-21">Long  Tail</a>: Selling less of more. Die Portfoliostrategie der Majors ist dummerweise eine andere, sieht man sich die unzähligen austauschbaren Retortenbands an. Deren sterile Musikerzeugnisse sind Hauptbestandteil in den <a id="aptureLink_0kPzPq8Hwb" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Begleitprogramm%20%28Medien%29">Begleitprogrammen</a> der Formatradios mit den &#8220;größten Hits der 70er, 80er, 90er und von heute!!!!!!!!1!!!elf!!!!&#8221;. Diese sind auf eine möglichst breite Akzeptanz in der werberelevanten Zielgruppe und eine  enge Hörerbindung ausgerichtet. Sie umfassen gerade einmal 120 bis 150 Titel, die in ständiger Rotation gespielt werden.</p>
<div id="attachment_1115" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://i.imgur.com/UxShq.png"><img class="size-thumbnail   wp-image-1115" title="Musik hören damals und Heute" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/08/cZmcgD-150x150.png" alt="Musik hören damals und Heute" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Musik hören damals und   Heute</p></div>
<p>Blöd nur, dass die Digitalisierung des Radios diesen Formaten bald einen Strich durch die Rechnung machen wird. Laut <a id="aptureLink_ktkiGHgrJp" href="http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/index.php?id=247">ARD-ZDF-Online  2010</a> hören immerhin 52 % aller deutschen Onliner zumindest  gelegentlich Audioformate aus dem Internet. Schon 44 % aller Web-Radios sind <a id="aptureLink_g4SwHHnM1A" href="http://www.goldmedia.com/presse/newsroom/webradiomonitor-2010.html">über mobile Endgeräte empfangbar</a>. Die Arbeitsgemeinschaft Medienanalyse e.V. erkennt einen deutlichen Trend zum Internetradio und wartet mit einer <a id="aptureLink_qXyv6al4kU" href="http://www.agma-mmc.de/files/emro31052010.pdf">überraschenden Erkenntnis</a> auf: &#8220;The listener is not interested on the channel. The listener is listening to radio – and what radio is, is, what he defines as radio.&#8221;</p>
<p>Das kann alles sein: Livestreams, Podcasts, eigene Playlists bei Online-Dienstleistern und Smart Radio wie last.fm. Eins ist es am Ende sicher nicht: <a id="aptureLink_Ls6mrxysTy" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Adult%20Contemporary">Adult Contemporary</a>, auch Dudelfunk genannt. Die unzähligen Online-Formaten bedienen mitunter sehr spitze Zielgruppen. Den Werbern bereitet das Kopfzerbrechen &#8211; denn 14 bis 49 ist damit als &#8220;Eingrenzung&#8221; so sinnvoll wie das Attribut &#8220;Tot&#8221; für die Beschreibung einer Mumie (um bei unserer Analogie zu bleiben).</p>
<h3>Kill Your Ideals &#8211; Phillip Boa</h3>
<p>Tatsächlich erzielte Radiowerbung 2003 mit 5,3 % Anteil an den  Bruttowerbeaufwendungen für die <a id="aptureLink_hSytppNytp" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Above-the-line">klassischen Medien</a> den niedrigsten Wert  seit 1975. <a id="aptureLink_0w1du46haq" href="http://www.nielsen-media.de/pages/datagrid.aspx?datagridName=datagrid001">Im Jahr 2010</a> sind es immerhin 5,7 % &#8211; mit ganzen 1,6 % Wachstum seit dem Vorjahr. Zum Vergleich: Klassische Online-Werbung (SEM/Banner) kommt auf 9 % Anteil an den Bruttoaufwendungen &#8211; bei einem Wachstum von sage und schreibe 30,6 %.</p>
<p>Es ist nicht davon auszugehen, dass der Shift der Spendings Richtung Online aufhören wird. Vielmehr wird die Krise irgendwann auch das Fernsehen ereilen, das mit 42 % der Bruttoaufwendungen immernoch den Löwenanteil der Spendings erhält. Das schrieb schon Social-Media-Berater Thomas Knüwer unlängst in einem <a id="aptureLink_jotzrF0uzo" href="http://www.indiskretionehrensache.de/2010/08/heroes-mad-man/">recht guten Artikel</a>. Wirklich aufschlussreich sind die teils brillianten Kommentare von Insidern zum Artikel. Kurz zusammengefasst:</p>
<p>Das deutsche Fernsehen hat a) ein Distributionsproblem und b) ein Qualitätsproblem. Wie im Musikbereich auch, ist dank ordentlicher Bandbreite das Streamen von Filmen in HD möglich. Anbieter wie Apple, Google, Amazon, Netflix, Hulu, etc. pp. garantieren die permanente Verfügbarkeit von Inhalten.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="580" height="351" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/diTpeYoqAhc?fs=1&amp;hl=de_DE" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="580" height="351" src="http://www.youtube.com/v/diTpeYoqAhc?fs=1&amp;hl=de_DE" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Apple TV &#8211; und <a id="aptureLink_rYIig7gn62" href="http://www.ft.com/cms/s/0/e638714e-b396-11df-81aa-00144feabdc0.html">bald auch Google</a> -  bringt die neuesten Hollywood-Filme und TV-Serien via Streaming ganz einfach auf den Bildschirm jedes Fernsehers &#8211; ohne Werbeunterbrechung. Damit wird es zum Problem der heimischen Fernsehsender: Diese zeigen Serien in der Regel sehr viel später, als diese in den Handel kommen. Echte Serien-Junkies haben die neuesten Folgen schon längst via Stream, iTunes oder DVD gesehen, bevor sie in irgendeinem Abendprogramm, mit unerträglichen Werbeblöcken garniert, gesendet werden.</p>
<p>Fernsehsender als  Zwischenhändler für Inhalte verdienen aber ihr Geld mit dieser Werbung, oder, wie es in einem Kommentar zu Knüwers Artikel so schön heißt: &#8220;Sie   würden auch ein Testbild senden, wenn 10 Millionen zusehen würden und   sich Werbung verkaufen liesse, sie erzielen kaum “Mehrwert” aus   eigenproduzierten Formaten, weil die Zweit- und Drittverwertung fast   vollständig wegfällt und sie keine Abomodelle fahren können. Außerdem   weil sie fast nichts selbst produzieren sondern nur “Abspielstationen”   für die Inhalte anderer sind.&#8221;</p>
<p>In den USA, Heimat der meisten TV-Produktionen, ist das längst nicht so, wie ein anderer Kommentator anmerkt:</p>
<p>&#8220;Die USA braucht durch die Mischfinanzierung aus Werbung und  Abo-Gebühren  nicht mehr als 3,5 Millionen Zuschauer um solche Serien zu  refinanzieren  und zusätzlich erzielen sie auch noch Einnahmen aus  Lizensierung der  Serien ins In- und Ausland  und der Zweitverwertung  auf DVD. Seinfeld hat z.B. 2,7 Milliarden (ja richtig) alleine durch die   Zweitverwertung im Inland (Syndication) eingespielt und   Syndicationverträge bringen tweilweise bis zu $800.000 pro Folge einer   Hitshow ein. Auslandsverwertung und DVD nicht eingerechnet. Die US-Sender refinanzieren sich nicht alleine durch Werbung  sondern  direkt durch die eigenproduzierten Inhalte und deren  “Qualität”. Eine  Einnahmequelle die den deutschen Sendern nicht offen steht.&#8221;</p>
<p>Der entscheidende Unterschied ist also: US-Sender produzieren selbst, und zwar Qualität, wie auch in der <a id="aptureLink_xwcZ45Vs70" href="http://mobil.welt.de/article.do?id=die-welt%2Fdebatte%2Farticle8755647%2FDr-House-wuerde-in-der-Praxis-Buelowbogen-gefeuert">Welt Online zu lesen ist</a>:</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><a title="Nothing on TV by futureatlas.com, on Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/87913776@N00/3241512841/"><img src="http://farm4.static.flickr.com/3091/3241512841_1fd19e208a_m.jpg" alt="Nothing on TV" width="240" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">Zuschauer mit einer Extra-Gehirnzelle gucken beim  TV-Programm meistens in die Röhre.</p></div>
<p>&#8220;Das extrem privat finanzierte US-Fernsehen produziert Qualität nicht als   Gegenentwurf zu den Gesetzen des Marktes, sondern, weil dem Markt und   damit den Konsumenten ein reflektiertes Interesse am Geschehen in der   Welt unterstellt wird. In Deutschland werden bisher leider Kultur und   Quote als Antagonismen verstanden. Das sieht man dem Fernsehen an.&#8221;</p>
<p>Dass es sich hierbei nicht um eine böswillige Unterstellung handelt, beweist ein <a id="aptureLink_ukbkN4l9Yr" href="http://www.hollywoodreporter.com/hr/content_display/television/news/e3ib53294e7464c09657bfc908cb06c258d">Interview des Hollywood Reporter mit dem Einkäufer Jan Frouman</a> von ProSiebenSat.1:</p>
<p>&#8220;Reps from one of Europe&#8217;s most powerful station groups, ProSiebenSat.1,  did comment on what the general predilection of audiences on the  continent is right now: &#8220;Accessible&#8221; is the key word, said one of the  group&#8217;s key execs, Jan Frouman. &#8220;Nothing too complicated, strong  characters and a story that can be followed.&#8221;</p>
<p>Das deutsche Fernsehen mag uns nicht. Wir mögen das deutsche Fernsehen nicht. Zeit, getrennte Wege zu gehen.</p>
<h3>Want Ads &#8211; Hone Cone</h3>
<p>In Deutschland gibt es knapp <a id="aptureLink_A86BPO4343" href="http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Navigation/Statistiken/Bevoelkerung/Haushalte/Haushalte.psml">4o Millionen Haushalte</a>. Laut <a id="aptureLink_OUlw5YqAux" href="http://www.goldmedia.com/presse/newsroom/hybrid-tv-in-deutschland.html">Goldmedia</a> werden 2015 fast 23 Millionen Haushalte mit internetfähigen TV-Geräten ausgestattet sein &#8211; mehr als die Hälfte. Glaubt man einer <a id="aptureLink_G67S3xOYt4" href="http://www.bitkom.org/de/publikationen/38337_49202.aspx">Studie der Bitkom</a>, will fast jeder zweite Deutsche seinen Fernseher an&#8217;s Internet anschließen. Das ahnen auch die Sender und planen schon eine <a id="aptureLink_zTc94RPhmK" href="http://www.horizont.net/aktuell/medien/pages/protected/Pro-Sieben-Sat-1-und-RTL-planen-offene-TV-Plattform-im-Internet_93992.html">eigene kostenlose Online-Plattform</a> für die selbst produzierten und lizensierten Inhalte.</p>
<p>Das Qualitätsproblem lösen sie damit jedoch nicht. Zudem werden es die Sender schwer haben, mit einer eigenen Plattform gegen Anbieter wie Apple, Google und Amazon zu bestehen. Und dann ist da auch noch das Erlösmodell: Werbung.</p>
<div id="attachment_1163" class="wp-caption alignleft" style="width: 368px"><a href="http://www.youtube.com/tippexperience" target="_blank"><img class="size-full wp-image-1163  " title="tippex" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/09/tippex.jpg" alt="tippex" width="358" height="227" /></a><p class="wp-caption-text">Fernsehwerbung der Zukunft? So macht Werbung jedenfalls Spaß - klicken!</p></div>
<p>Warum sollen Studios, Produzenten und Vermarkter in Zukunft ihre Filme über die Streaming-Plattformen von Sendern ausliefern, die diese mit Werbung aufpimpen, um daran zu verdienen? Wenn schon Werbung, dann können die Produzenten selbst daran verdienen, meint zum Beispiel <a id="aptureLink_WFNQBKe9XX" href="http://twitter.com/kevinrose">Kevin Rose</a> in Bezug auf das <a id="aptureLink_OiIfTMiMQK" href="http://kevinrose.com/blogg/2010/8/21/why-apples-itv-will-change-everything.html">Potential von Apple TV</a> : &#8220;With Apple&#8217;s iAds, content producers (eg. ABC/NBC/etc.) can directly monetize and distribute their content. This will eventually destroy the television side of the cable and satellite industry, as your only requirement to access these on-demand stations will be an internet connection. Say goodbye to your monthly cable bill.&#8221;</p>
<p>Eigentlich ist es ganz einfach: Zusätzlich zum bisherigen Product Placement werden dann noch &#8220;Jetzt kaufen!&#8221; Buttons zu sehen sein. Das tolle daran: Die Klickrate lässt sich messen &#8211; Fernsehwerbung wird dank Internetanbindung schonungslos auf Erfolg zu analysieren sein. Schwere Zeiten für Werber.</p>
<p>Denn bisher wird lediglich die Reichweite von Werbung erhoben, aber nicht die Wirksamkeit. Die Messung erledigt in Deutschland die <a id="aptureLink_x5x4W95KNh" href="http://agf.de/">AGF</a>: Aus dem Sehverhalten von knapp 13.000 Personen in 5.600 Haushalten wird die Quote für 72 Millionen Fernsehzuschauer <a id="aptureLink_31YVhJFetT" href="http://facebookmarketing.de/beyond/return-on-investment-erfolgskriterien-auf-facebook">hochgerechnet</a>.</p>
<p>Noch. Denn Werbegigant Google hat bereits <a id="aptureLink_wUmj2cDhrw" href="http://www.google-oekonomie.de/google-meldet-zwei-patente-fur-tv-reichweitenmessung-an/">zwei Patente auf Reichweitenmessung in Receivern</a> angemeldet.</p>
<h3>Sooner Than You Think &#8211; New Order</h3>
<p>Vielleicht dauert es fünf Jahre, vielleicht sogar zehn. Doch irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft werden Fernsehsender keine Daseinsberechtigung mehr haben. Genauso wenig wie Dudelfunk. Denn die Distribution passender Inhalte erledigen andere Anbieter schon heute viel besser, smarter und kundenfreundlicher. Wir werden für Inhalte zahlen, die wir uns selbst zusammenstellen oder Werbung in Kauf nehmen, die nicht mehr auf 14 bis 49 zugeschnitten ist, sondern unseren tatsächlichen Interessen entspricht.</p>
<p>Für Unternehmen heißt es dann umdenken &#8211; und die Chancen zu erkennen. Denn wo es kein Sendeschema gibt, ist Platz für Vielfalt. Sogar für relevante Inhalte von Unternehmen, die das Interesse ihrer Zielgruppen finden. Wie zum Beispiel bei <a id="aptureLink_ujMM1CSZBY" href="http://twitter.com/daimler">Daimler</a>, die mit dem Format <a id="aptureLink_TNFChGhBwv" href="http://www.mercedes-benz.tv/mixedtape">Mixed Tape</a> einen tollen Kontrapunkt zum Dudelfunk liefern. In Zukunft heißt es nicht mehr &#8220;diese Sendung wird <em>präsentiert</em> von&#8221;, sondern &#8220;diese Sendung wird <em>produziert</em> von&#8221;.</p>
<p>Platz ist dann allerdings auch für Inhalte, die Unternehmen schaden können. Welche packenden Reportagen aus den Regenwäldern Indonesiens dürfen wir in Zukunft von Greenpeace erwarten?</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="579" height="351" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/_jPhVNkJgmI?fs=1&amp;hl=de_DE" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="579" height="351" src="http://www.youtube.com/v/_jPhVNkJgmI?fs=1&amp;hl=de_DE" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Was Black Hat Agenda Setting bedeutet, erfährt heute ausgerechnet &#8211; welche Ironie &#8211; der Satellitenbetreiber Astra und seine Partner, die wegen der starken Limitierungen ihres Angebots HD+ <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/HD+" target="_blank">in der Kritik stehen</a>. Was es mit dem Angebot auf sich hat, macht gerade per YouTube die Runde als sehr professionell gedrehte Reportage &#8211; absolut fernsehtauglich. Mehr als 50.000 Abrufe erzielte das Video schon, obwohl es die HDPlus GmbH immer wieder löschen lässt. Danach taucht es an vielen anderen Stellen auf, bereitgestellt von einigen der vielen Unterstützer. Streisand lässt grüßen. Am Ende wird diese Löschaktion wieder zur Bekanntheit des Videos beitragen.</p>
<p>Wer hinter dem Video steht, weiß niemand. Ein <a id="aptureLink_RwivOhSb1v" href="http://xxhdplusxx.wordpress.com/2010/08/11/die-wahrheit-uber-hd/">Blog</a> gibt es, aber keinen Namen, keine Adresse, keine Kontaktdaten. Anonymus lässt grüßen.</p>
<p>Schönes neues Fernsehen.</p>
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		<title>Social Media Pro Bono &#8211; denn guter Rat ist nicht teuer, sondern glaubwürdig</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Aug 2010 22:11:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tspe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ideen]]></category>
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		<description><![CDATA[

Hallo Du. Schön, dass Du da bist. Sehr wahrscheinl [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1085" class="wp-caption alignleft" style="width: 590px"><a href="http://www.flickr.com/photos/anneke_b/2809319572/sizes/z/"><img class="size-full wp-image-1085 " title="stehen" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/08/stehen.jpg" alt="Vertrauen Sie lieber dieser gut gemeinten Empfehlung und nicht dem S-Bahn-Fahrer... Foto: Anneke_B Lizenz: CC-BY" width="580" height="320" /></a><p class="wp-caption-text">Vertrauen Sie lieber dieser gut gemeinten Empfehlung und nicht dem S-Bahn-Fahrer... Foto: Anneke_B Lizenz: CC-BY</p></div>
<p>Hallo Du. Schön, dass Du da bist. Sehr wahrscheinlich bist Du hier gestrandet, weil Dir jemand diesen Artikel empfohlen hat. Via Twitter oder Facebook. Oder sogar Xing. Jemand, den Du kennst oder zumindest schätzt, meint, das Posting wäre interessant für Dich. Wollen wir mal hoffen, das dem so ist, ne?</p>
<p>Tatsächlich sind Empfehlungen aus dem persönlichen Umfeld fester Bestandteil unserer täglichen Kommunikation. Aber auch Empfehlungen von Menschen, die wir nicht oder kaum kennen, können unsere Entscheidungen beeinflussen. Auf <a id="aptureLink_QHNe29oSAb" href="http://www.tripadvisor.de/">Tripadvisor.de</a> finden sich mehr negative als positive Stimmen von Familienurlaubern zu einem interessanten Hotel? Schon wird nicht gebucht. Bei Amazon erfolgen Empfehlungen aufgrund der Auswertung des aggregierten Klick- und Kaufverhaltens von Kunden mit ähnlich gelagerten Interessen: &#8220;Kunden, die Cola kauften, interessierten sich auch für Zwieback&#8221;. Hach.</p>
<p>Klar, eine Empfehlung ist auch Werbung. &#8220;Damit können wir Geld verdienen&#8221;, dachten sich <a id="aptureLink_3xkKDUhDfW" href="http://www.linkedin.com/in/leifabraham">Leif Abraham</a> und <a id="aptureLink_AtiQMVZQIK" href="http://www.linkedin.com/in/christianbehrendt">Christian Behrendt</a> und entwickelten den Service &#8220;<a id="aptureLink_DrM7bDmk1C" href="http://www.paywithatweet.com/">Pay with a Tweet</a>&#8220;. Eigentlich ist es wie bei Farmville &amp; Co.: Für das Verbreiten einer bestimmten Botschaft erfolgt eine Belohnung &#8211; und wer freut sich nicht über die vielen, vielen Einladungen zu diversen Facebook-Spielen oder dutzendfache Retweets von Gewinnspiel-Gesülze in seiner Timeline?</p>
<p>Um es kurz zu machen: Pay with a Tweet ist großer Bockmist. Wie überhaupt alle Konzepte, die Empfehlungen als Werbung im herkömmlichen Sinne missinterpretieren. Warum das so ist, erklärt <a id="aptureLink_FcLyEAHQuh" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Word%20of%20mouth">WOM</a>-Spezialist und Praktiker <a id="aptureLink_onObiHZjb5" href="http://twitter.com/oetting">Martin Oetting</a> im Interview.</p>
<p><span id="more-1034"></span></p>
<h3>&#8220;Der Ansatz macht Leute letzlich zu Spammern&#8221;</h3>
<p><em>Dr. Martin Oetting ist Director Research und Gesellschafter der </em><a id="aptureLink_FAn69RGxzi" href="http://www.trnd.com/">trnd AG</a><em>,  dem europäischen Marktführer für Word-of-Mouth Marketing. Er hat  zum Thema &#8220;Mundpropaganda &amp; Marketing&#8221; promoviert und betreibt  mit </em><a id="aptureLink_ezyphoJjro" href="http://www.connectedmarketing.de/">ConnectedMarketing</a><em> ein Blog zum Thema. Zudem ist er Autor des Buchs &#8220;</em><a id="aptureLink_41XS1vFx25" href="http://www.amazon.de/gp/product/3834920096?tag=derradebeuler-21">Ripple Effect: How Empowered Involvement Drives Word of Mouth</a><em>&#8220;.<br />
</em></p>
<div id="attachment_1062" class="wp-caption alignleft" style="width: 209px"><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/08/MartinOetting.jpg"><img class="size-medium wp-image-1062" title="Martin_Oetting" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/08/MartinOetting-199x300.jpg" alt="Dr. Martin Oetting ist Director Research und Gesellschafter der  trnd AG, dem &gt; europäischen Marktführer für Word-of-Mouth Marketing.  Er hat zum Thema &gt; &quot;Mundpropaganda &amp; Marketing&quot;  promoviert und betreibt mit ConnectedMarketing ein Blog zum Thema." width="199" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Dr.  Martin Oetting</p></div>
<p><strong>Martin, vertraust Du Empfehlungen Deiner Bekannten? Wenn ja,  warum?</strong></p>
<p>Natürlich. Wie wir alle vertraue auch ich Bekannten, weil ich davon  ausgehe, dass ihre Empfehlungen nicht von finanzieller Motivation getrieben  sind, sondern davon, dass sie mir ihre ehrliche Meinung mitteilen wollen.  Die muss nicht immer mit meiner eigenen übereinstimmen &#8211; Geschmäcker sind  verschieden &#8211; aber immerhin bin ich sicher, dass mir niemand mit seinen  Empfehlungen etwas &#8220;andrehen&#8221; will.</p>
<p><strong>Hast Du schon einmal eine Empfehlung erhalten, die Du nicht  nachvollziehen konntest? Wenn ja: Was war der Grund?</strong></p>
<p>Ja. Vor Jahren hat mich jemand, den ich als &#8220;entfernten Freund&#8221;  bezeichnen würde, nach einer ganzen Weile mal wieder kontaktiert. Ich war  überrascht, habe mich auch mit ihm getroffen. Es ergab sich bald, dass er bei  einem dieser &#8220;unabhängigen Finanzberater&#8221; angeheuert hatte, die über solche  neuen &#8220;Mitarbeiter&#8221; Finanzprodukte an deren gesamten Freundes- und  Bekanntenkreis verscheuern und sich dann das nächste Opfer suchen. Das Treffen war  sehr schnell vorbei&#8230;</p>
<p><strong>Wieso sind &#8211; laut Nielsen, Harris Interactive und anderen Marktforschungsunternehmen &#8211; Empfehlungen aus dem persönlichen  Umfeld so viel wichtiger als etwa Herstellerinformationen oder Werbung?</strong></p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><img class=" " title="51 % der   befragten Internetnutzer in Deutschland finden  Empfehlungen aus ihrem   persönlichen Umfeld wichtig oder sehr wichtig" src="http://faz-community.faz.net/cfs-filesystemfile.ashx/__key/CommunityServer.Blogs.Components.WeblogFiles/netzkonom.Netz_F600_konom2010/Harris2010f.JPG" alt="51 % der befragten Internetnutzer in Deutschland finden    Empfehlungen aus ihrem persönlichen Umfeld wichtig oder sehr wichtig" width="290" height="160" /><p class="wp-caption-text">51 % der    befragten Internetnutzer in Deutschland finden Empfehlungen aus ihrem    persönlichen Umfeld wichtig oder sehr wichtig</p></div>
<div id="attachment_1049" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/08/nielsen_confidence1.jpg"><img class="size-full wp-image-1049 " title="nielsen_confidence" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/08/nielsen_confidence1.jpg" alt="89 % aller befragten Internetnutzer vertrauen Empfehlungen von  Bekannten." width="290" height="217" /></a><p class="wp-caption-text">89 % aller  befragten Internetnutzer vertrauen Empfehlungen von Bekannten.</p></div>
<p>Es gibt eine ganze Reihe von Forschungsarbeiten dazu, warum  persönliche Empfehlungen &#8211; Mundpropaganda &#8211; so gut funktionieren. Das oben  erwähnte Vertrauen in den nicht-finanziell motivierten Hintergrund ist ein  Faktor.</p>
<p>Ein anderer hat mit der Art und Weise der Kommunikation zu tun:  persönliche Empfehlungen sind intensiver, ausdrucksstärker und damit nachhaltiger  als unpersönliche Kommunikation in den Medien. Und sie erlauben  Rückfragen. Man kann also viel gezielter, viel besser angepasst an den Empfänger kommunizieren.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Welchen Wert haben Empfehlungen von Personen, die Du nicht  kennst?</strong></p>
<p>Das hängt davon ab, wer das ist und wie ich die Empfehlung erhalte.  Wenn ich weiß, dass ein Sportler, den ich mag, wirklich ein bestimmtes Produkt verwendet (bspw. weil ich beim Sport sehen kann, dass er die Schuhe  trägt), dann hat auch dieser mir nicht persönlich bekannte Empfehler einen Einfluss.</p>
<p>Dabei ist die implizite Empfehlung besser als die explizite: wenn ich  sehe, dass der Fußballer bestimmte Schuhe trägt, wirkt das stärker, als  wenn ich ihn in einer Anzeige sehe, in der er die Marke &#8220;lobt&#8221;.</p>
<div id="attachment_1057" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/08/amazon_empfehlungen1.jpg"><img class="size-full wp-image-1057 " title="amazon_empfehlungen" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/08/amazon_empfehlungen1.jpg" alt="Darf's noch ein bisschen mehr sein? Die Empfehlung macht den  Online-Shop zur Wursttheke." width="290" height="144" /></a><p class="wp-caption-text">Darf&#39;s noch ein bisschen  mehr sein? Die Empfehlung macht den Online-Shop zur Wursttheke.</p></div>
<p>Im Internet kann man auch Empfehlungen von Leuten erhalten, die man  nicht persönlich kennt, mit denen man aber eine gemeinsame &#8220;Kommunikationshistorie&#8221; hat &#8211; beispielsweise, weil man sich auf  Twitter schon eine Weile folgt. Dann kann man auch deren Empfehlungen zu  vertrauen lernen. Wenn mir aber jemand ganz und gar unbekannt ist, kann ich die Qualität seiner Empfehlung nur durch die Art und Weise, wie sie  abgegeben wurde, einschätzen, sowie durch den Kontext bewerten.</p>
<p>Das erleben wir dann, wenn wir bei Amazon oder Ciao die  Produktbewertungen von Fremden lesen &#8211; wir lesen unterschiedliche, machen uns ein Bild  anhand verschiedener Meinungsäußerungen und gleichen damit die Unsicherheit,  die man bei einer einzelnen Äußerung von einem Fremden hat, so gut wie  möglich aus.</p>
<p><strong>Können Empfehlungen, die &#8211; wie bei &#8220;Pay with a Tweet&#8221; &#8211; ohne  Kenntnis des eigentlichen Produkts gegeben werden, dem Absender schaden? Etwa  durch Reputations- bzw. Vertrauensverlust?</strong></p>
<p>Im strengen Sinne sind es bei &#8220;Pay with a Tweet&#8221; ja gar keine  Empfehlungen. Denn genau wie Du sagst, werden sie *vor* Kenntnis des Produktes  abgegeben. Wie soll ich aber anderen glaubwürdig empfehlen, dass sie ein Produkt  testen sollen, wenn ich es selbst noch gar nicht kenne? Hier wird genau das  außer Kraft gesetzt, was Empfehlungen unter Bekannten eigentlich ausmacht.</p>
<p>Der Name sagt es schon &#8211; die Leute zahlen mit einem Tweet, oder  anders ausgedrückt: weil sie tweeten, wird ihnen eine Gebühr erlassen. Sie  bekommen also Geld für einen Tweet. Das ist das Gegenteil einer  unbeeinflussten Empfehlung. Schlimmer noch: es ist eine finanziell incentivierte  Empfehlung, die noch vor Kenntnis des Produktes ausgesprochen wird.</p>
<p>Beim Zeitschriften-Abo ist es anders: ein Leser des Blattes erzählt  Freunden davon, er ist Abonnent und bekommt eine Uhr, wenn er andere anwirbt.  Da gibt es zwar auch eine finanzielle Motivation, aber der &#8220;Werber&#8221; ist  immerhin schon treuer Kunde.</p>
<p>Das ist bei &#8220;Pay with a Tweet&#8221; anders. Da kennt  der Werber das Produkt noch gar nicht. Der Ansatz macht Leute also  letztlich zu Spammern: ich gebe eine Empfehlung für ein Produkt ab, das ich nicht  kenne, an Leute, die darum nicht gebeten haben.</p>
<p><strong>Können persönliche Empfehlungen im großen Stil online  manipuliert werden? Gibt es dafür Beispiele?</strong></p>
<div id="attachment_1093" class="wp-caption alignleft" style="width: 257px"><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/08/facebook.jpg"><img class="size-full wp-image-1093" title="facebook" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/08/facebook.jpg" alt="Stellt schon einen krassen Vertrauensmißbrauch dar: Der Freundefinder von Facebook - die gezeigten Personen wissen von nix." width="247" height="256" /></a><p class="wp-caption-text">Stellt einen krassen Vertrauensmissbrauch dar: Der Freundefinder von Facebook - die gezeigten Personen wissen von nix.</p></div>
<p>Heutzutage wird das häufig mit automatisierten Mechanismen versucht,  bei denen eine Anwendung auf das Adressbuch eines Nutzers zugreift und automatisch Einladungen versendet. Auf Twitter ist das ein bekanntes Phänomen: Nutzer, denen wir folgen, sprechen irgendeine komisch  klingende Empfehlung aus und entschuldigen sich kurz danach dafür, weil der  Tweet ohne ihr Wissen von einer App erzeugt wurde.</p>
<p>Wenn ich mich nicht irre, hat MySpace in der Anfangsphase  Adressbücher von Mitgliedern auslesen lassen und die dann automatisch mit Einladungen angeschrieben. Solches Adressen-Auslesen gibt&#8217;s immer wieder und ist  eine sehr üble Art des Spamming, die zeitweise Erfolg haben kann, aber  letztlich immer für sehr viel Verärgerung der Nutzer sorgt. Zu recht, wie ich  finde.</p>
<p>&#8220;Pay with a Tweet&#8221; ist einfach eine neue Spielart davon, die nicht  auf technische Lösungen setzt, sondern auf den &#8220;Rabatt-Effekt&#8221;. Das wird  sich aber nicht durchsetzen, denke ich. Denn genau wie bei den  automatisierten Ansätzen verlieren die Anbieter, die sich solcher Techniken bedienen, schnell den Respekt der Nutzer.</p>
<p><em>Danke, Martin! </em></p>
<h3>Glaubwürdigkeit und Vertrauen sind die Basis jeder Empfehlung</h3>
<p>Die Versicherung ERGO sucht nach <a id="aptureLink_qp9cDpVAYF" href="http://www.millionen-gruende.de/">Millionen von Gründen</a>, die für sie sprechen. Dass im Rahmen der Kampagne die generellen Wünsche und Anregungen der Teilnehmer synonym als Gründe für Ergo (also indirekt Empfehlungen) ausgegeben werden, scheint bisher kaum jemanden zu stören (<a id="aptureLink_VZGFjH0z1n" href="http://twitter.com/tapioliller">Tapio</a> hat jedoch eine <a id="aptureLink_hbSUwXlAAr" href="http://www.opensourcepr.de/2010/08/08/social-media-ergo-dumm/">tolle Kritik zur Kampagne verfasst)</a>.</p>
<p>Eine subtile Manipulation, jedoch kein Einzelfall. So <a id="aptureLink_TzHdCWEDrw" href="http://thenextweb.com/socialmedia/2010/08/06/teabaggers-infect-digg-using-massive-bury-brigade/">flog jüngst eine neokonservative Lobbygruppe auf der erfolgreichen Bewertungs-Plattform DiGG auf</a>, die massiv Agenda-Setting mittels organisierter Empfehlungs-Mobs betrieb.</p>
<p>Klar kann das zum Vertrauensverlust führen, denn:</p>
<blockquote><p>&#8220;Vertrauen ist die Basis jeder Empfehlung. Empfehlungsgespräche sind   immer vertrauensvolle Gespräche, denn man vertraut dem, den man gut   kennt. Vertrauen bedeutet, sich auf jemanden – auch unbesehen &#8211;   verlassen zu können. Vertrauen kann sogar Verstehen ersetzen, denn es   ist die Brücke zum Neuland&#8221;, <a id="aptureLink_2L1kqjWNVd" href="http://www.business-wissen.de/vertrieb/vertrauen-empfehlungen-durch-kunden-foerdern/">sagt</a> Beraterin <a id="aptureLink_mNc4652nwK" href="http://twitter.com/anneschueller">Anne M. Schüller</a>.</p></blockquote>
<p>Dass ein Vertrauensverlust auch wirtschaftlich von Bedeutung sein, wissen wir spätestens seit der Finanzkrise. &#8220;Demnach sind nur wenige Kunden bereit, wieder zum „business as usual“  zurückzukehren. Zu tief sitzt noch immer die Enttäuschung über die  Kursverluste, die sie nicht nur mit den Folgen der internationalen  Wirtschafts- und Finanzmarktkrise, sondern auch mit den Ratschlägen  ihrer Berater in Verbindung bringen&#8221;, <a id="aptureLink_1MvAD7tEkV" href="http://www.handelsblatt.com/finanzen/anlagestrategie/finanzdienstleister-massiver-vertrauensverlust;2571930">berichtet das Handelsblatt.</a></p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 590px"><a href="http://www.hugro.de/"><img class="  " title="Von führenden Kleintieren empfohlen! Copyright: Hugro" src="http://www.hugro.de/de/img/bg/top.jpg" alt="Von führenden  Kleintieren empfohlen! Copyright: Hugro" width="580" height="77" /></a><p class="wp-caption-text">Von führenden Kleintieren  empfohlen! Copyright: Hugro</p></div>
<p>Vertrauen leitet sich aus persönlichen Beziehungen ab. Wir vertrauen unseren besten Freunden für einen Abend die Kinder oder für&#8217;s Wochenende das Auto an. Guten Bekannten leihen wir vertrauensvoll Geld oder erzählen Ihnen brisante Dinge, ganz im Vertrauen auf ihre Verschwiegenheit. Weil wir sie kennen, weil sie sich in ähnlichen Situationen bewährt haben.</p>
<p>Soziale Netzwerke bilden diese persönlichen Beziehungen ab. Nicht selten kommt es dort zu einer Inflation der <a id="aptureLink_G0fuJjX0LB" href="http://citeseerx.ist.psu.edu/viewdoc/download?doi=10.1.1.128.7760&amp;rep=rep1&amp;type=pdf">schwachen Verbindungen</a> , die entsprechend weniger Vertrauen genießen als unsere besten Freunde. Das bedeutet: Wir würden Ihnen nicht unseren Haustürschlüssel anvertrauen, ihren Empfehlungen aber durchaus folgen.</p>
<p>Martin Oetting beschreibt im Interview sehr schön, dass wir mit Empfehlungen von uns Unbekannten anders verfahren &#8211; wir vergleichen Meinungen und versuchen Unsicherheiten zu minimieren. Dazu kann Technologie durchaus beitragen. Für Online-Shops <a id="aptureLink_FjTbKCvimO" href="http://t3n.de/magazin/kundenbewertungen-mehr-vertrauen-onlineshop-erfolgsfaktor-224109/">identifiziert die t3n</a> vier unterschiedliche Möglichkeiten, Bewertungen von Käufern abzubilden:</p>
<ol>
<li>Bewertungsanzeige im Shop: Die Kundenzufriedenheit wird in der Regel   durch ein Widget direkt auf der Shopseite visualisiert. Das System  wird  von einem externen Dienstleister betrieben, der für die   Vertrauenswürdigkeit der Bewertungen Sorge tragen muss.</li>
<li>Bewertungsportale: Hier werden Kundenbewertungen oftmals mit   Preisvergleichssystemen gekoppelt. Dies garantiert zwar eine große   Reichweite, bildet das eigene Angebot aber immer direkt mit der   Konkurrenz ab. Zudem zeigt die Studie der GfK, dass 80 Prozent der   befragten Verbraucher eine Kundenbewertung direkt im Shop bevorzugen.   Auch kann der potenzielle Kunde mitunter nur schwer erkennen, auswelcher  Quelle sich die Bewertungen speisen.</li>
<li>Plattformabhängige Bewertungssysteme: eBay und Amazon sind hierfür   Paradebeispiele. Sie entfalten ihre vertrauensbildende Kraft aber nur im   geschlossenen Umfeld der Plattform. Damit die Kunden solchen   Bewertungenvertrauen, muss der Markenwert der Plattformen enorm hoch   sein.</li>
<li>Eigenprogrammierte Systeme: Das Problem solcher Lösungen ist oftmals   ihre Glaubwürdigkeit. Wer garantiert dem Kunden, dass die angezeigten   Bewertungen von realen Käufern stammen? Wie kann sich der Kunde sicher   sein, dass schlechte Kundenurteile nicht einfach zurückgehalten werden?</li>
</ol>
<p>Glaubwürdigkeit (&#8220;ist diese Meinung echt oder gefiltert?&#8221;) lässt sich also durch den Einsatz der richtigen Technologie unterstützen. Wie glaubwürdig sind jedoch &#8220;Empfehlungen&#8221;, die incentiviert wurden? Was ist der Outcome solcher Methoden? Am Ende geht es um Werbung &#8211; Reichweite ist das Ziel. An dieser Stelle geben wir für die nächste Headline das Wort an <a id="aptureLink_vRGEBIUa8W" href="http://twitter.com/briansolis">Brian Solis</a>:</p>
<h3>Please Repeat: Influence is not Popularity</h3>
<p>Genau. <a id="aptureLink_dOR49sElyz" href="http://www.briansolis.com/2010/08/please-repeat-influence-is-not-popularity/">Influence is not popularity</a>. Unbedingt lesen, das! Wenn mal wieder der nächste &#8220;Retweete-das-und-gewinne-eine-Tafel-Schokolade&#8221;-Tweet durch die Timelines geprügelt wird, ist das, aus der Perspektive der Werbung, sicher ein Erfolg. Allerdings ein kurzfristiger. Die Markenbekanntheit steigt für einen begrenzten Zeitraum. Toll. Aber wie sieht es mit Akzeptanz und Bindung aus? Denn das ist es, <a id="aptureLink_5NZ6pCnhsP" href="../index.php/alter-dein-ego-braucht-dich-uber-die-einzig-wahre-okonomie-von-social-media/">um was es in den Social Media geht</a>: Die Langfristperspektive.</p>
<blockquote><p>&#8220;Wenn Social Media für Marken Sinn machen soll, dann müssen sie es als  kleinen Flirt begreifen. [...] Weil Marken sich den Flirt nicht zu trauen, weichen sie bei Social  Media gerne aus auf eine Art Kindergeburtstag und verstehen Dialog als  Animation zum Topfschlagen bei Facebook oder noch schlimmer als Kanal,  der einfach bespielt werden muss. Das ist dann aber auch nicht weit  entfernt vom Kindergeburtstag&#8221;, <a id="aptureLink_PLj5PunV4q" href="http://off-the-record.de/2010/08/11/das-missverstaendnis-social-media/">konstatierte Olaf Kohlbrück diese Woche provokant</a>.</p></blockquote>
<div id="attachment_1083" class="wp-caption alignleft" style="width: 590px"><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/08/o2.jpg"><img class="size-full wp-image-1083" title="o2" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/08/o2.jpg" alt="Digitales Topfschlagen mit Lieben Grüßen." width="580" height="339" /></a><p class="wp-caption-text">Digitales Topfschlagen mit Lieben Grüßen.</p></div>
<p>Genau das ist Pay with a Tweet und Co.: Digitales Topfschlagen. Wer die richtigen Worte anschlägt, darf das Töpfchen lüften.</p>
<p>Jedoch sind die Worte nicht zwingend glaubwürdig, was unter Umständen der Reputation des Absenders schadet.</p>
<p>Hinzu kommt: &#8220;Je seriöser ein Produkt, desto heikler wird die Sache&#8221;, so <a id="aptureLink_9sZnQNN1v3" href="http://kulturmanagement.wordpress.com/2010/08/10/pay-with-a-tweet-empfehlung-oder-werbung/">Christian Henner-Fehr</a>. Das trifft zum Beispiel auf Bücher zu oder auf Autos: Ohne ein Buch gelesen oder eine Probefahrt absolviert zu haben, ist man ein eher ungeeigneter Ratgeber. Bei Finanzprodukten, Stromtarifen und Versicherungen hört der Spaß dann ganz auf.</p>
<p>Die Twittersphere denkt offenbar genauso: Denn <a id="aptureLink_ZEoWzT695l" href="http://www.google.de/search?hl=de&amp;client=firefox-a&amp;hs=JUm&amp;rls=org.mozilla%3Ade%3Aofficial&amp;q=%22via+pay+with+a+tweet%22+site%3Atwitter.com&amp;aq=f&amp;aqi=&amp;aql=&amp;oq=&amp;gs_rfai=">Google findet gerade einmal 5.530 Ergebnisse für &#8220;via Pay with a Tweet&#8221;</a>. Von Popularität kann keine Rede sein. Und von Einfluss erst recht nicht. Das ist gleichbedeutend mit dem Prädikat &#8220;nicht empfehlenswert&#8221;. Darauf können wir vertrauen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Vordenker, Mitmacher, Nachtreter: Es lebe die Social Media Leitkultur! #nicht</title>
		<link>http://cluetrainpr.de/index.php/vordenker-mitmacher-nachtreter-es-lebe-die-social-media-leitkultur-nicht/</link>
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		<pubDate>Thu, 22 Jul 2010 09:30:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tspe</dc:creator>
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		<description><![CDATA[

Kultur. Der Begriff klingt nach Feuilleton. Nach Li [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1007" class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/mario_580_320.jpg"><img class="size-full wp-image-1007 " title="Level completed" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/mario_580_320.jpg" alt="" width="580" height="320" /></a><p class="wp-caption-text">Level completed! Cyberculture goes real world. Foto: Ian Gowen | Lizenz: CC-BY</p></div>
<p>Kultur. Der Begriff klingt nach Feuilleton. Nach Literaturkritik, linkem Gesellschaftsentwurf und <a id="aptureLink_0By3AmeMWC" href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,707437,00.html">Helmut Kohls wärmender Strickjacke</a>. Nicht so sehr nach <a id="aptureLink_Y14AXyHrGj" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Freik%C3%B6rperkultur">Nackedeis (Link mit Bildern!!!)</a>, <a id="aptureLink_wlUHGtCPPq" href="http://www.sueddeutsche.de/thema/Partykultur">Party</a> oder Unterschichtenfernsehen. Schon gar nicht klingt er nach Landwirtschaft. Jedoch:</p>
<p>Kultur (zu Lateinisch cultura, „Bearbeitung“, „Pflege“, „Ackerbau“, von colere,  „wohnen“, „pflegen“, „den Acker bestellen“) ist im weitesten Sinne  alles, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt, im Unterschied zu der von ihm nicht geschaffenen und nicht  veränderten Natur, sagt <a id="aptureLink_HkVW30GLWM" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kultur">Wikipedia</a>.</p>
<p>Also auch &#8220;Bauer sucht Frau&#8221;. Oder Social Media. Hell yeah!</p>
<p>Das wissen die <a id="aptureLink_Y800ODdqAE" href="http://www.web-ideas.de/marketing/social-media-profis-von-facebook-luden-und-twitter-cheatern/">Experten</a> und <a id="aptureLink_rfixwm6nLo" href="http://www.sichelputzer.de/2010/07/12/social-media-idealisten/">Idealisten</a> natürlich schon lange. Die weit verbreitete Meinung: Weil <a id="aptureLink_VlZGP5Ur8U" href="http://www.embrace-info.de/blog/2010/03/social-media-kultur/">Social-Media-Kultur</a> und Unternehmenskultur oft wenig Übereinstimmungen aufweisen, kommt es gar zum <a id="aptureLink_a1xLvlGsOp" href="http://blog.zeit.de/kulturkampf/2010/02/11/neuer-bbc-chef-fuhrt-social-media-pflicht-ein/">Kulturkampf</a> oder zur <a id="aptureLink_yiYOB3LJUp" href="http://karrierebibel.de/enterprise-2-0-%E2%80%93-kulturrevolution-per-wiki-blog-und-social-media/">Kulturrevolution</a> in den Unternehmen.</p>
<p>Es ist also an der Zeit, die Messer zu wetzen.</p>
<p><span id="more-883"></span></p>
<h3>Ein Traktor macht noch keine Agrikultur</h3>
<p>Stop! Wer in den Krieg zieht, sollte wissen, wofür er kämpft. Social-Media-Kultur? Eine enzyklopädische Beschreibung gibt es dafür nicht. Auch journalistische Erzeugnisse sprechen, wenn überhaupt, von der Netzkultur. Der deutsche Wikipedia-Artikel zu diesem Terminus ist jedoch Müll, im Englischen ist indessen von <a id="aptureLink_Q08BDhRcnN" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Cyberculture">Cyberculture</a> die Rede:</p>
<blockquote><p>&#8220;[...] Cyberculture is the culture within and among users of computer networks.  This cyberculture may be purely an online culture or it may span both  virtual and physical worlds. This is to say, that cyberculture is a  culture endemic to online communities; it is not just the culture that  results from computer use, but culture that is directly mediated by the  computer. Another way to envision cyberculture is as the  electronically-enabled linkage of like-minded, but potentially  geographically disparate (or physically disabled and hence less mobile)  persons.&#8221;</p></blockquote>
<p>Selbst diese Definition ist etwas mau. Like-minded? Die Schmierfinken von Political Incorrect sind ebenso auf Facebook vertreten wie der <a id="aptureLink_kGsYAzeZHo" href="http://www.facebook.com/pages/Svitavy-Hamas-hmas/116841798339792">tschechische Arm der Hamas</a>. Bei fast 500 Millionen Mitgliedern, die das soziale Netzwerk weltweit nutzen, ist das kein Wunder. Von Homogenität keine Spur.</p>
<p>Das Praktizieren der selben Tätigkeit von mehreren Personen erzeugt noch keine gemeinsame kulturelle Identität. So ist die historische <a id="aptureLink_aiLhFn3x0k" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liste%20der%20als%20Mann%20verkleideten%20weiblichen%20Milit%C3%A4rpersonen">Liste der als Mann verkleideten weiblichen Militärpersonen</a> lang &#8211; eine identitätsstiftende Kultur ist auf den ersten Blick jedoch nicht zu erkennen. Eher ist anzunehmen, dass einige der Damen aufeinander schossen.</p>
<p>Ergo: Die Nutzung eines Computers (oder Smartphones) etabliert noch keine Kultur &#8211; die Nutzung einer Plattform oder eines Dienstes allerdings auch nicht. Twitter, Facebook und Co. sind <a id="aptureLink_ylG9SvQ9Tv" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kulturtechnik">Kulturtechniken</a>, die keiner spezifischen Kultur allein zugeordnet werden können.</p>
<div id="attachment_1010" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.flickr.com/photos/yummy-porky/3513366211/"><img class="size-thumbnail wp-image-1010  " title="nerd_kitty" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/nerd_kitty-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Nerds sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Foto: yummyporky | Lizenz: CC-BY</p></div>
<p>Eine übergreifende Netzkultur oder Social-Media-Kultur lässt sich bei Betrachtung aller Akteure im Netz nicht identifizieren. Das Bild des Nerds ist schon lange nicht mehr stimmig. Die Typen von <a id="aptureLink_6Fw2RzMDsC" href="http://www.4chan.org/">4chan</a>, <a id="aptureLink_CZ6GPSwU5N" href="http://blogs.independent.co.uk/2010/07/02/the-plot-to-send-justin-bieber-to-north-korea/">die Justin Bieber mal eben in Nordkorea auf Tour schicken wollten</a>, lassen sich schwer in einen Kontext bringen mit E-Commerce, Corporate Blogs oder Daytrading.</p>
<p>Kulturelle Codes wie Online Slang und IM-Akronyme werden heute IMHO von einem Großteil der Internetnutzer nicht verwendet. Grund: Alle sind im Internet, alle sind Internet. Es ist wie mit dem Gesellschaftsbegriff: Er ist so groß, so allumfassend, dass es nichts gibt, von dem er sich abgrenzen lässt. Damit ist eine spezifische kulturelle Verortung &#8211; <a id="aptureLink_ipi1QMFDmB" href="http://eetiquette.de/">etwa über drollige Benimmregeln</a> &#8211; unmöglich und geradezu sinnlos.</p>
<h3>Das fabelhafte Wesen der sozialen Medien</h3>
<p>Obwohl Social Media primär Kulturtechniken sind, werden mit ihrer Nutzung oft einige Werte verknüpft, die dem Begriff einen normativen Charakter geben. Dann heißt es etwa vollmundig: &#8220;<a id="aptureLink_VUQGNwpGly" href="http://www.scribd.com/doc/33910712">Authentizität braucht keine Strategie &#8211; Offenheit und Transparenz sind die Erfolgsfaktoren im Social Web</a>&#8220;. Mancher ergänzt noch <a id="aptureLink_CWKE50t9VJ" href="http://www.crmmanager.de/magazin/artikel_2473_social_media_tipps_kundenbindung_kommunikation.html">Aufmerksamkeit, Aktivität und sogar Selbstlosigkeit</a>. Das klingt wirklich gut! Nur:</p>
<p>Das hier empfohlene Verhalten ist generell wünschenswert und nicht nur in den Social Media. Transparenz? Fuck, das wünscht sich jeder, der schon einmal über das Kleingedruckte in seinem Mobilfunkvertrag gestolpert ist. Offenheit? Natürlich wäre es klasse, wenn nicht alle Hotelbeschreibungen gleich lauten würden. Aufmerksamkeit? Wird in der Warteschleife der Support-Hotline schmerzlich vermisst. Aktivität? Ein angefordertes Angebot darf auch gerne früher als in vier Wochen eintrudeln. Selbstlosigkeit? Naja. Wir sind ja nicht naiv.</p>
<p>Einen ganz anderen, wenn auch viel konkreteren und sehr empfehlenswerten Weg zum Erfolg in den Social Media <a id="aptureLink_oAxVxCbiYQ" href="http://www.robertbasic.de/2010/06/modern-blogging/">zeigt Robert Basic auf.</a> Er beschreibt &#8220;modern blogging&#8221; als harte Arbeit. Gesülze über Werte sucht man in Robs Guide vergeblich. Kulturtechniken liegt eben nicht immanent ein Wertesystem zugrunde.</p>
<h3>Kryptische Jobtitel, andalusische Wochen und TGIF: Unternehmenskultur</h3>
<p>Wenn aber Kultur ein Erfolgskriterium auch für die Arbeit mit den Social Media ist &#8211; <a id="aptureLink_oEcRO328Gk" href="http://thomaspleil.wordpress.com/2010/06/16/social-media-in-der-b2b-kommunikation/">und für Thomas Pleil, sowie viele andere Vordenker ist sie das</a> -, findet sie woanders statt. Nämlich in den Unternehmen. Es geht um Unternehmenskultur, um nichts anderes.</p>
<p>Kultur lässt sich als Geflecht symbolischer Beziehungen beschreiben. So wie ein   einzelnes Wort in einem Satz erst seine genaue Bedeutung erhält,   erhalten dann auch Gesten, Bilder, Kleidung, etc. ihre Bedeutung erst im   Gesamtzusammenhang einer Kultur. Dresscodes, CI/CD, Arbeitsplatzbeschreibungen, Kantinenessen, IT-Ausstattung, usw. usf.: Alles zahlt auf die Unternehmenskultur ein und erhält durch sie erst eine übergeordnete Bedeutung. Oder, um es <a id="aptureLink_94Zm2rrGo8" href="http://www.zeno.org/Soziologie/M/Weber,+Max/Schriften+zur+Wissenschaftslehre/Die+%C2%BBObjektivit%C3%A4t%C2%AB+sozialwissenschaftlicher+und+sozialpolitischer+Erkenntnis/II">mit den Worten Max Webers zu sagen</a>:</p>
<p>&#8220;Kultur ist ein vom Standpunkt des Menschen aus mit Sinn und  Bedeutung bedachter endlicher Ausschnitt aus der sinnlosen Unendlichkeit  des Weltgeschehens.&#8221;</p>
<div id="attachment_1012" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.flickr.com/photos/tangi_bertin/4692154876/"><img class="size-thumbnail wp-image-1012" title="google" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/google-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Logo. Das ist Unternehmenskultur. Foto: tangi_bertin | Lizenz: CC-BY</p></div>
<p>Vielfach gefordert, unter anderem <a id="aptureLink_vs5f0BsJqG" href="http://www.dbresearch.de/PROD/DBR_INTERNET_DE-PROD/PROD0000000000260227.pdf">von der Deutschen Bank</a>: Die  o f f e n e  Unternehmenskultur. Doch was heißt das überhaupt? Wie drückt sie sich aus? Wie offen können Pharmaunternehmen, Investmentbanken und die Rüstungsindustrie eigentlich sein, wenn ihr Handeln strengen staatlichen Auflagen und Kontrollen unterliegt? Was würde das Bafin sagen, wenn eine große deutsche Bank die Crowd fröhlich zum gemeinsamen Entwickeln eines neuen Finanzprodukts einlädt?</p>
<p>Zudem ist Offenheit kein Wert, der sich mal eben kulturell aneignen lässt. Der Prozess ist ein anderer:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Nicht alles Tun des Menschen ist aber schon kulturelle Praxis. Damit diese entsteht bedarf es einer Gruppe von Menschen, die gemeinsam und regelmäßig für sie bedeutsame Handlungen ausführt. Verfestigen sich das Tun auf diese Art zu Ereignissen, die regelmäßig wiederholt werden oder Orten an denen die Praxen gemeinsam durchgeführt werden, spricht man auch von Institutionen. </em></p>
<p><em>Institutionen sind Orte des menschlichen Handelns beispielsweise in Form von Arbeit, Herrschaft, Recht, Technik, Religion, Wissenschaft und Kunst. In Institutionen vollzieht sich die Differenzierung dieser Praxen, zugleich entwickeln sie unabhängig von anderen Institutionen ihre eigenen Werte.&#8221; (</em><a id="aptureLink_LJw3aXQ9bK" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kultur#Handlung">Wikipedia</a><em>)<br />
</em></p></blockquote>
<p>Werte sind somit das Ergebnis kultureller Praxis. Sprich: Kein Unternehmen kann &#8220;Offenheit&#8221; verordnen, um die Social-Media-Aktivitäten zum Erfolg zu führen. Vielmehr können die bloggenden, twitternden und facebookenden Mitarbeiter langfristig zu mehr Offenheit im Unternehmen beitragen. Ein Beispiel dafür ist sicher das Daimler-Blog, in dem auch Themen wie das firmeninterne <a id="aptureLink_RqNPHS90eI" href="http://blog.daimler.de/2009/09/08/schwul-lesbisches-mitarbeiternetzwerk-gld-gegruendet/">schwul-lesbische Netzwerk</a>, <a id="aptureLink_MQOQW0rbKw" href="http://blog.daimler.de/2009/10/29/interview-blutuntersuchungen-als-einstellungsvoraussetzung/">Blutuntersuchen im Einstellungsverfahren</a> und <a id="aptureLink_B0oA1T69KT" href="http://blog.daimler.de/2009/04/28/massnahmenpaket-zur-reduzierung-der-arbeitskosten/">Kurzarbeit</a> ihren Platz finden.</p>
<p>Klingt nach harten Auseinandersetzungen? Kein Grund zu resignieren, meint <a id="aptureLink_XFZLOEIKMb" href="http://blog.jodeleit.de/von-some-kulturen-und-ffv8-konferenzen/#comment-57029175">Bernhard  Jodeleit</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;&#8216;Wer die Kultur nicht hat, der sollte dieses, sollte jenes. Wer die   Kultur hat, ist automatisch erfolgreich.&#8217; Ich sehe das komplett anders.   Kultur kann sich auch ändern. Haltung sich entwickeln. Heute schneller   denn je.&#8221;</p></blockquote>
<p>Stimmt.</p>
<h3>Enterprise 2.0 von der Stange?</h3>
<p>Social Media ist demnach ein heißes Eisen für viele Unternehmen. <a id="aptureLink_R2elffvaLu" href="http://twitter.com/martinlindner">Martin Lindner</a> <a id="aptureLink_5KWcUV7Kd8" href="http://unternehmen20.pbworks.com/material_bryant">fragt (und antwortet) völlig berechtigt</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;Geht es hier jetzt um Software-Einführung, um organisatorisches &#8220;Change Management&#8221; oder gleich um eine Veränderung der gesamten &#8220;Firmenkultur&#8221;?</p>
<p>Um alles geht es auch, aber der Kern und der eigentliche Hebel ist etwas Anderes, viel Einfacheres: dass sich das Unternehmen für alle MitarbeiterInnenals eine gemeinsame und sinnvolle Angelegenheit anfühlt, und zwar gerade ausgehend von den vielen unscheinbaren täglichen Aktivitäten und Kommunikationen, die jeden Tag die Geminschaft und das Ziel neu herstellen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Sinn und Bedeutung sind die Schlüssel für Veränderung. &#8220;Der Mensch versucht im Prozess der Kultur dem Zufälligen und  Ungeordneten eine Struktur zu geben, es wiedererkennbar, symbolisch  kommunizierbar oder nutzbar zu machen&#8221;, <a id="aptureLink_45deyjcSgS" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kultur#Kultur_als_Bew.C3.A4ltigung">so Wikipedia</a>. Das gibt es jedoch nicht von der Stange, sondern nur im Kontext des eigenen Unternehmens und der etablierten Kultur. Deshalb fällt es manchen Unternehmen leichter, Social Media in die eigene Kultur zu integrieren und andere tun sich schwer.</p>
<p>An diesem Punkt kommt die Offenheit wieder ins Spiel: Offenheit für Veränderung, für neue Ideen, für die Lust an der zwanglosen Innovation kann einen solchen Prozess natürlich beschleunigen. Der größte Feind der Offenheit ist die Tradition:</p>
<p>Die Identitätsbildung einer Gruppe ist stark mit der in ihr lebendigen Tradition verknüpft. Daher kann <a id="aptureLink_a9mmps1wE3" href="http://www.netzwerk-kulturwissenschaft.de/assmann.htm">nach Aleida Assmann</a> „Tradition […] definiert werden als eine auf Dauer gestellte kulturelle Konstruktion von Identität.“  Oft geht mit der eigenen Tradition ein Anspruch auf Wahrheit einher, weshalb andere Traditionen (oder Innovationen) als unverständlich und seltsam empfunden werden.</p>
<p>Nichtsdestotrotz stehen &#8220;offene&#8221; Unternehmen vor den gleichen Herausforderungen wie &#8220;verschlossene&#8221; Unternehmen &#8211; lediglich die Transaktionskosten des kulturellen Wandels werden niedriger sein.</p>
<h3>Corporate Dinosaurs: Völlig verbohrt, aber nicht hoffnungslos</h3>
<p>Unmöglich ist nichts, weiß <a id="aptureLink_HzMLwOcLkD" href="http://twitter.com/thebscafe">Rhonda Sloan</a> vom US-Versicherer <a id="aptureLink_UpUccxnPEE" href="http://twitter.com/americangeneral">American General Life Companies</a>. Mit viel Engagement <a id="aptureLink_H1A5AK0RIN" href="http://www.ragan.com/ME2/Audiences/dirmod.asp?sid=&amp;nm=&amp;type=MultiPublishing&amp;mod=PublishingTitles&amp;mid=5AA50C55146B4C8C98F903986BC02C56&amp;tier=4&amp;id=7C0D60A496324FCDB3203F4CCDB6FDDA&amp;AudID=3FF14703FD8C4AE98B9B4365B978201A">erreichte sie den Wandel</a> im erzkonservativen Konzern aus Texas:</p>
<blockquote><p>&#8220;Rhonda Sloan got three “nos” from her company’s lawyers before she rallied and got a reluctant “OK” to get involved with social media. Extracting that reluctant “OK” ended up being most of the battle. The lawyers at insurer American General Life Companies, like those at many regulated industries, felt it was easier to ban social media than to navigate through the rules and risks. They feared losing control of the message, says Sloan, a corporate communicator. “They didn’t trust that the people who wanted to utilize social media would follow the rules and understand what the issues were,” Sloan says.</p>
<p>Nevertheless, thanks to planning, education, and executive backing, American General got its social media—and steadfast support from legal.  And what had started as an internal blog without comments later became an internal blog with comments. Sloan ultimately added a LinkedIn, and Twitter corporate and HR presence with legal support, and she obtained clearance for an external blog (without comments) and Facebook page.&#8221;</p></blockquote>
<div id="attachment_1013" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/revolution.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-1013" title="revolution" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/revolution-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Die Neue aus der Buchhaltung hat irgendwas vor...</p></div>
<p>Rhonda veränderte die Unternehmenskultur mit viel Hartnäckigkeit und dem Talent, tatkräftige Verbündete zu finden. Mittlerweile wird die Initiative sogar von Rhondas CEO persönlich unterstützt. Diese erachtet die Initiative &#8211; nach Anfangs völligem Unverständnis &#8211; für sinnvoll.</p>
<p>Learnings: Keine Unternehmenskultur, egal ob &#8220;verschlossen&#8221;, &#8220;altmodisch&#8221; oder &#8220;top-down&#8221;, kann sich auf Dauer den Social Media entziehen, wenn die Sinnhaftigkeit von einer signifikanten Anzahl der Mitarbeiter erkannt wurde. Der Wandel kann allerdings nur von innen initiiert und nicht von extern herbeiberaten werden.</p>
<p>Wer die Nutzung von Social Media bei seinem Arbeitgeber durchsetzen möchte, sollte deshalb so konkret wie möglich die eigentlichen Benefits für das eigene Unternehmen herausarbeiten. Dabei geht es auch &#8211; Achtung, Erfahrungswert &#8211; und vor allem um die Abbildung von Prozessen.</p>
<blockquote><p><a id="aptureLink_DrLQah33uj" href="http://blog.jodeleit.de/von-some-kulturen-und-ffv8-konferenzen/#comment-57027790">Mit den Worten</a> von <a id="aptureLink_2qoc0sQ1oY" href="http://twitter.com/BendlerBlogger">Sascha Stoltenow</a>: Was sind die drängendsten unternehmerischen Fragestellungen/Aufgaben in  den kommenden Jahren uns was können PR, Unternehmenskommunikation und  Social Media leisten, um diese zu beantworten/zu bewältigen?</p></blockquote>
<p>Wer darauf einleuchtende Antworten hat, braucht noch Hartnäckigkeit und eine Hand voll verwegener Verbündeter  &#8211; und die Zeit wird kommen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Leads, Leads, Leads: B2B ist das neue Sexy im Social-Media-Zirkus</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Jun 2010 07:10:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tspe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ideen]]></category>
		<category><![CDATA[b2b]]></category>
		<category><![CDATA[lead generation]]></category>
		<category><![CDATA[lead generierung]]></category>
		<category><![CDATA[social media]]></category>

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		<description><![CDATA[

Eben noch sprachen alle über das Ende der Werbung, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_858" class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/06/businesskasper_cpr.jpg"><img class="size-full wp-image-858  " title="businesskasper_cpr" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/06/businesskasper_cpr.jpg" alt="" width="580" height="320" /></a><p class="wp-caption-text">Dieser Herr möchte Ihnen nicht nur Bürotechnik verkaufen, sondern auch Ihr bester Freund sein. Foto: fmatte / photocase.com </p></div>
<p>Eben noch sprachen alle über das <a id="aptureLink_p83qHnq4Cb" href="http://www.wiwo.de/unternehmen-maerkte/werbebranche-kaempft-gegen-die-krise-374607/">Ende der Werbung</a>, das <a id="aptureLink_TGf6Xktsix" href="http://blog.sympra.de/2009/06/15/dmmk-2009/">Zeitalter der Relevanz</a> und die Fokussierung auf die <a id="aptureLink_itqHqupvDa" href="../index.php/alter-dein-ego-braucht-dich-uber-die-einzig-wahre-okonomie-von-social-media/">Sozialen Beziehungen</a>, <a id="aptureLink_2MFLHM9ObA" href="http://www.zdnet.com/blog/feeds/2010-predictions-will-social-media-reach-ubiquity/1893?pg=6">weg von der Technologie</a>. Da macht ein leises Flüstern die Runde: &#8220;B2B!&#8221; Augen beginnen zu glänzen, Marketeers großer Chemiekonzerne, Maschinenbauer und Facility Manager lächeln seelig. Ein bisschen Coolness, mehr sexy, endlich! Dank Social Media. Natürlich.</p>
<p>Im Rahmen der Bachelor-Thesis von <a id="aptureLink_4bSwKGrkLo" href="http://www.xing.com/profile/Kim_Nguyen6">Kim Nguyen</a> an der ISM Dortmund befragte die Agentur creative360 110 B2B-Unternehmen aus Industrie, IT und Dienstleistungen zur aktuellen und zukünftigen Nutzung von Social-Media-Marketing. Der Trend sei eindeutig, <a id="aptureLink_maLBzeBV6g" href="http://www.creative360.de/b2b-social-media-studie">so die Studie</a>: &#8220;Demnach sehen 83% der Marketingverantwortlichen B2B Social-Media-Marketing in den Jahren 2010 bis 2012 als wichtig bzw. sogar sehr wichtig an.&#8221;</p>
<p>Die weiteren Aussagen der Marketeers lassen jedoch vermuten, dass 99% der zukünftigen Maßnahmen nichts als Zeitverschwendung und Geldverplempern sein werden.</p>
<h3><span id="more-857"></span>B2B or not B2B: That is the question!</h3>
<p>B2B ist anders. Einkäufer sind meist nicht die Anwender und die Entscheidungsprozesse zur Anschaffung von B2B-Produkten, -Lösungen und -Services sind wesentlich umfangreicher. Ein ganzer Konferenzraum voller Menschen will überzeugt werden. Aus irgendeinem Grund scheinen B2B-Marketeers zu glauben, dass die Menschen aus ihren Zielgruppen ernster genommen werden müssen als der private &#8220;Konsument&#8221;. Jedenfalls kommunizieren sie anders. Bestandskunden werden durch eigene Key-Account-Manager betreut, potentielle Kunden sollen mit umfangreichen Angeboten gelockt werden. Der Aufwand pro Kunde ist teilweise immens. Nicht ohne Grund: Schließlich kann ein Outsourcing-Deal mit einem Fortune-500-Unternehmen richtig Geld in die Kasse spülen.</p>
<p>Im B2B-Marketing bemühen sich Menschen um Menschen. Eigentlich ist dieser Wirtschaftszweig für Social Media prädestiniert. <a id="aptureLink_WHvnIhgAm8" href="http://twitter.com/thestrategyweb">Martin  Meyer-Gossner</a> <a id="aptureLink_lH2R3SYrU0" href="http://www.thestrategyweb.com/b2b-vs-b2c-wofuer-sich-social-media-eignet">sieht das ganz genauso</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;In meinen Augen ist das Social Web für B2B sogar effizienter und mit oft  schwerwiegenderer Wirkung nachhaltig als im B2C Umfeld.&#8221;</p></blockquote>
<p>Pastahersteller und Brauseabfüller könnten sicher einiges lernen. Nur: Geht es um Facebook, Twitter und Co., tappen die Unternehmen in die gleiche Falle wie die hippen Kollegen aus dem B2C-Bereich.</p>
<p>Wird Social Media eingesetzt, verfolgen die B2B-Unternehmen laut Studie folgende Ziele:</p>
<div id="attachment_861" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/06/b2bstudygraph1.png"><img class="size-medium wp-image-861" title="b2bstudygraph1" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/06/b2bstudygraph1-300x201.png" alt="" width="300" height="201" /></a><p class="wp-caption-text">Ziele von Social Media im Einsatz für B2B-Unternehmen</p></div>
<ul>
<li>81% möchten die Markenbekanntheit steigern</li>
<li>79% wollen SEO-Effekte erzielen</li>
<li>65% setzen Social Media in der Öffentlichkeitsarbeit ein</li>
<li>58% möchten Leads generieren</li>
<li>44% wollen Social Media für die Kundenbindung verwenden</li>
</ul>
<p>Das Beziehungsmanagement, das im B2B-Marketing und vor allem im Vertrieb so wichtig ist, nimmt offenbar für viele B2B-Marketeers in den Social Media eine untergeordnete Rolle ein. Paradox, wenn man bedenkt, dass z. B. Facebook genau dieses Beziehungsmanagement als Hauptfunktion abdeckt und genau dafür von ein paar hundert Millionen Menschen verwendet wird.</p>
<p>Paradox auch, wenn man sich die B2B-Debatte in den USA ansieht (hey, die führen diese natürlich schon länger als wir). So schreibt der <a id="aptureLink_O4b0UR0vXu" href="http://blog.hubspot.com/blog/tabid/6307/bid/6062/A-B2B-Guide-for-Twitter-Lead-Generation.aspx">Hubspot Blog</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;B2B marketers need to be able to demonstrate a clear ROI. And for most   B2B marketing departments, ROI comes down to one major metric: leads.  [...] Generating leads using Twitter is really about leveraging a  community of  people interested in your knowledge to share your  information to new  people unfamiliar with your business and expertise.&#8221;</p></blockquote>
<p>Lead? &#8220;Die erfolgreiche Kontaktanbahnung eines Produkt- oder   Dienstleistungsanbieters zu einem potenziellen Interessenten; bekräftigt   die Person das Interesse, spricht man von einem <em>„qualified lead“</em>,   entsprechend einer noch unverbindlichen Kaufabsicht.&#8221; (Danke, <a id="aptureLink_wlrIauh9z8" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lead">Wikipedia</a>.)</p>
<p>Fatal, wenn nur 58% der befragten B2B-Marketeers begreifen, dass Social Media eben jene Leadgenerierung unterstützen kann. Fatal auch, dass 79% Social Media vor allem als SEO-Maßnahme und Beschleuniger für die Markenbekanntheit wahrnehmen. Was dabei herauskommt?</p>
<h3>Social Media unter Strom &#8211; und keiner bekommt&#8217;s mit</h3>
<div id="attachment_877" class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><img class="size-full wp-image-877  " title="mitmachkulturruhr" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/06/mitmachkulturruhr.jpg" alt="" width="580" height="320" /><p class="wp-caption-text">Mitmachen erwünscht - leider nicht provoziert: http://energiekulturruhr.de</p></div>
<p>Beispiel RWE: Der Energiekonzern hat im Rahmen des Kultur-Projekts <a id="aptureLink_8EgPgWI9cS" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ruhr%202010">Ruhr 2010</a> eine <a id="aptureLink_jV6IKbVxGI" href="http://www.energiekulturruhr.de/">recht aufwendige Website</a> aus dem Boden gestampft, um sich als Kultur-Unterstützer und Unternehmen der Region zu präsentieren. Logisch, dass zu einer hippen Seite auch Social Media gehören. Sozusagen Kultursponsoring mit anderen Mitteln. So heißt es <a id="aptureLink_egxQwaznuk" href="http://www.energiekulturruhr.de/rwe/de/Forum/index.html">im Forum</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;Kultur lebt vom Mitmachen. Das gilt auch für die Energiekulturruhr. Im  Forum haben Sie Gelegenheit, mit anderen Nutzern über die Themen der  Website ins Gespräch zu kommen. Dazu müssen Sie sich lediglich anmelden –  und schon geht’s los.&#8221;</p></blockquote>
<p>Engagement: Fast keins. Neun einsame Antworten finden sich und zeugen von einem grandiosen Fehl-Invest. Das gleiche Bild bietet <a id="aptureLink_XtZ6WAUJjF" href="http://www.energiekulturruhr.de/rwe/de/Blog/index.html">das Blog der Seite</a>: Die Inhalte sind interessant, mit vielen schönen Bildern angereichert, das Konzept gefällt, ist sogar etwas schrullig. Eigentlich steckt viel Potential in dieser Kiste. Sehr schade: Unter den meisten Artikeln finden sich keine Kommentare. SEO? <a id="aptureLink_B98LCsLn71" href="http://www.backtype.com/domain/energiekulturruhr.de">Backtype findet</a> für&#8217;s gesamte Jahr 2010 gerade mal 14 Links auf energiekulturruhr.de, <a id="aptureLink_1aCRjeO5Wd" href="http://www.google.de/search?hl=de&amp;client=firefox-a&amp;hs=6P2&amp;rls=org.mozilla%3Ade%3Aofficial&amp;q=link%3Aenergiekulturruhr.de&amp;aq=f&amp;aqi=&amp;aql=&amp;oq=&amp;gs_rfai=">bei Google</a> sind es magere 21.</p>
<p>Problem: Es besteht so gut wie keine Relevanz für die Anspruchsgruppen von RWE, das Unternehmen als Kurator des Ereignisses Ruhr 2010 wahrzunehmen. Der Energieriese ist der selben Fehleinschätzung erlegen wie die B2B-Marketeers aus der Studie. Denn als Erfolgsfaktoren für Social Media benennen diese zu</p>
<ul>
<li>85% Interessante Inhalte</li>
<li>75% Glaubwürdigkeit</li>
<li>57%  Regelmäßigkeit</li>
</ul>
<p>All das erfüllt RWE. Und trotzdem herrscht tote Hose. Nein, am Thema kann es auch nicht liegen. Vergleicht man die Facebookseiten von <a id="aptureLink_3DUM0E9gP6" href="http://www.facebook.com/pages/EnergieKulturRuhr-das-Kulturportal-von-RWE/119688817009">RWE EnergieKulturRuhr</a> und dem offiziellen Projekt <a id="aptureLink_LfeGVAUK8o" href="http://www.facebook.com/Ruhr2010">Ruhr 2010</a>, wird die Diskrepanz mehr als deutlich: RWE erreicht unter 100 Personen, der offizielle Veranstalter über 20.000.</p>
<h3>Hey Du! Wer? Ich? Genau!</h3>
<p>Die wahren Gründe für den Misserfolg von RWE und die entscheidenden Erfolgsfaktoren sind die Beziehungen zu den Menschen im Social Web. Networking is key. Ohne irgendeine Art von Beziehung gibt es auch keine Relevanz. Interessante Inhalte, Glaubwürdigkeit, Regelmäßigkeit? Das sind Erfolgsfaktoren für alle mögliche Publikationen, sei es Print oder Online. Sie reflektieren in keinster Weise den Wert von Beziehungen.</p>
<p>Der macht jedoch den Erfolg aus &#8211; gerade in B2B, wie auch <a id="aptureLink_H25JgbwRod" href="http://twitter.com/garyslack">Gary Slack</a>, ein alter Haudegen aus dem B2B-Biz, weiß:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="580" height="349" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/3WqnDpozk88&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="580" height="349" src="http://www.youtube.com/v/3WqnDpozk88&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>IBM hat diese Erkenntnisse bereits letztes Jahr in einem Programm namens <a id="aptureLink_EUpYK7P99G" href="http://www-950.ibm.com/blogs/businesspartnerblog/entry/innovative_ibm_group_listens_for_leads_via_social_media13?lang=en_us">&#8220;Listening for Leads&#8221;</a> umgesetzt:</p>
<blockquote><p>&#8220;We have uncovered millions of dollars worth of sales leads through our  intelligent listening program and we’ve closed a lot of business and we  expect to do more. That’s going to be a big growth area. The thing you  have to be careful with in social media is you can’t take your expert,  for example, the guru of cloud computing, and expect him or her to also  try to be a salesperson. Most people go to these sites and want the  expert to be like a professor and to be as unbiased and antiseptic as  possible. They don’t want to be sold to on those sites. Smart marketers  use the expert to establish credibility, to get the conversation going  and so forth. And then maybe you can have the expert point people back  to the Website where you can do the promotional stuff and the selling  activity. By the same token, you listen for activity and if it looks  like there are opportunities, you pursue them.&#8221;</p></blockquote>
<p>Mit Markenbekanntheit und SEO-Effekten hat das wenig zu tun. Am Ende aber doch recht viel mit dem berüchtigten ROI. Im positiven Sinne.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Alter, Dein Ego braucht Dich! Über die (einzig wahre) Ökonomie von Social Media</title>
		<link>http://cluetrainpr.de/index.php/alter-dein-ego-braucht-dich-uber-die-einzig-wahre-okonomie-von-social-media/</link>
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		<pubDate>Mon, 17 May 2010 08:26:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tspe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ideen]]></category>
		<category><![CDATA[social networks]]></category>
		<category><![CDATA[social web]]></category>
		<category><![CDATA[socialmedia]]></category>
		<category><![CDATA[soziales kapital]]></category>
		<category><![CDATA[theorie]]></category>

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		<description><![CDATA[

Ein Gespenst geht um in der Welt - das Gespenst der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_839" class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/05/boerse.jpg"><img class="size-full wp-image-839" title="boerse" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/05/boerse.jpg" alt="" width="580" height="320" /></a><p class="wp-caption-text">Seit Facebook eine neue Privacy-Policy hat, steigt die Nachfrage nach Nutzerprofilen. Das ist natürlich nur ein Scherz. Ähm. Bild: http://www.flickr.com/photos/travel_aficionado/2396819536/</p></div>
<p>Ein Gespenst geht um in der Welt &#8211; das Gespenst der sozialen Technologie. Es passiert im Internet: Plötzlich ist alles voll sozial! So sozial, dass Sebastian Küpers dieses Prädikat genervt für <a id="aptureLink_g0yOwnMpwb" href="http://www.futureofwebstrategy.com/2010/05/11/der-schleichende-untergang-von-social-media/">redundant und völlig überflüssig</a> erklärt. Denn das Soziale ist längst ein Fetisch der IT- und Kommunikationsbranche. Web-2.0-Guru und Informatiker <a id="aptureLink_uePpFrNnxJ" href="http://twitter.com/STOWEBOYD">Stowe Boyd</a> behauptet, &#8220;<a id="aptureLink_Dl7xFcRcfH" href="http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/archive/2010/05/12/stowe-boyd-viele-menschen-verlassen-facebook-jetzt-wieder.aspx">das Soziale wird in mobilen Systemen wie dem iPad oder in Windows 7  eingebaut sein</a>&#8221; &#8211; als sei es eine Funktion, ein Feature oder eine App. Bald gibt es sicher die ersten SLAs für das Soziale in der Enterprise Edition.</p>
<p>Wir wissen: &#8220;Sozial ist, was Arbeit schafft&#8221;, so das Credo der <a id="aptureLink_JmkPE5FjF9" href="http://de.wikipedia.org/wiki/INSM">Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft</a>. Aber auch was Kaufkraft schafft, ist sozial, sagt <a id="aptureLink_LtItKdzvRR" href="http://www.kaufkraft-staerken.de/sozial-ist-was-kaufkraft-schafft/">ver.di.</a> Ganz klar: Facebook ist sozial, weil das <a id="aptureLink_ZpkPpTuI93" href="http://tautoko.info/2010/05/16/facebook-und-die-privatsphaere-eine-sammlung/">Häkchen-Entfernen in den Privacy-Einstellungen</a> Arbeit schafft. Und <a id="aptureLink_10gR527q2v" href="http://twitter.com/Tipp24com">tipp24.com</a> ist sozial, weil es Kaufkraft schafft.<a id="aptureLink_LtItKdzvRR" href="http://www.kaufkraft-staerken.de/sozial-ist-was-kaufkraft-schafft/"> </a></p>
<p>Natürlich ist das Humbug. Das Soziale war schon immer auch ein Kampfbegriff. Und neuerdings ist es eben auch ein Marketingversprechen. Aber was macht das Soziale in seiner Freizeit, wenn es nichts von alledem ist?</p>
<h3><span id="more-739"></span></h3>
<p>Wie unreflektiert in der Berater-Community mit dem Begriff des Sozialen umgegangen wird, zeigt exemplarisch <a id="aptureLink_hvg8gKKnTU" href="http://twitter.com/talkabout">Mirko Lange</a>, der einen <a id="aptureLink_uwJ8zHjciK" href="http://blog.talkabout.de/2010/04/29/sozial-heist-ubersetzt-gemeinsam-nicht-dialog/">sehr blumigen Erklärungsansatz pflegt:</a></p>
<blockquote><p>&#8220;„Social“ bedeutet „gemeinsam“. Nicht   Dialog. Nur die   Technik stellt weder  Gemeinsamkeit noch Interesse her. Aber Dialog auch   nicht. Aber wenn man  Dinge aufrichtig „teilt“ und zusammen nutzt,  dann  entsteht Gemeinsamkeit  – sei es auch nur zwischen den Nutzern.&#8221;</p></blockquote>
<p>Mirko unterstellt den Sozialen Beziehungen von Menschen, nur in der Form der Gemeinschaft zu existieren. Gesellschaft als Arena für Akteure mit ganzen Wagenladungen voll Sozialer Beziehungen mit zweckorientiertem Charakter blendet er aus (siehe dazu <a id="aptureLink_Cp55aWEsVr" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinschaft%20und%20Gesellschaft">Ferdinand  Tönnies</a>, <a id="aptureLink_S4nMVQjwXW" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vergesellschaftung#Vergesellschaftung_bei_Max_Weber">Max  Weber</a> und <a id="aptureLink_k6mFPEOZac" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Soziologie#Gesellschaft">andere</a>). Anscheinend war Mirko noch nicht sehr häufig auf Aktionärshauptversammlungen.</p>
<p>Am Ende des Tages ist alles Handeln sozial, das in Bezug zu mehr als einer Person steht. Punkt. Dazu gehört auch die Kommunikation, die als Handeln betrachtet werden kann (so z.B. <a id="aptureLink_ezDGDX6t2k" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hannah%20Arendt#Handeln">Hannah Ahrendt</a>), oder aber den Handlungsbedarf vermittelt. Die Sozialen Beziehungen lassen sich aus der Chance auf Soziales Handeln ableiten (ist tricky, <a id="aptureLink_WBvuPQIJta" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Soziale%20Beziehung#Begriffsentwicklung_bei_Max_Weber_und_Leopold_von_Wiese">Max Weber</a> und so.) Das erklärt eigentlich alles. Aber auch Social Media?</p>
<h3>Deus ex machina oeconomicus</h3>
<p>Social Media ist kein Terra incognita, im Gegenteil: 5 von 6  Ws können zweifelsfrei beantwortet werden:</p>
<p>Wir wissen, dass</p>
<ul>
<li>Menschen &#8211; Einzelpersonen oder Kollektive &#8211; Social Media nutzen <strong>(Wer?)</strong>.</li>
<li>User Generated Content (UGC) bzw. Engagement (<a id="aptureLink_ZpXWGMqv3Z" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Soziales%20Handeln">Soziales Handeln</a>) das wesentliche Gut  ist, das Social Media definiert (<strong>Was?</strong>).</li>
<li>dieses Gut zu jeder Zeit verfügbar ist und in Echtzeit publiziert  werden kann (<strong>Wann?</strong>).</li>
<li>dieses Gut über persönliche Empfehlungen (<a id="aptureLink_SZuSTUNYiV" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Soziales%20Handeln">Soziales  Handeln</a>) an die persönlichen Netzwerke (<a id="aptureLink_tMHLiQc55C" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Soziale%20Beziehung">Soziale  Beziehungen</a>) Verbreitung erfährt. (<strong>Wie?</strong>).</li>
<li>dieses Gut an öffentlich (Internet) oder teilöffentlich (Intranet,  LAN) zugängliche Plattformen und Dienste gebunden ist (<strong>Wo?</strong>).</li>
</ul>
<p>Das <strong>Warum</strong> ist jedoch die Nuss, an der sich so mancher Informatiker, PR-Berater und Entrepreneur die Zähne ausbeisst. Es gibt allerdings ein Muster, auf das viele Erklärungsversuche zurückzuführen sind: Tausch und Ökonomie.</p>
<p><a id="aptureLink_5PzIrXBpDO" href="http://twitter.com/JEFFJARVIS">Jeff Jarvis</a> etwa <a id="aptureLink_EgoLWFKs89" href="http://www.buzzmachine.com/2008/06/18/the-link-economy-v-the-content-economy/">spricht von einer Link-Ökonomie</a> und unterstellt, dass eingehende Links &#8211; und nicht Inhalte &#8211; den wahren Wert von Medien darstellen. Er identifiziert Links als Währung dieser Ökonomie.</p>
<p>Auch <a id="aptureLink_gb9Cvp7suX" href="http://twitter.com/chr1sa">Chris Anderson</a> hat diverse Währungen im Social Web ausgemacht:</p>
<blockquote><p>&#8220;Wir alle haben jede Menge solcher Währungen, mit denen wir online  operieren: Twitter-Follower, Facebook-Freunde, PageRank bei Google,  Bewertungen auf Ebay, die Zahl der Abonnenten unserer Blogs. Dafür hat  sich noch niemand einen Wechselkurs ausgedacht &#8211; und die Bindung, die  sich Anbieter solcher Dienste gratis von uns erkaufen, ist stärker als  Geld allein.&#8221; &#8211; Chris Anderson im Interview mit brand eins, Heft 05/10,  Seite 89 &#8220;Stärker als Geld allein&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Vorstellung von Followern und Freunden als Währung ist grotesk. Was bekomme ich denn für einen Frankfurter Berater mit leichter Schreibschwäche, guten Links und eigenwilligem Humor? Eine Berliner Autorin mit Hang zu Bizarrem plus einen Göttinger Physik-Studenten mit RPG-Leidenschaft? Der geschätzte <a id="aptureLink_mA5JQ1rM5k" href="http://twitter.com/medienarbeit">Jörg Wittkewitz</a> bringt es, wenn auch mit anderem Bezug, auf den Punkt:</p>
<div id="attachment_795" class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/05/medienarbeit_follower.jpg"><img class="size-full wp-image-795" title="medienarbeit_follower" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/05/medienarbeit_follower.jpg" alt="We don't have followers! There is no property relation. You can not own people unless you see media and readers as kind of a slavery" width="580" height="320" /></a><p class="wp-caption-text">Am Ende bringt Jörg Wittkewitz den Axel Springer Verlag damit auf dumme Gedanken...</p></div>
<p>Der Wert liegt also nicht im Nutzer selbst, sondern in der persönlichen Beziehung zu ihm. An diesem Punkt bringt Sevenload-Gründer <a id="aptureLink_sENd3cGBU0" href="http://twitter.com/ibo">Ibrahim Evsan</a> das virtuelle Gut ins Spiel, <a id="aptureLink_IEFY4XzL17" href="http://www.theeuropean.de/ibrahim-evsan/3139-virtual-goods">und zwar als Freundschaftsverstärker</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;Freundschaften zu pflegen wird in unserer schnelllebigen Zeit immer  schwieriger – doch das Web schafft auch hier Abhilfe: Mit virtuellen  Gütern können Nutzer ihren Freunden etwas Aufmerksamkeit schenken.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wir alle kennen das: Unsere Freude über die 1.000 Farmville-Kuh <a id="aptureLink_clAINlz4eW" href="http://www.facebook.com/group.php?gid=427654655183&amp;v=info&amp;ref=search">ist riesengroß</a>. In den Kommentaren zum Artikel arbeitet sich derweil eine ganze Armada grübelnder Menschen an der Frage ab, welchen Wert (bzw. Wertschätzung) virtuelle Güter beinhalten. Egal, was bei dieser Diskussion herauskommt: Die Antwort wird falsch sein.</p>
<p>Denn der Wert ist nicht immanent im virtuellen Gut angelegt, sondern wird ausschließlich vom Empfänger des Geschenks beigemessen. Die Ausprägung der sozialen Beziehung von Sender und Empfänger spielt für den individuellen Wert eine wesentliche Rolle. So reagiert etwa ein Teenager ganz anders auf das Sexting des Freundes als seine Eltern.</p>
<p>Ähnlich sieht es <a id="aptureLink_YjVJpBUxSD" href="http://twitter.com/umairh">Umair Haque</a> , Verfasser fast aller <a href="http://hbr.org/search/haque%25252520manifesto/" target="_blank">Manifeste</a>, wo gibt. Er <a id="aptureLink_UnCE6DG8LS" href="http://carta.info/26515/die-social-media-blase-nennen-wir-es-beziehungsinflation/">warnt uns vor dem Wertverlust</a>, der mit Social Media einhergehen soll:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ähnlich wie eine Währungsinflation  unser Geld entwertet, vermindert die soziale Inflation den Wert unserer  Beziehungen. Schon das Wort „Beziehung“ wird dabei verwässert. Es gab  Zeiten, da stand es für jemanden, auf den man bauen konnte. Heute sind  es Leute, mit denen wir Informationsbits über das Netz austauschen  können.&#8221;</p></blockquote>
<p>Da ist er wieder, der Verweis auf die Ökonomie des Sozialen, diesmal der Beziehungen. Aber glaubt da draußen wirklich jemand, dass wegen der anwachsenden Zahl der Facebook-Bekanntschaften die eigene Liebe zu Mutti schwächer wird? Nichts anderes bedeutet Inflation.</p>
<p>Die Erkenntnis, dass Beziehungen unterschiedliche Intensitäten besitzen, ist banal. Es gibt Partnerschaften, Verwandschaften, Freundschaften und Bekanntschaften. Eine schwache soziale Beziehung besteht auch zwischen Verkäufer und Kunde, verirrtem Touristen und auskunftsfreudigem Einheimischen. Das gibt es nicht erst seit Facebook.</p>
<h3>Marx macht mobil &#8211; bei Arbeit, Sport und Spiel!</h3>
<p>Nun ist Umairs Essay über die <a id="aptureLink_wO4xAnrrn4" href="http://carta.info/26515/die-social-media-blase-nennen-wir-es-beziehungsinflation/">vermeintliche Social Media Blase</a> selbst nichts anderes als eine bunte Blubberblase. Allein ein Satz ist bemerkenswert:</p>
<blockquote><p>&#8220;Eltern, Kinder, Ehepartner – sie alle  verlangen mehrstellige Investitionen von Zeit, Geld, Wissen und  Aufmerksamkeit.&#8221;</p></blockquote>
<p>Umair spricht von Investitionen in soziale Beziehungen. Investitionen werden getätigt, weil davon Erträge, bzw. Mehrwert, erwartet werden. Und -<em> Trommelwirbel, Paukenschlag</em> &#8211; genau das ist die Antwort auf die Frage <strong>Warum?</strong>:</p>
<p>Wir investieren in soziale Beziehungen, um Mehrwert zu erzielen. Social Media sind quasi die Brokerage-Plattformen für die Kapitalverwertung.</p>
<div id="aptureLink_tphMPHNXQD" style="float: left; padding: 0px 6px;"><object id="apture_embedPlayer3" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="250" height="156" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="bgcolor" value="#ffffff" /><param name="quality" value="high" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="flashvars" value="start=0&amp;domId=apture_embedPlayer3" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/Hz6c6kaFG5E&amp;rel=0&amp;fs=1&amp;showinfo=0&amp;iv_load_policy=3" /><param name="name" value="apture_embedPlayer3" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed id="apture_embedPlayer3" type="application/x-shockwave-flash" width="250" height="156" src="http://www.youtube.com/v/Hz6c6kaFG5E&amp;rel=0&amp;fs=1&amp;showinfo=0&amp;iv_load_policy=3" name="apture_embedPlayer3" flashvars="start=0&amp;domId=apture_embedPlayer3" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" quality="high" bgcolor="#ffffff"></embed></object></div>
<p>STOP! Mehrwert? Kapital? Das kennen wir von Marx. <a id="aptureLink_6mvURFNrsS" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Das%20Kapital">Er modellierte, wie aus Geld Kapital wird</a>, indem es der Zirkulation unterworfen ist und über die Investition Mehrwert schafft: Geld (Investition) &gt; Ware (bei Marx: Arbeitskraft) &gt; mehr Geld (Investition plus Mehrwert). Ökonomen nennen das Wertschöpfung.</p>
<p>&#8220;Geld allein macht nicht glücklich&#8221; weiß jedoch der Volksmund. Da steckt viel Wahres drin: Weil Soziale Beziehungen nicht über den objektiven Äquivalenzwert des Geldes ausgedrückt werden können, kann ökonomisches Kapital nicht das Schmieröl sein, das die sozialen Beziehungen am Laufen hält. Darüberhinaus besitzen soziale Beziehungen keinen Warencharakter, sondern sind unabänderlich auf die in Beziehung zueinander stehenden Personen fixiert.</p>
<p>Daraus ergibt sich die Frage, um was für Kapital es sich handelt und wie die Kapitalverwertung tatsächlich funktioniert. Die Links von Jeff Jarvis, Ibos Farmville-Kuh und die Ebay-Bewertungen von Chris Anderson: Sie alle lassen sich nicht in Geldwert beziffern, besitzen aber für viele Menschen einen Mehrwert.</p>
<h3>Soziales Kapital &#8211; get it!</h3>
<p>Diese Erkenntnis ist nicht neu. Deshalb werden seit etlichen Jahren diverse Theorien über das <a id="aptureLink_TEAOAeefOG" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Soziales%20Kapital">Soziale Kapital</a> entwickelt, unter anderem von Größen der Soziologie wie <a id="aptureLink_ttoXZslvfd" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Norbert%20Elias">Elias</a>, <a id="aptureLink_jXuJxTyEJH" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Theodor%20W.%20Adorno">Adorno</a>, <a id="aptureLink_qTHX77hUVk" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pierre%20Bourdieu">Bourdieu</a> und <a id="aptureLink_0kpCvbQcvy" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Robert%20Putnam">Putnam</a>. Social Capital ist zu einem <a id="aptureLink_gFrcuRI44p" href="http://www.socialcapitalgateway.org/">zukunftsträchtigen Forschungsgegenstand</a> geworden, nicht zuletzt durch die Entwicklung des Internets und der Online-Communities.</p>
<p><a id="aptureLink_e4DuYdfBBA" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nan%20Lin">Nan Lin</a> war einer der ersten, der Soziales Kapital <a id="aptureLink_ih5XAX5rm9" href="http://www.insna.org/PDF/Connections/v22/1999_I-1-4.pdf">im Rahmen von Sozialen Netzwerken untersuchte</a> &#8211; das macht seine Arbeit für die Betrachtung von Social Media so wertvoll.</p>
<p>Er definiert soziales Kapital als individuelle Investition in soziale Beziehungen, um Zugriff zu erhalten auf die Ressourcen des Netzwerks, mit denen der erhoffte Mehrwert von eigenen Aktivitäten erzielt werden kann.</p>
<p>Einfacher ausgedrückt: Soziales Kapital &#8220;erkauft&#8221; den Zugang zu Unterstützung. Laut Lin gibt es für die Form der Unterstützung vier Ausprägungen:</p>
<ul>
<li><strong><em>Information</em></strong> &#8211; Chancen und Möglichkeiten kann nur nutzen, wer sie kennt (&#8220;Das beste Digital  Team der Welt sucht Kollegen. Digital Head Germany. Mark geht leider zu  Adidas.&#8221; via <a id="aptureLink_gxyRr0ZQ5z" href="http://twitter.com/CorneliaKunze/status/13714765483">@CorneliaKunze</a>).</li>
<li><strong><em>Influence</em></strong> &#8211; Wer &#8220;ein gutes Wort&#8221; für jemanden einlegt, nimmt Einfluss auf (einen) Entscheidungsträger (&#8220;#xng Würdet  ihr #bitte meine Tochter zum  süßesten Enkelkind der Welt wählen? Danke… http://goo.gl/fb/2nzVJ&#8221; via <a id="aptureLink_kSCNIiR7w3" href="http://twitter.com/oliverg/status/13410148644">@oliverg</a>).</li>
<li><strong><em>Social Credentials</em></strong> &#8211; Ob die Beförderung mit neuem Job-Titel oder die Erweiterung des Aufgabenbereichs mit neuen Einflussmöglichkeiten und Zugangsberechtigungen: Der Akteur erhält, für andere sichtbar, soziales Kapital des Netzwerks übertragen, zusätzlich zu seinem persönlichen sozialen Kapital (&#8220;Hier twittern Carmen Hillebrand (ch), Michael  Hufelschulte (mh) und Thorsten Höpken (th) für Vodafone Deutschland&#8221; via <a id="aptureLink_bsfCLRAmnu" href="http://twitter.com/vodafone_de">@vodafone_de</a>).</li>
<li><strong><em>Reinforcements</em></strong> &#8211; Die Bestätigung und Wertschätzung des Akteurs als Teil einer Gruppe, die gleiche Interessen und Ressourcen teilt. Anders als Information, Influence und Social Credentials, stellen Reinforcements keine instrumentellen, sondern symbolische Mehrwerte dar (&#8220;There are the good ones. There are the better ones  and some Few are the best: @tspe #ff&#8221; via <a id="aptureLink_3ftD5NBnxt" href="http://twitter.com/AmirKassaei/statuses/13116372919">@amirkassaei</a>).</li>
</ul>
<p>Sehr interessant ist Lins Einschätzung, dass &#8220;social capital, as a relational asset, must be distinguished from collective assets and goods such as culture, norms, trust, etc.&#8221; Zwar würden sich Kausalzusammenhänge zwischen beiden Assets feststellen lassen &#8211; diese sind jedoch nicht gleichzusetzen.</p>
<p>Wenn also Berater Social-Media-Strategien verkaufen, die Vertrauen bilden und Glaubwürdigkeit herstellen sollen, läuft das &#8211; zumindest aus der Sicht von Lin (hey, nicht die schlechteste!) &#8211; am eigentlichen Ziel vorbei.</p>
<p>Aber wie funktioniert das jetzt mit der Kapitalverwertung? Dazu gibt es ein hübsches Schaubild:</p>
<div id="attachment_830" class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><img class="size-full wp-image-830" title="Soziales Kapital in Action" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/05/soc_cap_lin.jpg" alt="" width="580" height="445" /><p class="wp-caption-text">Die Kapitalverwertung von sozialem Kapital. Mal wieder total selbsterklärend, typisch Wissenschaftler. Quelle: http://www.insna.org/PDF/Connections/v22/1999_I-1-4.pdf</p></div>
<p>Was auffällt: Investiert wird soziales Kapital, aber was hinten rauskommt, kann auch den Charakter von ökonomischen oder kulturellen Kapital haben. Ein aktuelles Beispiel für so ein social-rein-economic-raus-thingy ist der Micropayment-Dienst <a id="aptureLink_dR0GHu1i7z" href="http://flattr.com/">Flattr</a>, von <a id="aptureLink_CtXvlRwsVk" href="http://twitter.com/netzfeuilleton">Jannis Kuchartz</a> sehr <a id="aptureLink_j01JgJgWWQ" href="http://netzfeuilleton.de/2010/05/flattr-die-dankbarkeits-oekonomie-7-invites/">schön beschrieben</a>.</p>
<p>Grau ist jedoch alle Theorie. Die Kommunikationswissenschaftlerin <a id="aptureLink_DGlP9NM9KM" href="http://www.msu.edu/~nellison/">Nicole Ellison</a> untersuchte derweil empirisch, <a id="aptureLink_J1xgTsXvun" href="http://www.huffingtonpost.com/jim-luce/allure-of-the-hive-expert_b_569444.html">wie soziales Kapital im Social Web wirkt, nämlich auf Facebook</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;Our research at MSU has examined how students and others use Facebook   and the outcomes of their use. Social capital gives us a conceptual   framework for measuring the benefits we receive from our social   relationships. We believe that Facebook and other social network sites  lower the  barriers for communication, thus enabling individuals to do  things like  give and receive social support to their Facebook Friends  without the  heavier transaction costs associated with face-to-face  communication or  traditional media.&#8221;</p></blockquote>
<h3>Und das Marketing? Denkt vielleicht mal jemand an das Marketing?</h3>
<p>Was bedeutet das jetzt alles für Unternehmen? Genau: wer in Social Media <span style="text-decoration: underline;">erfolgreich</span> mitspielen will, muss Zugang zu den entsprechenden Netzwerken (Stakeholder) bekommen<strong> </strong>-<strong> </strong>über die Investition von sozialem Kapital. Dass es sich bei sozialem Kapital nicht nur um eine graue Theorie handelt, verdeutlichen die vielen Corporate-Twitter-Accounts aus dem Bereich Human Resources/Recruiting, z.B. <a id="aptureLink_1zziXw4qkF" href="http://twitter.com/Daimler_Career">@Daimler_Career</a>.</p>
<p>Als Teil eines Netzwerks (Arbeitgeber Daimler AG) kann <a id="aptureLink_nKm108FIMK" href="http://twitter.com/daimler_career">@Daimler_Career</a> Absolventen, die Zugang suchen, einen Mehrwert bieten &#8211; meistens in Form von Informationen, die einen individuellen Nutzwert besitzen. Aber auch <em>Reinforcements</em> sind keine Seltenheit: &#8220;@nervbacke der  Gesamtdurchschnitt ist das eine, es geht vielmehr um gute Leistungen in  den Kernfächern &#8211; los und bewerben!&#8221; via <a id="aptureLink_tGtpMzYOYC" href="http://twitter.com/daimler_career">@daimler_career</a>.</p>
<p>Der Kraftakt ist die Adaption für das Marketing. Denn hier dreht sich noch alles um (Kauf-) Anreize. Social Media werden als Bühne verstanden und nicht als Netzwerke genutzt. Das kann in die Hose gehen, siehe <a id="aptureLink_HtqFm6uVDw" href="http://klauseck.typepad.com/prblogger/2010/03/greenpeace-vs-nestle.html">Nestlé</a>.</p>
<p>Natürlich gibt es Ausnahmen: Auf der <a id="aptureLink_7VjtEqra8s" href="http://www.adc.de/festival/adc-ausstellung.html">ADC Wettbewerbsausstellung 2010</a> wurde ein Facebook-Quiz von <a id="aptureLink_3z2Ua261Ud" href="http://twitter.com/LUMANNSKI">Lukas Lindemann Rosinski</a> vorgestellt: &#8220;Welche Agentur passt zu Dir?&#8221; Nachdem ein paar lustige Fragen &#8211; mit tendenzieller Ausrichtung, logisch &#8211; beantwortet wurden, erhielt der Spieler eine Agentur-Empfehlung &#8211; in 2/3 der Fälle für LLR <em>(Social Credentials/Reinforcements)</em>. Das Ergebnis konnte er direkt an seiner Pinnwand veröffentlichen und die App seinem Netzwerk empfehlen.</p>
<p>Resultat: Die App verbreitet sich in relevanten Netzwerken (Kreative, Schal-Träger) und stellt eine <span style="text-decoration: underline;">persönliche</span> Verbindung zur Agentur her, weil sie die Zusammengehörigkeit betonte und gleich die notwendigen Kontaktdaten mitlieferte.</p>
<p>Ähnlich agierte eine andere Agentur (vergessen, welche), die Stellenanzeigen als Binärcodes veröffentlichte. Gesucht waren Programmierer, irgendwas spezielles. Wer den Code &#8211; eine URL &#8211; knackte, bekam ein Herzliches Glückwunsch und eine Direktdurchwahl zur HR-Abteilung (<em>Social Credentials, Information</em>).</p>
<p>Oh&#8230; Fällt es noch jemandem auf? Das waren zwei Beispiele aus dem Personalmarketing. Also doch wieder Human Resources/Recruiting.</p>
<p>&#8230;</p>
<p>Ob das etwas zu bedeuten hat?</p>
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		<item>
		<title>Achtung, Social Media Berater: Das Maß ist voll!</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Mar 2010 14:16:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tspe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ideen]]></category>
		<category><![CDATA[erfolgsmessung]]></category>
		<category><![CDATA[kennzahlen]]></category>
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		<category><![CDATA[roi]]></category>
		<category><![CDATA[social media]]></category>

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		<description><![CDATA[

Fasching ist vorbei und mit dem Aschermittwoch kam  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_654" class="wp-caption aligncenter" style="width: 590px"><a rel="attachment wp-att-654" href="http://cluetrainpr.de/index.php/achtung-social-media-berater-das-mas-ist-voll/metermas/"><img class="size-full wp-image-654" title="Maßband" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/03/metermaß.jpg" alt="" width="580" height="320" /></a><p class="wp-caption-text">Statistik von der Rolle: Ein Foto von http://www.flickr.com/photos/blogwiese/3370106733/</p></div>
<p>Fasching ist vorbei und mit dem Aschermittwoch kam die Katerstimmung. Das trifft auf die Social Media Industrie wie auf alle anderen Narren zu. Nico Lumma konstantierte der Social Media Week Berlin mit lakonischem Unterton, &#8220;<a id="aptureLink_XEaJmXPzy2" href="http://lumma.de/2010/02/01/social-media-week-berlin-same-same/">same same</a>&#8221; &#8211; also der selbe Zirkus mit den selben Themen wie letztes Jahr &#8211; zu sein. Christian Bölling <a id="aptureLink_OrE16dp242" href="http://www.amendedestages.com/2010/02/zwei-katzerische-fragen-zu-social-media.html">fragte unlängst genervt</a>, wie es zu dieser Heldenverehrung von Social Media Beratern kommt, die er zwar als Dampfplauderer, aber nicht als Macher mit entsprechenden Referenzen wahrnimmt.</p>
<p>Es rumort unter der Oberfläche, die ersten Kratzer sind im Social Media Lack, es scheint sich herauszustellen, dass der Umsatz durch den Twitter-Account doch nicht um 500 Prozent steigt. Nicht nur Berater, sondern auch die Kommunikatoren in den Unternehmen müssen sich mit der unangenehmen Frage nach dem Erfolg ihrer Bemühungen auseinandersetzen.</p>
<p>Wie der sich messen lässt, dazu gibt es schon eine ganze Menge Ideen.</p>
<p><span id="more-583"></span></p>
<p>Rachel hat (stellvertretend für eine Fantastilliarde anderer Berater) einen ganzen Sack voll metrischer Größen gesammelt, die sie für die Messung von Social Media geeignet findet, und in leicht verdaulicher Listenform <a id="aptureLink_sw84Namp8d" href="http://www.thesocialorganization.com/social-media-metrics.html">veröffentlicht</a>. Auch Leander Watting hat sich Gedanken gemacht; <a id="aptureLink_KUv4pgx7Ka" href="http://leanderwattig.de/index.php/2010/02/04/erfolgsfaktoren-im-social-web/">seine Liste</a> fällt wesentlich kompakter aus. Axel Schmiegelows Sicht der Dinge ist da schon differenzierter: Er meint, &#8220;soziale Relevanz ist der Schlüssel zur Messbarkeit von Social Media&#8221;. <a id="aptureLink_OzaHFshPA3" href="http://www.berufebilder.de/interviews/interview-mit-axel-schmiegelow-vorsitzender-der-fachgruppe-social-media-im-bvdw-und-ceo-von-sevenload-soziale-relevanz-ist-der-schluessel-zur-messbarkeit-von-social-media">Im Interview</a> ist dann jedoch wieder vom Online-Werbemarkt und klassischen Messgrößen die Rede.</p>
<h3>Was messen wir da eigentlich?</h3>
<p>Das ist überhaupt das Problem mit dieser vermaledeiten Social Media Erfolgsmessung: Die etablierten Online-Messgrößen erfassen gar nicht das, was Social Media vom Rest des Internets unterscheidet. Page Impressions, zuletzt bei der IVW <a id="aptureLink_m4bA3KYFCn" href="http://www.horizont.net/aktuell/medien/pages/protected/IVW-Page-Impressions-sollen-2010-beerdigt-werden_85220.html">in Ungnade gefallen</a>, sind nach wie vor eine etablierte Währung im Online-Werbemarkt. Je größer die Herde Klickvieh, um so teurer die Werbeflächen, so lautet das 1 x 1 der Vermarkter. Die Zielgruppe wird über das Medium definiert, der Rest ist binäre Magie. Eine hübsche Marketingstatistik gibt Auskunft über Page Impressions, Clicks und Conversions, der ROI lässt sich also zweifelsfrei messen (wenn alles richtig gemacht wurde). Prima.</p>
<p>Nur: Social Media gibt echten Menschen eine echte Stimme &#8211; mit Klickvieh hat das nichts zu tun. Wenn für Statusmeldungen und Blog-Postings der selbe Maßstab gelten soll wie für schnöde Banner, wurde das Potential von Social Media nicht erkannt. So dumm sind viele Unternehmen dann doch nicht und siedeln Social Media deshalb konsequent in der PR an. Mit der Erfolgsmessung tut sich die Unternehmenskommunikation traditionell schwer &#8211; schon deshalb ist die Entscheidung gar nicht so blöd.</p>
<p>Erfolg in der PR &#8211; das ist die Platzierung von Geschäftsführer xy im Medium z, eine Anzahl Clippings für eine Pressemitteilung oder, der ganz große Wurf, Agenda Setting in der öffentlichen Meinung. PR soll zudem Image bilden &#8211; naja. Den ROI von PR zu messen, ist schon schwieriger, eine allgemein anerkannte Methode gibt es nicht. Erfolgsmessung ist in der PR abhängig von der Aufgabenstellung. Werden bei Clippings auch metrische Größen verwendet (Anzahl, Auflagen, tatsächliche Leser), ist der Erfolg einer Platzierung sehr einfach zu messen: entweder sie erfolgt oder sie erfolgt nicht. Das Problem der PR: Die Erfolgsmessung kann immer nur unmittelbar stattfinden, eine Meldung in einer Tageszeitung, die nicht Resultat einer Pressemitteilung ist, kann nur schwer als eigener Erfolg verkauft werden.</p>
<p>Das Marketing misst den monetären Wert von Maßnahmen, PR den kommunikativen Wert. Die Interaktionen in Social Media besitzen jedoch einen relationalen Wert. Den Unterschied zu herkömmlicher Pressearbeit <a id="aptureLink_Ij6OOmb7qc" href="http://blog.jodeleit.de/pressearbeit-mit-twitter-und-facebook/">macht Bernhard Jodeleit deutlich</a> :</p>
<blockquote><p>&#8220;&#8221;Wir haben da eine Veranstaltung in etwa vier bis acht Wochen. Da sollten  wir noch etwas machen. Können wir da nicht ein paar Journalisten  ansprechen? Per Twitter? Oder per Xing?&#8221; &#8211; Schon die Frage macht klar:  Nein, können „wir“, also in diesem Fall der Fragensteller und Kunde,  nicht. Denn wer sein via Xing oder Twitter genutztes persönliches  Netzwerk so wenig einschätzen kann, dass er die Frage nicht selbst zu  beantworten vermag, der ist einfach noch nicht so weit.&#8221;</p></blockquote>
<p>Denn das ist, neben der Kommunikation, der zentrale Aspekt von Social Media: Das Herausbilden und Organisieren von Netzwerken. Dabei sind Social Media in erster Linie technologische Plattformen. Entscheidend ist, dass sie den Austausch von <a id="aptureLink_Dqm7yad8Tt" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Soziales%20Kapital">sozialem Kapital</a> ermöglichen. Das gilt es zu messen und zu bewerten.</p>
<h3>KPIs under construction: Erfolg braucht Ziele</h3>
<p>Die menschliche Kommunikation, egal ob verbal oder nonverbal, ist eine komplexe Angelegenheit. Die inhaltliche Analyse von Tweets, Postings und Statusmeldungen ist automatisiert nicht befriedigend zu bewerkstelligen. All das, was Soziales Kapital ausmacht, ist jedoch in den Inhalten zu finden, die von den Nutzern erzeugt und geteilt werden.</p>
<p>Jetzt sind Messgrößen, zumal mit Metrik, aber der Standardisierung verpflichtet. Einzelne Werte müssen auf einer gemeinsamen Skala angelegt werden, um sie vergleichen und bewerten zu können. Wenn inhaltliche Aussagen standardisiert werden sollen, ist aber immer Interpretation im Spiel und, noch viel schlimmer, immenser Aufwand. Das mag für eine einmalige Standortbestimmung sinnvoll sein, für die fortlaufende Erfolgsmessung bietet sich die qualitative Analyse jedoch nicht an.</p>
<p>Was bleibt, sind eben doch wieder quantitative Methoden, die zumindest eine Ahnung von Sozialem Kapital vermitteln, in dem Fall Engagement. Der Social Media Manager <a id="aptureLink_PZ5EsSsV7u" href="http://onlymeandi.wordpress.com/2010/02/24/social-media-kennzahlen-cprr-und-cpi/">Thomas Euler hat sich an entsprechenden KPIs versucht</a>:</p>
<p><strong>&#8220;Kosten pro (relevantem) Rezipient  (Cost per (relevant) recipient  = CP(r)R)</strong><br />
CP(r)R = Kosten der Kommunikation /  Anzahl der (relevanten) Kontakte</p>
<p><strong>Kosten pro Interaktion (Cost per  interaction = CPI)</strong><br />
CPI = Kosten der Kommunikation / Anzahl  der Interaktionen</p>
<p>Beide KPIs sind jeweils pro eingesetztem  Social Media Kanal zu berechnen.&#8221;</p>
<p>Das Problem mit den Eulerschen Zahlen: Es werden zwar Interaktionen und Kontakte erfasst, was aber hinten rauskommt, ist eine Währung. Es werden Kosten gemessen, wie im klassischen Online-Werbemarkt. Wer nach diesem Modell seine Arbeit gut verrichtet, muss die Kosten minimieren, aber nicht unbedingt besser networken. Das dürfte ganz im Sinne der <a id="aptureLink_MzWR1qEGhD" href="http://www.bvdw.org/fachgruppen/social-media.html">Fachgruppe Social Media des BVDW</a> sein &#8211; an der eigentlichen Zielsetzung, nämlich der Erfolgsmessung von Social Media, gehen diese KPIs jedoch vorbei.</p>
<p>Es gibt keine allgemein gültigen Kennzahlen für Social Media. Dieses Problem wird sich nicht lösen lassen. Deswegen kommt Oliver Schiffers <a id="aptureLink_igMXRrxAuo" href="http://www.wanalytics.de/2009/09/social-media-kpi-und-analysetools-teil-2/">zu folgendem Schluss</a>:</p>
<p>&#8220;Es ist aus verschiedenen Gründen notwendig, eine Definition von  Kennzahlen jeweils aus strategischen Zielen von Kampagnen herzuleiten [...]: Die Kennzahlen begründen in den jeweiligen Unternehmen und Agenturen die  Erfolgsmessung. Wenn sich diese Messung und das Reporting nicht auf  Ziele beziehen, die vorher festgelegt wurden, verblasst die Aussagekraft  der Erfolgsmessung zu einem reinen Zahlenspiel, das sich an  marktgängigen oder vergleichbaren Zahlen orientieren mag, aber für die  Zielsetzungen des jeweiligen Unternehmens oder der jeweiligen Kampagne  nicht von Bedeutung ist.&#8221;</p>
<p>Recht hat er, der Mann. Deswegen seien auch jedem seine <a id="aptureLink_egRbBm2Air" href="http://www.wanalytics.de/category/social-media-analytics/">Postings zu Social Media KPIs und Analysetools</a> an&#8217;s Herz gelegt. Wer Social Media fröhlich in seinen Marketing-Mix aufgenommen oder zu den ganzen anderen Kommunikationskanälen dazu addiert hat, einfach, weil es sein muss, bekommt jetzt vielleicht Probleme. Dabei ist die <a id="aptureLink_s5C1dr7BPn" href="http://blogs.forrester.com/groundswell/2007/12/the-post-method.html">POST-Methode</a> für die Nutzung von Social Media aus <a id="aptureLink_NeNcXLgEoq" href="http://www.amazon.de/gp/product/1422125009?tag=derradebeuler-21">Groundswell</a> immerhin schon fast drei Jahre alt:</p>
<p>Die empfiehlt, erst einmal die relevanten Anspruchsgruppen und die eigenen Ziele zu identifizieren, bevor daraus eine Strategie abgeleitet wird. Zusätzlich kann es nicht schaden, ein Benchmarking als weiteren Ausgangspunkt für die Planung zu nutzen: Was macht Wettbewerber xy im Social Web? Werden seine Produkte und Lösungen besprochen? Gibt es wichtige Multiplikatoren unter seinen Fans/Friends/Kommentatoren/Kontakten?</p>
<p>Es ist wie in der Navigation: Wer eine Standortbestimmung macht, kann auch die Karte lesen. Nur das Ziel zu kennen, bringt nicht viel. Kennzahlen sind wie Karten, weil sie eine Einordnung zulassen, wo man sich (ungefähr) zwischen Start und Ziel befindet und wie es weiter gehen muss, um das Ziel zu erreichen.</p>
<p>Aussagekräftige Kennzahlen sind deshalb meist so konstruiert, dass sie Antwort auf eine spezifische Frage geben können. Beispiel: Die Frage lautet &#8220;Wie werden wir im Social Web als Aussteller auf der Cebit wahrgenommen?&#8221;. Eine geeignete KPI zur Messung über alle Plattformen wäre der Quotient aus der Häufigkeit der Nennung von &#8216;Cebit&#8217; und &#8216;Unternehmen xy&#8217; durch die Häufigkeit der Nennung von &#8216;Cebit&#8217;.</p>
<p>Ist der Quotient gleich 1, kann von einer alles überstrahlenden Präsenz des Unternehmens gesprochen werden. Bei 0 kommt das Unternehmen einfach nicht zur Sprache im Kontext &#8216;<a id="aptureLink_gCVu1B6lcS" href="http://search.twitter.com/search?q=Cebit">Cebit</a>&#8216;. Wichtig bei der Konstruktion des KPI ist die Auswahl der Keywords (Beispiel &#8216;Cebit&#8217;). Sie müssen häufig genug Verwendung finden, um auch wirklich eine Aussagekraft zu besitzen. Zudem dürfen die Keywords nicht in unterschiedlichen Kontexten verwendet werden und auch auf unterschiedliche Schreibweisen sowie Singular/Plural ist zu achten. Generell braucht es bei der Konstruktion von KPIs sehr viel Fingerspitzengefühl und eine gute Portion analytisches Denkvermögen.</p>
<p>Dennis R. Mortensen hat das in einer hübschen bunten Präsentation zusammengefasst:</p>
<p><img style="visibility: hidden; width: 0px; height: 0px;" src="http://counters.gigya.com/wildfire/IMP/CXNID=2000002.0NXC/bT*xJmx*PTEyNjcxMDQ2MjcyNTgmcHQ9MTI2NzEwNDYzNTMwNiZwPTEwMTkxJmQ9c3NfZW1iZWQmZz*yJm89MjZmMTAzZTFiOGY4/NDg3YTk4YjY*MGZkYjhmMGRjYjkmb2Y9MA==.gif" border="0" alt="" width="0" height="0" /></p>
<div id="__ss_253633" style="width: 580px;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="580" height="485" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=the-difference-between-a-kpi-and-a-metric-1202240162965806-3&amp;stripped_title=the-difference-between-a-kpi-and-a-metric" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="580" height="485" src="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=the-difference-between-a-kpi-and-a-metric-1202240162965806-3&amp;stripped_title=the-difference-between-a-kpi-and-a-metric" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
</div>
<p>Erfolg ist also abhängig von den gesetzten Zielen &#8211; weshalb er auch so schwer wahrzunehmen ist. Spektakuläre Aktionen, wie etwa die von <a id="aptureLink_nlsE6MerEu" href="http://www.youtube.com/watch?v=0TYy_3786bo">IKEA auf Facebook</a>, werden auch in Zukunft die Ausnahme bleiben. Die kleinen Siege wird man nicht immer erkennen können. Dafür gibt es eine weitere  einfache Erklärung:</p>
<p><a id="aptureLink_11Gk0O0Uy4" href="http://www.haltungsturnen.de/">Wolfgang Lünebürger-Reidenbach</a> hat vor einiger Zeit sinngemäß gesagt, dass erfolgreiche Social Media Aktivitäten für uns nicht sichtbar sind, weil wir nicht zur relevanten Zielgruppe gehören. Spitze Zielgruppen, denen sehr spezielle Services angetragen werden sollen, umfassen vielleicht nicht mehr als 200 Personen. Wer sie alle erreicht, ist jedoch erfolgreich, auch, wenn nicht die ganze Welt davon erfährt.</p>
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		<title>Alles Lüge? Wie echt sind unsere Facebook-Profile?</title>
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		<pubDate>Fri, 29 Jan 2010 10:35:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tspe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ideen]]></category>
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		<description><![CDATA[

Vermitteln Profile auf internetbasierten sozialen N [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_612" class="wp-caption aligncenter" style="width: 590px"><a rel="attachment wp-att-612" href="http://cluetrainpr.de/index.php/alles-luge-wie-echt-sind-unsere-facebook-profile/joker2010/"><img class="size-full wp-image-612" title="Ist das ein idealisiertes Selbstbild oder ist einfach nur der Lippenstift verwischt? EIn Foto von Russel Reno" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/01/joker2010.jpg" alt="" width="580" height="320" /></a><p class="wp-caption-text">Ist das ein idealisiertes Selbstbild oder ist einfach nur der Lippenstift verwischt? Ein Foto von Russel Reno</p></div>
<p style="text-align: center;">
<p>Vermitteln Profile auf internetbasierten sozialen Netzwerken wie StudiVZ oder Facebook ein verfälschtes, selbstidealisiertes oder ein sehr genaues Bild der Persönlichkeit der Profilinhaber? Diese Fragestellung verfolgt eine psychologische Studie, deren Ergebnisse voraussichtlich im März im <a id="aptureLink_FhuCqmzBuS" href="http://twitter.com/psychscience">Psychological Science</a> Journal vorgestellt werden. Am internationalen Forschungsprojekt beteiligt ist unter anderem <a href="http://www.psych.uni-mainz.de/abteil/pp/back.html" target="_blank">Dr. Mitja Back</a> von der Johann-Gutenberg-Universität Mainz, der Rede und Antwort stand.</p>
<p><span id="more-584"></span><a href="http://www.sueddeutsche.de/computer/73/321941/text/" target="_blank"></a></p>
<p><a href="http://www.sueddeutsche.de/computer/73/321941/text/" target="_blank">Im Jahr 2006</a> nutzten weltweit 700 Millionen Menschen das Internet. Heute gibt es weltweit mindestens <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_social_networking_websites" target="_blank">genau so viele Nutzer</a> mit einem eigenen Social-Network-Profil. <a href="http://www.socialadblog.com/2008/05/worldwide-internet-users-vs-social.html" target="_blank">Schon 2008</a> hatten 42% aller Internetnutzer sich bei mindestens einem Sozialen Netzwerk registriert. Das Gesicht des Internets hat sich nachhaltig verändert &#8211; es ist heute normal, seine Persönlichkeit und Identität online zu veröffentlichen. Das Netz wird zu einem gigantischen globalen Telefonbuch, das auch Auskunft über persönliche Vorlieben und politische Interessen geben kann. Nicht nur das: In Norwegen werden sogar das Einkommen und das Vermögen jedes einzelnen Bürgers <a href="http://www.elchburger.de/blog/denis/719-norwegen-veroeffentlicht-einkommen-und-vermoegen-seiner-buerger" target="_blank">über das Internet veröffentlicht</a>.</p>
<p>Die Profildaten üben einen großen Reiz aus: Erlauben sie doch die direkte Ansprache von sehr spitzen Zielgruppen ohne nennenswerten Streuverlust. Dafür ist jedoch eine Frage entscheidend: Wie aussagekräftig sind die Profildaten? Neigen die Nutzer dazu, ein selbstidealisiertes Bild von sich ins Netz zu stellen oder sind die Profile &#8220;echt&#8221;? Im Rahmen eines internationalen Forschungsprojekts beschäftigt sich Dr. Mitja Back von der Universität Mainz mit eben dieser Frage:</p>
<p><strong>Wie sind Sie auf die Idee zu Ihrer Studie gekommen?</strong></p>
<p>Wir sind daran interessiert, die Genauigkeit unseres ersten Eindrucks von anderen Personen in verschiedenen Kontexten zu erforschen. Darüber hinaus möchten wir die Prozesse verstehen, die dem Ausdruck der Persönlichkeit und der Eindrucksbildung zugrunde liegen.</p>
<p>Es gibt interessante Studien, die zeigen, dass wir andere Menschen selbst dann zu einem gewissen Grad genau einschätzen können, wenn diese gar nicht anwesend sind: zum Beispiel haben amerikanische Forscher um Sam Gosling herausgefunden, dass ein Blick in das Büro oder Schlafzimmer oder auch die Kenntnis der Musikpräferenzen für genaue Persönlichkeitsurteile ausreicht.</p>
<p>In einer vorherigen Studie konnten wir zeigen, dass wir uns selbst anhand der E-Mail-Adresse unseres Kommunikationspartners einen Eindruck von dessen Persönlichkeit bilden und dieser Eindruck auch ein Körnchen Wahrheit beinhaltet.</p>
<p>Heutzutage findet ein Großteil der Kommunikation junger Menschen über internetbasierte soziale Netzwerke wie StudiVZ statt. Es ist aber immer noch kaum verstanden, was Online-Profile auf sozialen Netzwerken über uns aussagen und wie Kommunikation in sozialen Netzwerken funktioniert.</p>
<p>Deshalb stellt sich die spannende Frage: Können wir andere nur anhand ihrer StudiVZ-Profile genau beurteilen oder sind unsere Eindrücke durch idealisierte Selbstdarstellungen von Seiten der Profilbesitzer verzerrt?</p>
<p><strong>Was haben Sie gemacht?</strong></p>
<p>Wir haben insgesamt 236 Profilbesitzer in Deutschland und in den USA untersucht. Die Profilbesitzer stellten uns ihre StudiVZ- bzw. Facebook-Nutzerprofile zur Verfügung und füllten einen Fragebogen zur Messung ihrer tatsächlichen Persönlichkeitseigenschaften sowie ihrer idealisierten Selbstbilder (d.h. die Vorstelungen davon, wie sie gerne wären) aus.</p>
<p>Unabhängige Beurteiler betrachteten die Nutzerprofile und schätzten die unbekannten Personen bezüglich der gleichen Eigenschaften ein. Die spontanen Eindrücke wurden dann mit den tatsächlichen Persönlichkeitseigenschaften sowie mit den idealisierten Selbstbildern der Profilbesitzer verglichen.</p>
<p><strong>Was haben Sie herausgefunden?</strong></p>
<p>Es zeigte sich, dass Persönlichkeitseindrücke auf der Basis persönlicher Nutzerprofile in internetbasierten sozialen Netzwerken für alle untersuchten Persönlichkeitseigenschaften genau sind und nicht durch idealisierte Selbstdarstellung verzerrt werden.</p>
<p><strong>Ist das Ergebnis unerwartet?</strong></p>
<p>Die Ergebnisse haben uns selbst überrascht, weil sie der weitverbreiteten Meinung widersprechen, dass Online-Profile lediglich dazu verwendet werden, ein Ideal der eigenen Person zu präsentieren. Online-Profile vermitteln tatsächlich ein sehr genaues Bild der Profilinhaber.</p>
<p><strong>Welche Eigenschaften können anhand der Online-Profile besonders gut und welche eher schlecht eingeschätzt werden?</strong></p>
<p>Die Genauigkeit der Urteile war am höchsten für Extraversion und Offenheit für Erfahrungen. Die fremden Beurteiler konnten also am besten einschätzen, wie sehr die Profilinhaber soziale Kontakte mögen, aus sich rausgehen, kommunikativ und gesellig sind (Extraversion) und wie sehr Profilinhaber neue Erfahrungen und Eindrücke schätzen, phantasievoll, originell sind und Interesse an künstlerischen Erfahrungen haben (Offenheit).</p>
<p>Neurotizismus, also die Tendenz, sich oft Sorgen zu machen, leicht nervös und unruhig zu werden und stressanfällig zu sein, konnte nicht so gut eingeschätzt werden. Das passt zu Untersuchungen in anderen sozialen Kontexten, die zeigen, dass diese Eigenschaften generell sehr schwer einzuschätzen ist.</p>
<p><strong>Warum nutzen Personen Online-Profile nicht zur Selbstidealisierung?</strong></p>
<p>Zum einen, weil sie wahrscheinlich kein starkes Bedürfnis dazu haben, sich zu verstellen oder zumindest ein stärkeres Bedürfnis, sich so zu zeigen, wie sie sind und ihrem wahrem Selbst Ausdruck verleihen zu können.</p>
<p>Zum anderen, ist es sehr schwierig sich auf Online-Profilen zu verstellen. Viele Informationen auf dem eigenen Profil kommen von anderen Personen des sozialen Netzwerks (z.B. Pinnwandbeiträge) und diese Sozialpartner geben Feedback zur eigenen Selbstdarstellung. Man kann nicht einfach hunderte neue Bekannte oder zahlreiche Fotoalben von Partys erfinden, um sich möglichst extravertiert darzustellen – diese sind entweder vorhanden (weil man extravertiert ist) oder nicht (weil man es nicht ist).</p>
<p><strong>Was sind die wesentlichen Erkenntnisse?</strong></p>
<p>Zunächst räumen unsere Ergebnisse mit einem verbreiteten Vorurteil auf: Online-Profile werden nicht genutzt, um sich eine verfälschte, idealisierte virtuelle Identität zu erschaffen; stattdessen werden sie genutzt, um Persönlichkeitseigenschaften auszudrücken und gegenüber anderen Nutzern zu kommunizieren, wie wir sind.</p>
<p>Das könnte in zweierlei Hinsicht zur Beliebtheit internetbasierter sozialer Netzwerke beitragen: Erstens können  Nutzer einander informieren, wer sie sind und damit dem Bedürfnis nachkommen, von anderen wahrgenommen zu werden. Zweitens verlassen sich Betrachter der Profile auf die Informationen, die sie den Profilen entnehmen. Das fördert das Vertrauen in solche Online-Netzwerke und begünstigt deren Nutzung für echte soziale Interaktionen.</p>
<p>Die Studie bestätigt außerdem den wichtigen Einfluss der Persönlichkeit auf unser alltägliches Leben: Ob es nun unsere Sprache, unsere Kleidung, unser Verhalten, unsere E-Mail-Adresse, unser Büro oder Schlafzimmer, unser Musikgeschmack oder unser Online-Profil ist – überall spiegelt sich unsere Persönlichkeit wider.</p>
<p><strong>Wie geht es weiter? Was sind ihre nächsten Fragestellungen?</strong></p>
<p>Wir möchten noch genauer verstehen, wie Kommunikation und gegenseitige Wahrnehmung in sozialen Netzwerken funktioniert und dafür die Rolle einzelner Profilelemente wie Profilfoto, Interessen, Selbstbeschreibung, Pinnwand, Gruppenlisten etc. unter die Lupe nehmen.</p>
<p>Außerdem sind wir daran interessiert, wie in sozialen Netzwerken langfristig Beziehungen entstehen und sich entwickeln. Hierbei wollen wir analysieren, wie die eigene Persönlichkeit andere Personen beeinflusst und umgekehrt wie das Feedback anderer Personen auf die eigene Persönlichkeit einwirkt.</p>
<p>In zukünftigen Untersuchungen wollen wir schließlich auch vergleichen, wie sich soziale Prozesse online von solchen offline (also in der direkten Begegnung) unterscheiden.</p>
<p>Es ist zu vermuten, dass einige der in offline Netzwerken wichtigen Verhaltensweisen (z.B. expressives Handeln/Lächeln) auch in Online-Netzwerken eine Rolle spielen. Für berufliche Netzwerke können weitere Prozesse ins Spiel kommen, weshalb man mit Verallgemeinerungen warten sollte bis es hierzu Studien gibt.</p>
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		<title>So einfach wie Strom &#8211; Netzbewegendes 2009, 2010ff.</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Dec 2009 15:21:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tspe</dc:creator>
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		<description><![CDATA[
Was war das für ein Jahr! Dramatische Entwicklungen  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_592" class="wp-caption aligncenter" style="width: 590px"><a rel="attachment wp-att-592" href="http://cluetrainpr.de/index.php/so-einfach-wie-strom-netzbewegendes-2009-2010ff/zukunft_1/"><img class="size-full wp-image-592" title="Auch in Zukunft wird es Fahrräder geben: Ein Bild von Rufus Gefangenen." src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2009/12/zukunft_1.jpg" alt="zukunft_1" width="580" height="320" /></a><p class="wp-caption-text">Auch in Zukunft wird es Fahrräder geben: Ein Bild von Rufus Gefangenen.</p></div>
<p style="text-align: left;">Was war das für ein Jahr! Dramatische Entwicklungen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft hielten uns 24/7 an 12 Monaten in Atem. Ganze Banken gingen in Staatsbesitz über, Automobilkonzerne stehen vor dem Aus, altehrwürdige Traditionsunternehmen sind verloren. Die Deutsche Bahn verlor ihren so populären wie umstrittenen Lenker Mehdorn, der es im Februar als &#8220;Blogwart&#8221; auf die Titelseite der Tageszeitung geschafft hatte. Ursache dafür war einer von gleich mehreren Datenskandalen, die uns daran erinnerten, dass Unternehmen viel zu viel über uns wissen und wissen wollen.</p>
<p>Im Sommer gingen im Iran Menschen aller Klassen und jeden Alters auf die Straße, um sich für ihren Traum von einer offeneren Gesellschaft zu Tode prügeln zu lassen. Millionen sahen Neda sterben, Millionen solidarisierten sich mit den Verzweifelten. Noch zu Beginn des Jahres war die Welt voller Euphorie, als Barack Obama als neuer Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika vereidigt wurde. Am Ende dieses Jahres schauen wir nach Kopenhagen und verzweifeln über die Lenker der Welt, die es offenbar nicht schaffen, sich angesichts der drohenden Klimakatastrophe auf ein gemeinsames Maßnahmenpaket zu einigen.<span id="more-586"></span>Michael Jackson starb. Patrick Swayze war für wenige Stunden vor ihm tot &#8211; die Todesmeldung war ein Internet Meme, das am 19. Mai auch die Redaktionen von Bild und Co. ereilte und es als Falschmeldung in die Massenmedien schaffte. Vier Monate später starb Swayze tatsächlich. Es war auch das Jahr des großen Blattsterbens. Jeden Monat wurde die Einstellung von ein Dutzend Titeln verkündet. Die Diskussionen zwischen Verlegern und Apologeten der &#8220;Kostenloskultur&#8221; Internet bekam immer neue Impulse durch ihre Protagonisten, etwa Burda und Döpfner.</p>
<p>Bei der Wahl des Bundespräsidenten kam es zum Eklat, weil das Ergebnis noch vor der offiziellen Bekanntgabe via Internet verbreitet wurde. Die ehemalige Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen erreichte als &#8220;Zensursula&#8221; traurige Berühmtheit. Ihren Vorstoß, Kinderpornographie im Netz durch Zensur zu bekämpfen, wollten über 130.000 Unterzeichner einer E-Petition verhindern. Mit dem Ende der großen Koalition ist das geplante <a id="aptureLink_pNqffNLduZ" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zugangserschwerungsgesetz">Zugangserschwerungsgesetz</a> jedoch vom Tisch.</p>
<p>U2 zeigten ihr Konzert in L.A. kostenlos einem weltweiten Millionenpublikum &#8211; via YouTube. Nur das deutsche Publikum schaut in die Röhre &#8211; wegen Rechtsstreitigkeiten zwischen dem Videoportal und der GEMA. Chris Anderson veröffentlichte die Erstausgabe seines Buches &#8220;<a id="aptureLink_zZYrg4IVmm" href="http://www.amazon.de/gp/product/3593390884?tag=apture-20">Free</a>&#8221; unter anderem kostenlos &#8211; via Google Books. Der Amazon Kindle kam nach Deutschland. Palm erhob sich in den Smartphone-Himmel wie Phönix aus der Asche. Google Wave verzauberte die Kommunikationsbranche. Twitter. Facebook. Foursquare. Latitude. Square. <a href="http://tspe.posterous.com/kerner-seibert-und-kronzucker-schwatzen-uber" target="_blank">Kerner</a>. Und, und, und&#8230;</p>
<p>Ach, und erinnert sich noch jemand an das <a href="http://internet-manifest.de/" target="_blank">Internet-Manifest</a>?</p>
<h3>Was kommt?</h3>
<p>Was 2010 bringen wird? Keine Ahnung. Nur eins ist sicher: Auch das nächste Jahr wird am Ende wieder voller Geschichten stecken, über Menschen, Ereignisse und Ideen. Natürlich wird auch unser liebstes Kind wieder eine wichtige Rolle spielen: Das Internet. Diese Weisheit ist jedoch banal. Denn, auch wenn die Vorschau auf 2010 den Auguren unter den Beratern überlassen bleibt, die langfristige Entwicklung ist eindeutig:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="580" height="470" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/9G8P0YWd_kU&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="580" height="470" src="http://www.youtube.com/v/9G8P0YWd_kU&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Das Internet wird in den nächsten Jahrzehnten vor allem eins: Infrastruktur für eine prosperierende Ökologie. So, wie uns Strom im alltäglichen Leben begleitet, ja uns dieses erst ermöglicht, wird das Internet Grundlage sein für alle möglichen Dinge jenseits von Websites. Internet of things, location based services, TV und Radio &#8211; in Zukunft wird der Nutzen in den Vordergrund treten, die paketvermittelte Übertragung wird eine Selbstverständlichkeit sein mit so viel Sex-Appeal wie &#8211; Strom.</p>
<p>Bis dahin wird es noch viele Aufreger geben, noch mehr Applikationen und Services und vor allem immer wieder die Kontroverse, was uns Menschen diese neue Form der Vernetztheit kostet und welche Chancen sie birgt. Es werden andere Themen in den Vordergrund treten. Etwa die (kostenlose) Breitbandversorgung von Entwicklungsländern, die Versorgung von Millionen Kindern auf dem afrikanischen Kontinent mit Zugängen zum Netz und Online-Lernmaterialien. Das Netz wird internationaler, Domains in Landessprache werden den riesigen Pool der Netzadressen <a href="Vorbereitung einer Präsentation geeigneter Social Media Maßnahmen für den Rhein-Main Verkehrsverbund. Recherche von zielgruppenorientierten Kerndaten der relevanten Services, branchennahen Fallbeispielen, Zusammenstellung facts &amp; figures, Entwicklung einer Dramaturgie, Umsetzung als Präsentation. Konzeption einer kurzen Einführung in das Thema Social Media." target="_blank">bereichern</a>, aber auch Verwirrung stiften.</p>
<p>Die Unterscheidung von Online und Offline wird für Medienschaffende und Werbeindustrie nicht mehr zu halten sein. Alles wird Online. Aber nicht alles wird Website. Und wenn eins sicher ist, dann das: Auch in Zukunft werden einige Berater immer die richtigen Antworten und 10 besten Tipps zu allem und jedem haben.</p>
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		<title>Kant for Business &#8211; Der Kategorische Imperativ 2.0 Beta</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Sep 2009 14:21:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tspe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ideen]]></category>
		<category><![CDATA[kant]]></category>
		<category><![CDATA[kategorischer imperativ]]></category>
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		<description><![CDATA[

Vor nicht ganz 225 Jahren formulierte Kant seinen K [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_523" class="wp-caption aligncenter" style="width: 590px"><a rel="attachment wp-att-523" href="http://cluetrainpr.de/index.php/kant-for-business-der-kategorische-imperativ-2-0-beta/arbeit/"><img class="size-full wp-image-523" title="arbeit" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2009/09/arbeit.jpg" alt="Wie sag ich's dem Kollegen? | Ein Foto von angermann" width="580" height="320" /></a><p class="wp-caption-text">Wie sag ich&#39;s dem Kollegen? | Ein Foto von angermann</p></div>
<p>Vor nicht ganz 225 Jahren formulierte Kant seinen <a id="aptureLink_dHLl3Cabq4" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorischer%20Imperativ">Kategorischen Imperativ</a>, den Entwurf einer universellen Ethik: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“</p>
<p>Die volkstümliche Variante ist als <a id="aptureLink_YJVp1J6tFF" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Goldene%20Regel">Goldene Regel</a> bekannt und gehört zu den Urformen menschlicher Verhaltensweisen in einer Gemeinschaft: &#8220;Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden möchtest!&#8221;</p>
<p>Passend dazu ein Zitat aus der E-Mail eines geschätzten Arbeitnehmers: &#8220;Selten sehe ich Mails mit der Kennzeichnung Prio niedrig. Üblicherweise brennen mir die Augen vor roter Farbe und Ausrufezeichen.&#8221; Niemand lässt sich gerne unter Druck setzen. Aber wer im Beruf bestimmte Aufgaben als wichtig wahrnimmt, möchte, dass die Kollegen diese ebenfalls priorisieren &#8211; asap!!!!! Die Goldene Regel scheint im beruflichen Alltag nicht zu funktionieren.</p>
<p>Warum ist das so?</p>
<p><span id="more-500"></span></p>
<p>Der Kategorische Imperativ ist eine Richtschnur für die Ausgestaltung der sozialen Beziehungen. Die erfolgreiche Anwendung ist allerdings dem menschlichen Willen unterworfen. &#8220;Das, was außer der Vernunft noch seinen [<em>Anm.: der Mensch ist gemeint</em>] Willen bestimmt, sind nach Kant die Neigungen, Komponenten unserer sinnlichen Veranlagung, die auf dem „Gefühl der Lust und Unlust beruhen“&#8221;, so <a id="aptureLink_nGwYnSW7Xo" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorischer%20Imperativ#Der_menschliche_Wille_als_Adressat_des_kategorischen_Imperativs">Wikipedia</a>.</p>
<p>Lust auf Arbeit? <a href="http://www.ifak.com/de/ifak-jubil-um/motivation-und-engagement-am-arbeitsplatz-sinken.html" target="_blank">Das IFAK-Institut will herausgefunden haben</a>, dass nur noch 12 % der Arbeitnehmer sich ihrem Arbeitgeber verpflichtet fühlen und mit Motivation und Engagement bei der Ar­beit sind. Dagegen sollen 24 % bereits innerlich gekündigt haben. <a href="http://www.mjn.de/fhhdik/info-ursachen.php" target="_blank"></a></p>
<p><a href="http://www.mjn.de/fhhdik/info-ursachen.php" target="_blank">Gründe für die Innere Kündigung</a> gibt es viele, sagen die Professoren Brinkmann und Stapf, die das Phänomen erforschen. Sie können im direkten Arbeitsumfeld zu finden sein, aber auch in der Organisation oder innerhalb gesellschaftlicher Veränderungsprozesse. In jedem Fall liegt eine Diskrepanz vor zwischen dem Willen eines Arbeitnehmers und der Situation, in der er sich befindet. Wer nicht mehr will, fühlt sich auch nicht verpflichtet.</p>
<h3>Die Pflicht ruft und alle hören weg</h3>
<p>Für Kant ist die Pflicht ein zentraler Aspekt des kategorischen Imperativs: Wem das Gewissen gebietet, auf eine bestimmte Weise zu handeln, hat auch die Pflicht, so zu handeln. Bei 12 % der Arbeitnehmer ist dieses Pflichtgefühl deckungsgleich mit den Zielen des Arbeitgebers. Der Rest weicht davon ab oder verweigert sich sogar. Für die Mehrheit gibt es offensichtlich keine subjektiven Grundsätze, die den Anforderungen des Arbeitgebers entsprechen. Oder die Anforderungen des Arbeitgebers sind unklar, wie Brinkmann und Stapf erklären:</p>
<blockquote><p>&#8220;Für Mitarbeiter wie Führungskräfte fehlt es dann an Leitlinien, Grundprinzipien und Normen, kurz: an einer Unternehmensvision.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wo solche Wertesysteme fehlen oder nicht gelebt werden, ist es schwer, einen lebendigen Austausch der sozialen Währungen zu etablieren. &#8220;Wir haben gelernt, dass menschliche Bedürfnisse nach Lebensqualität, Ethik und Würde häufig in den privaten Bereich verlagert werden. Somit werden die sozialen Kontakte im Privatleben meist ehrlicher wahrgenommen als Geschäftsbeziehungen. Hier kann man Mensch sein&#8221;, bestätigt <a href="http://www.kessels-smit.com/info.pl/de/learning_company/288" target="_blank">Maren Hessler</a>, Partnerin bei Kessels &amp; Smit, The Learning Company.</p>
<blockquote><p>&#8220;Unternehmen und Behörden sind zwar organisiert, zumeist aber ohne Kultur. In der Tat ließe sich von einer  Organisations­<strong>un</strong>­kultur sprechen, bestenfalls von einer primitiven Kultur (in neu­erer be­triebs­wirt­schaft­licher Standard­literatur wird von <a id="aptureLink_jatyxiRgtY" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Organisationskultur#Starke_und_schwache_Kulturen">schwacher Kultur</a> gesprochen).&#8221;, konstatiert Gerald Brozek in <a href="http://hyperkontext.at/weblog/artikel/mythos-organisationskultur-pathos-social-web-teil1/" target="_blank">seinem Blog</a>.</p></blockquote>
<p>Dementsprechend ist auch die Wahrnehmung von Kollegen und Geschäftskontakten eine andere als bei sozialen Kontakten aus dem Privatleben. Wenn das Employer Branding eines Unternehmens fast ausschließlich über aalglatte Stock-Bilder schöner Menschen transportiert wird, entsteht zudem ein erwartetes Arbeitsumfeld, das der Realität nicht standhält.</p>
<p>Maren Hessler fasst zusammen: &#8220;Werbeanzeigen sind sichtbar gewordene Glaubenssätze, mit denen wir aufwachsen. Die Gesellschaft und unser unmittelbares Umfeld lehren uns von klein auf markante und prägende Botschaften, wie z.B. &#8220;Business-People tragen immer dunkle Anzug, weißes Hemd und Krawatte.&#8221; oder &#8220;Business-People arbeiten mindest 60 Stunden in der Woche.&#8221; Erst wenn wir aufhören, uns unsere Business-Wirklichkeit zu konstruieren und beginnen, unser Business-Drehbuch neu zu schreiben, werden die echten Arbeitnehmer eine ehrliche Chance in den Werbeanzeigen haben. Die alles entscheidende Frage lautet: Was können wir selbst dazu beitragen, damit die Werbeanzeigen anders werden?&#8221;</p>
<h3>Echte Jobs für echte Menschen</h3>
<p>Die glatte Fassade der Unternehmen bröckelt schon &#8211; dank dem Social Web. Wenn Mitarbeiter sich in Social Networks beteiligen, werden sie greifbar und begreifbar. Sie tragen dazu bei, dass Unternehmen transparenter erscheinen und Unternehmenskultur erlebbar wird. So zum Beispiel im <a href="http://blog.daimler.de" target="_blank">Mitarbeiter-Blog von Daimler</a>. Jenseits der One-Voice-Policy und den Nachrichten aus einer künstlichen Welt sind diese Mitarbeiter Botschafter des &#8220;echten&#8221; Unternehmens, im Guten wie im nicht so Guten.</p>
<p>Auch ist der Umgang in öffentlichen Netzwerken ein anderer. &#8220;Unternehmen arbeiten hierarchisch, das Netz nicht&#8221;, bestätigt Horst Ellermann <a href="http://www.cio.de/news/cionachrichten/899045/index.html" target="_blank">im Editorial des aktuellen CIO Magazins</a>. Dort werden die Regeln des Sozialverhaltens nicht vom Arbeitgeber gemacht, sondern von den Menschen, die diese Netzwerke nutzen. Dank dieses Freiheitsgrades in den Netzwerken ist der Kategorische Imperativ als Ratgeber für die Interaktion die erste Wahl. Es zeigt sich, dass vor allem kooperatives Verhalten in den Netzwerken belohnt wird.</p>
<p>Wo sich im Unternehmen ähnliche Strukturen auf der Grundlage des respektvollen und kollegialen Umgangs miteinander etablieren, ist die Bildung kooperativer Teams eher möglich. Ein entscheidender Faktor ist dabei die Wertschätzung, so Maren Hessler:</p>
<blockquote><p>&#8220;Wertschätzung ist neben Struktur und Stimulation eines der drei elementar wichtigsten Grundbedürfnisse in beruflichen Beziehungen. Diese Erkenntnis hatte schon in den 60er Jahren der Begründer der Transaktionsanalyse Eric Berne. Wenn die o.g. drei Dimensionen gegeben sind, gibt es wenige Energieverluste. Unterstützend haben wissenschaftliche Studien von René A. Spitz (1887-1970) gezeigt, dass Säuglinge sterben, wenn sie keine Zuwendung erhalten. Was dies für Organisationen bedeutet, liegt auf der Hand. Erhalten Mitarbeiter keine Anerkennung und Wertschätzung, werden sie zwangsläufig krank. Die stark ansteigenden psychosomatischen Erkrankungen, wie Burnout und Depressionen, sprechen für sich.&#8221;</p></blockquote>
<h3>Und jetzt?</h3>
<blockquote><p>&#8220;In Anlehnung an die <a id="aptureLink_3jdBWq84P3" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jean-Jacques%20Rousseau#Politische_Philosophie">politische Philosophie von <span lang="fr" xml:lang="fr">Rousseau</span></a> lässt sich feststellen, dass der Feudalismus bloß von der gesellschaftlichen Ebene in die Unternehmen verlagert wurde und dort nach wie vor fröhliche Urständ’ feiert.&#8221;, schreibt Gerald Brozek.</p></blockquote>
<p>In vielen Unternehmen führt der, durch die starre Hierarchie bedingte, innerbetriebliche Wettbewerb um Ressourcen und Anerkennung zu ausgeprägtem Konkurrenzdenken. Projekte erhalten politischen Charakter, weil sie eine bestimmte Abteilung in ein gutes Licht rücken, was einer anderen Abteilung missfällt. Dementsprechend werden Kooperationsanfragen sabotiert. Nicht wenige Menschen werden zu &#8220;Aktivposten&#8221;, zu &#8220;Humanressourcen&#8221;, die die Goldene Regel am Unternehmenseingang gegen das mentale Faustrecht eintauschen. In seiner hässlichsten Form äußert sich das im Mobbing. Grotesk, denn eigentlich arbeiten alle Mitarbeiter für das selbe Unternehmen und (nominell) die selben Ziele. Wer denkt, starre Hierarchien und das Forcieren des Wettbewerbs werde die Mitarbeiter langfristig zu mehr Leistung motivieren, täuscht, meint Maren Hessler:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich bin überzeugt davon, dass es einen Paradigmenwechsel geben muss und geben wird. Besonders junge Menschen haben kein Interesse mehr daran, in den alten Managementsystemen Gehorsam zu üben. Ganz im Gegenteil. Sie wollen mitreden, ihr Wissen einbringen und Initiative nehmen. Wenn aber Wissen freigesetzt werden soll, benötigen Menschen Freiheit und Vertrauen. Und dies funktioniert nicht, wenn das Management die Entscheidungen trifft. Denn dann bleibt das Wissen brach liegen und die Organisation verdummt. Somit ist die Veränderung von Unternehmensstrukturen eine logische Konsequenz aus der Notwendigkeit, intelligente Menschen anzuziehen und wettbewerbsfähig zu bleiben. Unternehmen und Menschen, die sich nicht verändern, werden wegen Dummheit schließen müssen.&#8221;</p></blockquote>
<p><em>Für diesen Text stand mir <a href="http://www.kessels-smit.com/info.pl/de/learning_company/288" target="_blank">Maren Hessler</a>, systemische Beraterin und Partnerin bei Kessels &amp; Smit, Rede und Antwort. </em><em>Herzlichen Dank dafür, Maren! </em><em>Außerdem schreibt sie zusammen mit Kollegen im sehr lesenswerten <a href="http://shifthappens.de" target="_blank">Shift-happens-Blog</a>. Ich schätze Maren für ihre menschliche Perspektive und ihren analytischen Weitblick. Hiermit möchte ich sie ausdrücklich als Beraterin empfehlen. </em></p>
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		<item>
		<title>Von Manifesten und der Entdeckung des Menschen</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Sep 2009 16:48:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tspe</dc:creator>
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		<description><![CDATA[


Das Internet. Unendliche Weiten. Heimat sozialer  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_482" class="wp-caption aligncenter" style="width: 590px"><img class="size-full wp-image-482" title="time_square" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2009/09/time_square.jpg" alt="time_square" width="580" height="320" /><p class="wp-caption-text">Look mom, it&#39;s... the internets! | Foto: Bikoy</p></div>
<p style="text-align: center;">
<p>Das Internet. Unendliche Weiten. Heimat sozialer Biotope und verschrobener Kulturen, die erst noch erforscht werden wollen. Spielplatz enthusiastischer Entdecker, die jedes neue Stück Land kartographieren, katalogisieren und einer Bedeutung zuführen. Goldgrube für rechtschaffene Kaufleute und zwilichtige Gesellen. Vision genialer Tycoons mit großen Plänen.</p>
<p>Es herrscht Aufbruchstimmung. Wieder einmal. Und ein <a id="aptureLink_ZIAUfxu9mI" href="http://www.internet-manifest.de/">Internet-Manifest</a> will die Menschen aufrütteln. Wieder einmal.</p>
<p><span id="more-478"></span></p>
<h3>Eine kleine Geschichte des Internets</h3>
<p>Nach dem Platzen der ersten <a id="aptureLink_zpNLWE8YGL" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dotcom-Blase">Internet-Blase</a> um die Jahrtausendwende durchläuft das Netz eine Metamorphose und erfindet sich als <a id="aptureLink_8Egcwo2avN" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Web%202.0">Web 2.0</a> neu. Social Networks, Blogs und Real-time-lifestreams holen die Menschen ins Netz und appellieren an ihre Kreativität, Intelligenz und Leidenschaft. Soziale Beziehungen zwischen Menschen, die sich noch nie im Leben begegnet sind, werden Realität. Das Internet ermöglicht heute jedem Nutzer das Bereitstellen, Auffinden und Verarbeiten von Informationen. Möglicherweise bleiben dabei Relikte aus dem letzten  Jahrtausend, wie etwa das Urheberrecht in seiner jetzigen Form, auf der Strecke.</p>
<p>Damit haben Verlage und Medienhäuser ein Problem. Insbesondere der Verleger <a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E5A9CAF508685453EB782013BE79E9C91~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Hubert Burda</a> versteigt sich in eine abstruse Beweisführung für das Schlechte der sogenannten &#8220;Kostenlos-Kultur&#8221; im Internet. In einer gemeinsamen <a href="http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E99C35A8859434BD7AFC3B486CCF5FB5C~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Hamburger Erklärung</a> schelten große deutsche Verlage und die dpa den angeblich &#8220;rechtsfreien&#8221; Status des Internets und fordern den Schutz des geistigen Eigentums, um ihren Qualitätsjournalismus sichern zu können.</p>
<p>Dagegen wehren sich nun 15 Autoren, darunter namhafte Journalisten wie <a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=2203" target="_blank">Thomas Knuewer</a> und <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/internet-manifest/" target="_blank">Stefan Niggemeier</a>, mit einem Internet-Manifest. In aller Deutlichkeit zählen sie auf, welche Veränderungen die Kulturtechniken des Internets vom modernen Jornalismus abverlangen. Nicht mehr und nicht weniger. Die Reaktionen sind jedoch keinesfalls nur euphorisch. Dennoch löst das Manifest <a href="http://www.zeit.de/newsticker/2009/9/8/iptc-bdt-20090908-404-22332482xml" target="_blank">ein Beben</a> aus.</p>
<h3>Das Manifest, das keines war</h3>
<p>Im Wesentliche gibt es in der deutschen Blogosphäre drei Kritikpunkte an dem Manifest:</p>
<ol>
<li>Das Manifest ist eigentlich gar kein Manifest. Oder, wie <a href="http://spiegelkritik.de/?p=770" target="_blank">Spiegelkritik</a> sagt, &#8220;es ist kein Manifest von Hungernden und Dürstenden, von Menschen, die für sich Veränderung wollen, wie das bei allen wirkmächtigen Manifesten der Fall war, sondern es sind die Klugheiten von Satten, von Wissenden.&#8221;</li>
<li>Das Manifest postuliert das Gemeinsame, Partizipative und die neuen Öffentlichkeiten im Web &#8211; und wurde im Gegensatz dazu von den 15 Autoren unter Ausschluss der Öffentlichkeit verfasst.</li>
<li>Für viele Kritiker ist das Manifest eine Ansammlung von Allgemeinplätzen, die schon seit dem <a href="http://cluetrain.com" target="_blank">Cluetrain-Manifest</a> bekannt sind. Inhaltlich lassen sich zahlreiche Details in Frage stellen und kritisieren. Beispielhaft ist hier <a href="http://the-gay-bar.com/index.php?/archives/329-Internet-Manifest/" target="_blank">tantes Blog</a>.</li>
</ol>
<p>Ihr Ziel haben diese 15 Desperados der Blogosphäre jedoch erreicht: Alle großen (Online-) Medien berichten über ihre Initiative und die Diskussion in der Blogosphäre ist in vollem Gange. Mittlerweile wurde das Manifest in acht Sprachen übersetzt. Dem Journalismus kann diese Debatte nur gut tun.</p>
<h3>Eigentlich geht es um etwas ganz anderes</h3>
<p>Das Manifest ist als Konter der Hamburger Erklärung gut. Ein Manifest ist es allerdings tatsächlich nicht. Während das Cluetrain-Manifest die Unternehmen mit der unangenehmen Wahrheit konfrontierte, dass man in Zukunft nicht mehr auf ihre Art der Kommunikation angewiesen sei, erklärt das Internet-Manifest den Journalisten, wie sie zukünftig ihre Arbeit tun sollen. Das Internet-Manifest ist kein Akt der Emanzipation, sondern ein Appell.</p>
<p>Es richtet sich an den Journalismus, weshalb die Bedeutung für den Rest von uns nicht allzu groß ist. Dennoch nennt es sich Internet-Manifest. Aber das ist egal. Denn die partizipativen Entwicklungen im Netz, mit all ihren Ausprägungen, werden weiter gehen und die Konfliktlinien bleiben bestehen, bis die ersten großen Verlage, Regierungen und Organisationen überlaufen.</p>
<p>Das entscheidende Momentum für diese Veränderungen ist der Mensch, nicht das Internet. Letztendlich ist das Internet kein Medium oder Kanal. Es ist ein technologisches Netzwerk, dass Menschen miteinander verbindet. Hinter jedem Bildschirm sitzt ein Mensch mit einem konkreten Bedürfnis. Das Internet ist lediglich Mittel zum Zweck. Die eigentlichen Mehrwerte entstehen in den Köpfen, Herzen und auf den Bankkonten der Menschen. Ein Zitat von Mark Zuckerberg, <a href="http://www.buzzmachine.com/2007/06/11/guardian-column-facebooks-genius/" target="_blank">das Jeff Jarvis widergab</a>, passt hier sehr gut:</p>
<blockquote><p>&#8220;At Davos this year [2007], a powerful newspaper publisher beseeched Mark Zuckerberg, the young founder of the hugely successful social network Facebook, for advice on how he could build and own his community. The famously laconic Zuckerberg replied “You can’t.”&#8221;</p></blockquote>
<p>Sein Argument: Communities können nicht erschaffen werden, sie existieren bereits. Social Software bietet lediglich eine Form der eleganten Organisation dieser Netzwerke. Internet-Applikationen helfen uns bei der Organisation unseres Tagesablaufs und stellen Dienstleistungen für fast alle Belange bereit. Aber sie sind immer Ergebnisse von Ideen, die vorher in der Welt waren. Wie zum Beispiel die Idee von schwulen und lesbischen Daimler-Mitarbeitern, ohne sexuelle Diskriminierung und Angst leben zu können. Das vielbeachtete &#8220;Outing&#8221; des schwul-lesbischen Netzwerks <a href="http://blog.daimler.de/2009/09/08/schwul-lesbisches-mitarbeiternetzwerk-gld-gegruendet/" target="_blank">im Daimler-Blog</a> ist ein Ergebnis dieser Idee.</p>
<p>Ein echtes Manifest wäre die Manifestation einer fundamentalen Idee. Etwa die Emanzipation einer vernetzten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Weltgesellschaft" target="_self">Weltgesellschaft</a> von nationalstaatlicher Kontrolle. Eine Idee, die nur über einen hohen Grad an Vernetzung über Kontinente hinweg möglich scheint. Die aber lohnt, weil der Wunsch nach Frieden, Freiheit und Glück in uns allen schlummert. Das wäre ein verrücktes Manifest, das so eine Vision einfordert. Aber es hätte auf alle Fälle mehr Relevanz als die Zustandsbeschreibung des Internets.</p>
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