Ereignisse


2
Nov 09

Als die Mauer 20 Jahre später fiel

Wir stehen hier nur so rum. Ein Foto von Thomas Brauner

Wir stehen hier nur so rum. Ein Foto von Thomas Brauner

Es war kalt an diesem Nachmittag. Der Winter kündigte sich mit scharfem Wind an. Das hinderte uns jedoch nicht daran, wieder auf die Straße zu gehen. 20 Jahre, nachdem unsere Eltern vergeblich versucht hatten, die Grenzen dieses Regimes einzureissen, wollten wir es heute erneut. Die Zeit war reif. Wir fürchteten uns nicht vor der Volkspolizei, die 1989 mit den tödlichen Schüssen auf friedliche Demonstranten vor dem Grenzübergang Bornholmer Straße die Proteste gewaltsam beendete.

Damals war die Welt nahe an einem 3. Weltkrieg und nur die Tatsache, dass Gorbatschow das Vorgehen der DDR-Führung nach zwei langen Stunden verurteilte, verhinderte die Eskalation.

In Folge der Ereignisse wurde die DDR zunehmend isoliert, ein Inselstaat zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den ehemaligen Bruderstaaten, die auf dem Weg in die Demokratie waren. Unsere Eltern waren überzeugt, dass das Ende des Regimes nur eine Frage der Zeit sei, aber es sollte noch 20 Jahre dauern.

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1
Sep 09

Putting the “KO” in JAKO

Ein böser Rückschlag. Foto: YariK | Quelle: Photocase

Ein böser Rückschlag. Foto: YariK | Quelle: Photocase

Der Sportartikelhersteller JAKO mahnt einen Blogger ab und macht Bekanntschaft mit dem Streisand-Effekt. Wie schon viele Firmen zuvor erlebt er nun den Zorn des Social Web. Die Web Evangelisten wollen für den Hashtag #jako eine Twitter-Reichweite von 73.180 unterschiedlichen, d.h. unique Followers, gemessen haben, was mit der Reichweite einer mittleren bis großen Lokalzeitung zu vergleichen sei.

JAKO ist unbestritten der Verlierer des Tages auf Twitter und in den Blogs. Ob die Geschichte den Sprung aus dem vormedialen Raum in die Massenmedien schafft, ist ungewiss. Präzedenzfälle dafür gibt es jedoch genügend. So wurde im Februar dieses Jahres aus dem getwitterten Hilfeersuch von Markus Beckedahl wegen einer Abmahnung der Deutschen Bahn die Titelstory der überregionalen Tageszeitung taz.

Nun ist der betroffene Frank Baade kein A-, sondern Sportblogger und JAKO ist auch nicht die Bahn, zu der die Hälfte der Deutschen ein durchaus gespaltenes Verhältnis hat. Nur, wer zukünftig im Netz nach JAKO sucht, wird unweigerlich die negativen Seiten des Unternehmens finden.

Wie muss ein Unternehmen eigentlich gestrickt sein, um solche PR-Gaus zu verhindern?

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12
Aug 09

Der Bundestag hat eine neue Website für das Internet der 90er

Da braut sich was zusammen. Ein Bild von Wolfgang Staudt.

Der Bundestag unter der Cloud. Ein Bild von Wolfgang Staudt.

Heute um 11.00 Uhr wurde in einer Pressekonferenz mit Bundestagspräsident Norbert Lammert der Website-Relaunch des Bundestags vorgestellt. Bei einer Website, die immerhin 4 Millionen Unique Visitors im Monat aufweist, ist einiges zu erwarten. Repräsentative Auftritte wie der des Weißen Hauses haben in letzter Zeit die Hoffnung genährt, die politische Klasse würde das Internet für sich entdecken und es für eine bürgernahe und partizipative Kommunikation nutzen.

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31
Jul 09

10.000 Follower über Normalnull – die Lufthansa setzt bei Twitter auf Masse statt Klasse

Über den Wolken ist die Luft dünner. Bild von realname

Über den Wolken ist die Luft dünner. Bild von realname

Die Deutsche Lufthansa setzt in der Online-Kommunikation als eines der ersten DAX-Unternehmen auf Twitter. Das ist nichts Neues. Am 12. Mai setzte die Airline ihren ersten Tweet ab:

“Follow Lufthansa: Dann weißt du es zuerst. Ab jetzt werktäglich Top-Angebote, Insider-Infos, exklusive Downloads, Tipps und News”

Lufthansa hielt Wort: Über den Lufthansa-Twitter wird vorwiegend Werbung verbreitet. Das macht der Konzern nicht selbst, sondern sein Dienstleister Pixelpark. Dementsprechend negativ fielen die Reaktionen aus der Blogosphäre aus, exemplarisch die Kritik von David Nelles und René Seifert. Katharina Gebhard fasste die Negativpunkte treffend zusammen:

“Man hat das Prinzip Twitters als Medium an sich nicht verstanden. Keine wechselseitige Kommunikation, kein Eingehen auf die Follower (bislang folgt der Account keinem einzigen seiner Anhänger) und durch den externen Schreiber erst recht auch keinerlei Authentizität.”

Es ist nicht so, dass Lufthansa die Kritik nicht beherzigt hätte. Mittlerweile folgt der Deutsche Kranich 45 anderen Twitter-Accounts, und auch der ein oder andere Dialog schleicht sich zwischen all die Werbung. Das ändert allerdings nichts am eigentlichen Ziel der Twitterkommunikation, schnell mehr Follower zu gewinnen, um eine größere Reichweite für die Werbebotschaften zu erhalten.

Dieses Ziel forciert die Lufthansa nun mit einer Verlosung: Wenn der Account @Lufthansa_DE bis zum 31. August 10.000 oder mehr Follower hat, werden unter diesen 10 x 2 Europaflüge und 100 Lufthansa Gutscheinen im Wert von je 50 € verlost.

Und dann?

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29
Jul 09

Nicht Nachrichten, sondern Revolution machen wir!

Nur noch eine Frage der Zeit: Der Sturz des Regimes.

Nur noch eine Frage der Zeit: Der Sieg der iranischen Opposition.

Die iranische Bevölkerung erhebt ihre Stimme. Vor einem Monat wurde aus ihrem Protest gegen den Wahlbetrug der Regierung Ahmadinedschad der blutige Versuch einer Revolution. Die Menschen werden ihr Ziel erreichen. Es ist lediglich eine Frage der Zeit. Unmöglich ist dagegen die Berichterstattung vor Ort. Die iranische Diktatur unterbindet jegliche Versuche ausländischer Journalisten, in Kontakt mit den Oppositionellen zu treten. Die Presseausweise iranischer Journalisten, die für ausländische Medien arbeiten, wurden für ungültig erklärt.

Dennoch erreichen uns seit Wochen eine Vielzahl von Mitteilungen, Bilder und Videos aus dem Iran. Zornige Demonstranten filmen mit ihren Handykameras und verbreiten die Videos über YouTube im Netz. Kurze Mitteilungen werden über Twitter ausgetauscht, längere Berichte werden auf Facebook und in Blogs veröffentlicht. Auf Flickr finden sich fast 8.000 Fotos, die mit dem Tag #Iranelection versehen sind, dem Label der Opposition.

Die verwackelten und unscharfen YouTube-Videos bebildern Abend für Abend die Berichte der westlichen Fernsehanstalten. Gestandene Journalisten wie Claus Kleber haben damit ein gewaltiges Problem.

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