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	<title>Cluetrain PR &#187; Ereignisse</title>
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	<description>Vom Zuhören und Mitreden.</description>
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		<title>Die ZONGO Limone Story &#8211; ein Insiderbericht</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Dec 2011 13:00:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tspe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ereignisse]]></category>
		<category><![CDATA[Mem]]></category>
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		<description><![CDATA[

12 Tage Wahnsinn. Das war ZONGO Limone, ein Mem, das eigentlich so bedeutend nicht war in der Medienlandschaft. Das jedoch zu einem so intensiven Erlebnis wurde, dass es ohne Mühen den Großteil meines Tages für sich vereinnahmte, fast zwei Wochen lang. Es hat großen Spaß gemacht.

Deshalb fällt auch die Retrospektive etwas größer aus - ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1412" class="wp-caption aligncenter" style="width: 590px"><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2011/12/zongo_clue.jpg"><img class="size-full wp-image-1412" title="zongo_clue" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2011/12/zongo_clue.jpg" alt="Kennen Sie ZONGO Limone?" width="580" height="320" /></a><p class="wp-caption-text">Kennen Sie ZONGO Limone?</p></div>
<p>12 Tage Wahnsinn. Das war ZONGO Limone, ein Mem, das eigentlich so bedeutend nicht war in der Medienlandschaft. Das jedoch zu einem so intensiven Erlebnis wurde, dass es ohne Mühen den Großteil meines Tages für sich vereinnahmte, fast zwei Wochen lang. Es hat großen Spaß gemacht.</p>
<p>Deshalb fällt auch die Retrospektive etwas größer aus &#8211; und hoffentlich unterhaltsam. <img src='http://cluetrainpr.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Vielen Dank an alle, die sich auf ZONGO Limone eingelassen haben, das Mem mit Leben füllten! Diese Geschichte ist unsere Geschichte. Um sie zu erzählen, eignet sich Storify vielleicht nicht am besten, ist aber am effizientesten in der Nutzung. Bitte habt ein wenig Geduld, wenn dieses Web 2.0 mal wieder etwas länger braucht beim Laden.</p>
<p><span id="more-1411"></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><script src="http://storify.com/tspe/die-zongo-limone-story.js?header=false&#038;border=false"></script><noscript><a href="http://storify.com/tspe/die-zongo-limone-story" target="_blank">View the story &#8220;DIE ZONGO LIMONE STORY&#8221; on Storify</a>]</noscript></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://cluetrainpr.de/?flattrss_redirect&amp;id=1411&amp;md5=a0158bc3428a172d57ebf6f812f212b3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://cluetrainpr.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Facebook II &#8211; The Empirie Strikes Back</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Sep 2011 16:13:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tspe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ereignisse]]></category>
		<category><![CDATA[f8]]></category>
		<category><![CDATA[facebook]]></category>
		<category><![CDATA[marktforschung]]></category>
		<category><![CDATA[research]]></category>

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		<description><![CDATA[

Mark Zuckerberg ist ein Genie. Er ist Visionär, Coder und Businesskasper in Personalunion. Und, wenn man dem sehr unterhaltsamen Film zum Network glauben darf, auch ein ausgemachter Zyniker. Als ob das nicht reichen würde, beherrscht er noch eine einzigartige Fähigkeit: Den Jedi-Mind-Trick.

Gestern - Facebook hatte zur f8 Developer Conference geladen - stand er auf ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1358" class="wp-caption aligncenter" style="width: 590px"><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2011/09/zuckerberg.png"><img class="size-full wp-image-1358" title="zuckerberg" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2011/09/zuckerberg.png" alt="Quo vadis, Zuck Dawg? Foto: adesigna | BY-NC-SA" width="580" height="320" /></a><p class="wp-caption-text">Quo vadis, Zuck Dawg? Foto: adesigna | BY-NC-SA</p></div>
<p>Mark Zuckerberg ist ein Genie. Er ist Visionär, Coder und Businesskasper in Personalunion. Und, wenn man dem sehr unterhaltsamen <a href="http://www.imdb.com/title/tt1285016/" target="_blank">Film zum Network</a> glauben darf, auch ein ausgemachter Zyniker. Als ob das nicht reichen würde, beherrscht er noch eine einzigartige Fähigkeit: Den <a href="http://www.youtube.com/watch?v=k1rlThKe1qo" target="_blank">Jedi-Mind-Trick</a>.</p>
<p>Gestern &#8211; Facebook hatte zur f8 Developer Conference geladen &#8211; stand er auf der Bühne, erzählte von der neuen Timeline, ihrer Funktion als &#8220;Lebens-Log&#8221; und dem erweiterten Open Graph. Ein Foto seines Hundes Beast ist zu sehen, als Cover der Timeline. Jay-Z ist zu hören, der Song rauscht durch den neuen Ticker. Aber da steht jetzt nicht mehr &#8220;Mark und Hinz &#038; Kunz gefällt das&#8221; &#8211; sondern &#8220;Mark hört gerade einen Song von Jay-Z&#8221;.</p>
<p>Später wird Chris Cox, Director of Product über &#8220;data as a narrative&#8221; <a href="http://www.readwriteweb.com/archives/live_blog_f8_keynote.php" target="_blank">sprechen</a>. Wie Informationen verarbeitet und strukturiert werden. &#8220;It is not just topics. There is nothing we love to summarize more than time itself.&#8221; Summarize &#8211; da hätte man aufhorchen können. Wenn nicht Zuckerberg diesen Jedi-Mind-Trick beherrschen würde, der alle Welt glauben lässt, es ginge bei Facebook II um die personenzentrierte Datenverarbeitung &#8211; von Nutzern und Werbern gleichermaßen.</p>
<p>Dabei interessiert sich Facebook einen Scheißdreck für die Nutzerdaten. Denn etwas sehr viel Wertvolleres, Macht versprechendes, gelangt mit dem Erfolg von Facebook II in unmittelbare Reichweite der Klauen von Zuckerberg und Co.</p>
<h3>
<p><span id="more-1342"></span></p>
<p>Pick Up the Pieces</h3>
<p>Die Tragweite dessen, was da vorgestellt wurde, ist in der (deutschen) Blogosphäre offenbar noch nicht angekommen. Da spricht man vor allem wieder über Werbung und Datenschutz, darauf ist Verlass. Stellvertretend <a href="http://www.indiskretionehrensache.de/2011/09/facebook-timeline-f8/" target="_blank">das Gesäusel von Social-Media-Berater Thomas Knüwer</a> in bekannter Entdecke-die-Möglichkeiten-Manier:</p>
<p>&#8220;Für Unternehmen mit Produkten wie Inhalten eröffnet das neue Möglichkeiten auf Facebook. Ihre Pages dürften sich ebenfalls bald ändern. Das bedeutet endlich mehr Möglichkeiten, den Facebook-Auftritt dem Firmend-Design anzunähern. Statt der drögen Info-Seite lässt sich dann die Historie einer Marke erzählen, alte Werbespots könnten zum Beispiel chronologisch integriert werden (&#8230;).<br />
Und: Für Verbraucher wird es leichter, Marken und Waren an Freunde zu empfehlen. Außerhalb digitalisierbarer Inhalte dürften Rabattcoupons und Testprodukte an Bedeutung gewinnen.&#8221;</p>
<p>Alles so schön bunt hier. Und fröhlich. Und harmlos. Und vorhersehbar. Zwar ist diese Hypothese bedauernswert kurz gesprungen, aber wenigstens versteht der durchschnittliche DMEXCO-Besucher, wovon Thomas da spricht.</p>
<p>Das wird bei Robert Basic nicht der Fall sein, dafür trifft dieser <a href="http://www.robertbasic.de/2011/09/facebook-groesste-semantikmaschine-der-welt/" target="_blank">mit seiner Einschätzung des Potentials</a> den Nagel auf den Kopf: &#8220;Was Facebook hier macht, bezeichne ich als größte Semantikmaschine der Welt. Es macht soziale Handlungen digital sichtbar, in einer weitaus größeren Dimension als es alle anderen Onlineanbieter bisher überhaupt je gewagt haben. Facebook verschafft sich über die Verben eine Möglichkeit, den User als Individuum und Mensch besser zu verstehen. Und eröffnet sich damit vom Service her, aber auch von der Wirtschaftlichkeit des Dienstes her eine komplett neue Dimension.&#8221;</p>
<p>Das ist der springende Punkt. Statusmeldungen enthalten plötzlich Normdaten. Analog zu den bekannten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Microformats" target="_blank">Microformats</a>, die Facebook seit Februar 2011 schon <a href="http://microformats.org/2011/02/17/facebook-adds-hcalendar-hcard" target="_blank">bei den Events nutzt</a>. Diese Daten lassen sich viel besser anaylsieren. Jetzt können beispielsweise exakte Korrelationen zwischen sozialen Aktivitäten und Daten der Wirtschaft hergestellt werden.</p>
<p>Ihr glaubt nicht, dass Facebook so etwas macht? Tja.</p>
<p>&#8220;Early in the summer, I started looking into the distribution of check-in times for individual places. For instance, I examined the times of day when people check in to places like restaurants, bars, stadiums, and tourist attractions. With this type of data, it seemed like it would be possible to make good predictions of when places were open,&#8221; <a href="https://www.facebook.com/notes/facebook-engineering/interning-at-facebook-who-goes-where-when-and-why-it-matters/10150282681968920" target="_blank">schreibt Laney Kuenzel</a> über das eigene Projekt bei Facebook.</p>
<p>Sie analysierte die Daten und entwickelte tatsächlich einen Algorithmus, der die zeitbasierte Ausspielung von Empfehlungen auf Grundlage des Nutzerverhaltens steuert.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 590px"><img title="Wo ist was los? Und Wann? Facebook weiß das. Und noch mehr." src="https://fbcdn-sphotos-a.akamaihd.net/hphotos-ak-snc7/s720x720/294500_10150301927197200_9445547199_7806471_1917845859_n.jpg" alt="Wo ist was los? Und Wann? Facebook weiß das. Und noch mehr." width="580" height="368" /><p class="wp-caption-text">Wo ist was los? Und Wann? Facebook weiß das. Und noch mehr.</p></div>
<p>Was ihr wissen müsst: Laney macht eigentlich nur ein Praktikum bei Facebook. Was die echten Brains dort mit den schon vorhandenen Daten machen &#8211; who knows?</p>
<h3>Where to invest?</h3>
<p>Die &#8220;Verbs&#8221;, also die semantische Informationen, werden über Apps ausgespielt, die von Drittanbietern kommen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Verben wie &#8220;googlen&#8221;, &#8220;kaufen&#8221;, &#8220;mieten&#8221; und &#8220;<del>stehlen</del>&#8221; hinzukommen. Da reiben sich die Werber vergnügt die vor Aufregung nassgeschwitzten Händchen &#8211; wird jetzt etwa der ROI messbar?</p>
<p>Doch viel teuflischere Szenarien werden plötzlich möglich. Man denke an die seltsamen Bewertungen von Auskunfteien, oder Nielsen-Gebiete und Mietspiegel. All das sind Informationen auf der Grundlage statistischer Erhebungen, die irgendwann einmal stattgefunden haben. Im Zweifelsfall sind sie ungenau, falsch oder zumindest nicht valide.</p>
<p>Facebook hat Zugriff auf tagesaktuelle Daten. Das Unternehmen weiß zum Beispiel heute schon, wo die Wohngebiete der Akademiker sind. Wie sich die Bevölkerung in diesen Wohngebieten zusammensetzt, unter Berücksichtigung von Alter, Geschlecht, Beziehungsstatus, Beruf, Kinder und politischer Einstellung.</p>
<p>Jede Wette &#8211; bald weiß Facebook, wann wir was kaufen. In welchen Mengen. Das lässt nicht nur Rückschlüsse auf die Kaufkraft zu. Vielmehr sind diese Daten Grundlage für erfolgreiche Geschäfte:</p>
<p>Für den Betreiber einer weltweiten Sushi-Kette ist die Information, in welchen Städten, bzw. Stadtgebieten die meisten Sushi-Liebhaber wohnen, extrem wertvoll. Das Interesse an Sushi kann jeder Nutzer schon lange über Facebook verbreiten &#8211; der Kauf, also eine echte Transaktion, ist jedoch die entscheidende Information, um den Umsatz prognostizieren zu können. Diese Information kann mit den Verbs transportiert werden.</p>
<p>Hinzu kommt die Timeline, die zeitliche Komponente. Jede Statusmeldung ist mit einem Zeitstempel versehen. Durch die Betrachtung zweier Datenpunkte auf unterschiedlichen Stellen der Zeitachse lassen sich Trends ablesen. Je mehr Datenpunkte es gibt, um so zuverlässiger sind die Trendprognosen. Facebook weiß beispielsweise, wann wir wo gelebt habe. Mit der Betrachtung vieler Fälle lassen sich Prognosen über die Entwicklung von Stadtvierteln abgeben, aber auch einzelner Straßenzüge. Für Immobilienhaie sind das ganz sicher relevante Informationen.</p>
<p>Egal, ob Kapital für Werbung, als Finanzierung oder für Expansion eingesetzt werden soll: Vorher werden alle Informationen benötigt, aus denen zu erschließen ist, dass das Investment sich lohnt. Facebook besitzt diese Daten.</p>
<h3>Facebook ist das neue Moody&#8217;s</h3>
<p>Je mehr semantische Daten Facebook sammelt, um so wertvoller wird das Unternehmen. Denn je mehr Variablen sich miteinander verküpfen lassen, um so relevanter wird Facebook für Marktforschung und Business Intelligence.</p>
<p>Dabei kommt es noch nicht einmal darauf an, dass von den 800 Millionen Mitgliedern die neuen Funktionen exzessiv nutzen. In der Statistik reicht eine repräsentative Mehrheit für recht zuverlässige Prognosen. Um halbwegs zu wissen, was 80 Millionen deutsche Michels wählen, muss man lediglich etwas mehr als 1.000 von ihnen befragen, eine ordentliche Ziehung der Stichprobe vorausgesetzt. Diese Benchmark reißt Facebook aber sowas von locker. Egal wo. In Realtime. In Bezug auf alles.</p>
<p>Ob Facebook letztendlich mit der Datenbasis, bzw. deren Analyse, an den Markt geht, steht in den Sternen. Die Diskussionen um Facebook und das Data-Mining sind nicht neu. Seit 2009 wird diese Option diskutiert. Bisher lässt sich Marktforschung nur rudimentär über das Reichweitentool des Facebook Ad Planners betreiben. Mit der semantischen Systematik wird diese Datenbasis jedoch massiv veredelt.</p>
<p>Facebook wird also in Zukunft Aussagen über alle möglichen Trends, und möglicherweise auch wirtschaftlichen Entwicklungen, treffen können. Das Unternehmen kann uns die Welt erklären, und damit Einfluss nehmen auf gesellschaftliche Debatten und politische Prozesse. Facebook steht damit auf einer Stufe mit Analystenhäusern und Rating-Agenturen. Was die anrichten können, ist bekannt. Hoffen wir, dass Zuckerberg die Griechen mag&#8230;</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://cluetrainpr.de/?flattrss_redirect&amp;id=1342&amp;md5=6038c2e876a34dd0140099608cdc728e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://cluetrainpr.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Im Bann des Kraken: Die 17 ultimativen Tweets über Paul, das Wunder von Oberhausen</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Jul 2010 09:51:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tspe</dc:creator>
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		<category><![CDATA[worldcup]]></category>

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		<description><![CDATA[

PR kann so einfach sein. Nimm einen Kraken, lass ihn WM-Spiele vorhersagen, filme ihn dabei und - schwupps - stürzt sich die gesamte internationale Presse auf dich und nennt dein Unternehmen brav im Boulevard, dem Sportteil und den Nachrichten.

So einfach ist es dann doch nicht. Die Trefferquote muss auch stimmen. Der Krake Paul aus ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_944" class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/krake_paul_arm_ab.jpg"><img class="size-full wp-image-944" title="krake_paul_arm_ab" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/krake_paul_arm_ab.jpg" alt="Seit Jahrtausenden Tradition: Überbringer schlechter Nachrichten, werden gebraten, frittiert oder zu Sushi verarbeitet. Quelle: Quinn Dombrowski CC-BY" width="580" height="320" /></a><p class="wp-caption-text">Seit Jahrtausenden Tradition: Überbringer schlechter Nachrichten, werden gebraten, frittiert oder zu Sushi verarbeitet. Quelle: Quinn Dombrowski CC-BY</p></div>
<p>PR kann so einfach sein. Nimm einen Kraken, lass ihn WM-Spiele vorhersagen, filme ihn dabei und &#8211; schwupps &#8211; stürzt sich die gesamte internationale Presse auf dich und nennt dein Unternehmen brav im Boulevard, dem Sportteil und den Nachrichten.</p>
<p>So einfach ist es dann doch nicht. Die Trefferquote muss auch stimmen. Der Krake Paul aus Oberhausen hat eine fantastische Quote von 100%. Er hat alle Spiele der deutschen Mannschaft richtig vorhergesagt. Bestens dokumentiert auf seiner eigenen <a id="aptureLink_OZ1NB9ptA8" href="http://www.facebook.com/pages/Paul-Oktopus/121210657924381">Facebook-Seite</a>. Leider auch das gegen Spanien. Damit kam er in die Negativschlagzeilen. Vor allem auf Twitter machte sich der enttäuschte Mob Luft. Wie immer bei solchen Gelegenheiten sind ein paar echte Perlen unter den Reaktionen.</p>
<p>Es folgt die Auswahl der lustigsten 17 Tweets über Paul, den Kraken, den Knut des Oberhausener <a id="aptureLink_7qYHRaFAy6" href="http://www.sealifeeurope.com/">Sealife</a>!</p>
<p>Übrigens: Wer dem kleinen Racker eine persönliche Botschaft übermitteln möchte, schreibt an paul@sealife.de</p>
<p><span id="more-909"></span><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/austera1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-927" title="austera" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/austera1.jpg" alt="" width="580" height="373" /></a></p>
<p><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/bina06061.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-928" title="bina0606" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/bina06061.jpg" alt="" width="580" height="373" /></a></p>
<p><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/dannytastisch1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-929" title="dannytastisch" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/dannytastisch1.jpg" alt="" width="580" height="373" /></a></p>
<p><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/dennisokon1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-930" title="dennisokon" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/dennisokon1.jpg" alt="" width="580" height="373" /></a></p>
<p><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/diktator1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-931" title="diktator" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/diktator1.jpg" alt="" width="580" height="373" /></a></p>
<p><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/eins1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-932" title="eins" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/eins1.jpg" alt="" width="580" height="373" /></a><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/FrankBecker1.jpg"></a></p>
<p><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/FrankBecker1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-933" title="FrankBecker" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/FrankBecker1.jpg" alt="" width="580" height="373" /></a></p>
<p><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/isjawitzig1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-934" title="isjawitzig" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/isjawitzig1.jpg" alt="" width="580" height="373" /></a></p>
<p><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/Kochen_Backen1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-935" title="Kochen_Backen" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/Kochen_Backen1.jpg" alt="" width="580" height="373" /></a></p>
<p><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/Lali111.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-936" title="Lali11" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/Lali111.jpg" alt="" width="580" height="373" /></a></p>
<p><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/mainwasser1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-937" title="mainwasser" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/mainwasser1.jpg" alt="" width="580" height="373" /></a></p>
<p><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/Ranti821.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-938" title="Ranti82" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/Ranti821.jpg" alt="" width="580" height="373" /></a></p>
<p><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/schwan1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-939" title="schwan" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/schwan1.jpg" alt="" width="580" height="373" /></a></p>
<p><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/Triebholz1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-940" title="Triebholz" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/Triebholz1.jpg" alt="" width="580" height="373" /></a></p>
<p><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/tspe1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-941" title="tspe" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/tspe1.jpg" alt="" width="580" height="373" /></a></p>
<p><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/Wildheart6661.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-942" title="Wildheart666" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/Wildheart6661.jpg" alt="" width="580" height="373" /></a></p>
<p><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/zienchen1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-943" title="zienchen" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/zienchen1.jpg" alt="" width="580" height="373" /></a></p>
<p><strong>Breaking</strong>: <a id="aptureLink_ywqRE7nJaf" href="http://www.ftd.de/sport/wm-2010/news/topnews/:orakel-krake-paul-entscheidet-das-kleine-finale-fuer-deutschland/50141771.html">Gerade sagte Paul den Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Uruguay voraus</a>! Amnestie für Paul?</p>
<p>Und hier noch ein Schmankerl für den kulturell interessierten Fußballfreund:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="580" height="465" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/_pUZMjhOehg&amp;hl=de_DE&amp;fs=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="580" height="465" src="http://www.youtube.com/v/_pUZMjhOehg&amp;hl=de_DE&amp;fs=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Update 13.07.2010: Hinter Paul und seinen Vorhersagen steckt übrigens die PR-Agentur <a id="aptureLink_tDTR4WOYyI" href="http://www.dr-p.de/de/news/paul-ein-krake-orakelt-sich-durch-die-weltpresse.html">Dederichs, Reinecke &amp; Partner</a> aus Hamburg. Ehre, wem Ehre gebührt.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://cluetrainpr.de/?flattrss_redirect&amp;id=909&amp;md5=547611cb582291b70e71a42b5c5e6fcb" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://cluetrainpr.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Cluetrain PR feiert Geburtstag!</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Jul 2010 08:14:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tspe</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Cluetrain-PR]]></category>
		<category><![CDATA[Geburtstag]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Pleil]]></category>

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		<description><![CDATA[

Vor einem Jahr fing es an. Es juckte mich in den Fingern. Erstens, weil ich das Bloggen vermisste. Mein erstes Blog schrieb ich von 09/2005 bis 09/2006. Genau ein Jahr. Danach ging es nicht weiter. Das ist heute anders.

Zweitens, weil ich das Gefühl hatte, dass es diese Nische braucht, die Cluetrain PR hoffentlich heute ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_899" class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/HPYBDY.jpg"><img class="size-full wp-image-899" title="HPYBDY" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/07/HPYBDY.jpg" alt="" width="580" height="320" /></a><p class="wp-caption-text">Alles Gute! Zum Fest gibt es Oktopussalat und den #4sq-Check-in für&#39;s WM-Finale! </p></div>
<p>Vor einem Jahr fing es an. Es juckte mich in den Fingern. Erstens, weil ich das Bloggen vermisste. Mein erstes Blog schrieb ich von 09/2005 bis 09/2006. Genau ein Jahr. Danach ging es nicht weiter. Das ist heute anders.</p>
<p>Zweitens, weil ich das Gefühl hatte, dass es diese Nische braucht, die Cluetrain PR hoffentlich heute besetzt (Hey, ich meine nicht Social Media!). Da kannte ich die anderen großartigen Blogs wie <a id="aptureLink_LIoasiA89h" href="http://www.digitalpublic.de/">digitalpublic</a>, <a id="aptureLink_s8hTSDaJkk" href="http://wwweblernen.de/">wwweblernen</a> uvm. noch nicht. Das war auch gut so. Vielleicht ist Cluetrain PR in seiner Art wirklich einzigartig. Beurteilen müsst das ihr, die Leser. Es ist heute eure Bühne. Vorhang auf!</p>
<p><span id="more-892"></span></p>
<div id="waveframe" style="width:580px; height:1124px;"></div>
<p><script src="http://www.google.com/jsapi"></script><script type="text/javascript"> google.load("wave", "1"); google.setOnLoadCallback(function() { new google.wave.WavePanel({target: document.getElementById("waveframe")}).loadWave("googlewave.com!w+RuJPLuqMA");}); </script></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://cluetrainpr.de/?flattrss_redirect&amp;id=892&amp;md5=d3c930b74dba10ed6c2fdc2f6dc6dee8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://cluetrainpr.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Die Deutsche Post stößt kräftig in&#8217;s Horn und trifft mal wieder die falschen Töne</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Jun 2010 11:07:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tspe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ereignisse]]></category>
		<category><![CDATA[dhl]]></category>
		<category><![CDATA[e-postbrief]]></category>
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		<category><![CDATA[vertrauen]]></category>

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		<description><![CDATA[

"Das Beste aus zwei Welten - Deutsche Post startet den E-Postbrief" - hört sich seltsam an, ist es auch. In seinem TV-Prospekt Einkaufaktuell bewirbt der ehemalige Monopolist seinen neuesten Service: Der E-Postbrief funktioniert wie E-Mail, ist aber, im Gegensatz zur E-Mail, sicher. Der elektronische Postbrief? Das ruft Stirnrunzeln hervor.

Was der E-Postbrief kann und was ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_851" class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/06/e-postbrief.jpg"><img class="size-full wp-image-851" title="e-postbrief" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/06/e-postbrief.jpg" alt="" width="580" height="320" /></a><p class="wp-caption-text">Hier nagt der Zahn der Zeit. Foto: http://www.flickr.com/photos/jonask/503747028/</p></div>
<p>&#8220;Das Beste aus zwei Welten &#8211; Deutsche Post startet den E-Postbrief&#8221; &#8211; hört sich seltsam an, ist es auch. In seinem TV-Prospekt <a id="aptureLink_pANWgB0p3H" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Einkaufaktuell">Einkaufaktuell</a> bewirbt der ehemalige Monopolist seinen neuesten Service: Der E-Postbrief funktioniert wie E-Mail, ist aber, im Gegensatz zur E-Mail, sicher. Der elektronische Postbrief? Das ruft Stirnrunzeln hervor.</p>
<p>Was der E-Postbrief kann und was nicht, ist egal. Interessant ist, wie die Deutsche Post ihren neuesten Streich in der hauseigenen Postille bewirbt: Klassische Propaganda, die Ängste schürt, um angebliche Sicherheit zu verkaufen. Mit dabei: Ein Interview mit Jürgen Gerdes, dem Konzervorstand Brief der Deutschen Post DHL, das erschreckend aufschlussreich ist und vor allem eins zeigt: Die Post ist noch lange nicht im Internet angekommen.</p>
<p><span id="more-846"></span></p>
<div id="attachment_850" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/06/e-post.jpg"><img class="size-medium wp-image-850 " title="E-Postbrief" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2010/06/e-post-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Endlich, der E-Postbrief kommt! Jetzt gibt es im Postfach nur noch CDU-Werbung und kein Viagra mehr.</p></div>
<p>Es ist nicht das erste mal, dass die Post ihr Wochenheftchen  für grenzwertige Propaganda verwendet. So machte die Einkaufaktuell schon zur Bundestagswahl 2009 <a id="aptureLink_aPiUlYGlOp" href="http://www.horizont.net/aktuell/medien/pages/protected/BVDA-Einkauf-Aktuell-missachtet-Staatsferne_87754.html">von sich reden</a>, als eine  Anzeige der CDU ganzseitig auf dem Titel erschien. Dass es sich um eine  Anzeige handelte, war nur schwer zu erkennen.</p>
<p>Heute wirbt die Post nicht für ihre Partei, sondern für den eigenen Service. Die Maßnahme ist indessen ähnlich drastisch. Denn, so erfahren wir aus dem Advertorial:</p>
<p>&#8220;Heute ist die E-Mail alltäglich. Millionenfach schwirren elektronische Nachrichten in Sekundenschnelle von Computer zu Computer. E-Mails sind einfach, schnell und preiswert &#8211; aber eines sind sie bisher nicht: sicher.&#8221;</p>
<p>Was folgt, ist die klassische Instrumentalisierung von Angst:</p>
<p>&#8220;Für Hacker ist es ein Leichtes, E-Mails abzufangen, mitzulesen oder gar zu verfälschen.&#8221;</p>
<p>Genau. Wer heute noch eine unverfälschte E-Mail erhält, die niemand  mitliest, hat wirklich Glück. Aber nicht genug. Denn hinzu kommen  Spam-Werbemails mit zwilichtigen Angeboten, die &#8211; &#8220;so schätzen Experten&#8221;  &#8211; 95% des gesamten E-Mail-Verkehrs ausmachen.</p>
<p>Es ist schon urkomisch, dass die Post ausgerechnet in einer Wurfsendung an alle Haushalte das Phänomen Spam ankreidet.</p>
<p>Zumindest online will sie den mit dem E-Postbrief verhindern: Denn nur, wer sich mit Reisepass oder Personalausweis registrieren lässt, erhält einen Account für den Service. Den Innenminister wird&#8217;s freuen. Dazu kommt: &#8220;Jeder E-Postbrief wird nach dem neuesten Stand der Technik verschlüsselt &#8211; Hacker haben keine Chance mehr.&#8221;</p>
<p>Aha. Natürlich besitzt die Deutsche Post hier viel größere Kompetenz als alle E-Mail-Serviceanbieter in Deutschland zusammen. Schließlich befördern sie seit Urzeiten Briefe und die meisten kommen sogar an.</p>
<p>Die Post scheint das wirklich zu glauben. Zumindest deren Entscheider. Das verwundert nicht, liest man das Interview mit Gerdes. Der verzichtet nämlich lieber auf Online-Shopping, bevor er Kontoverbindung oder Kreditkartennummer preisgibt. Das Missbrauchsrisiko ist ihm einfach zu hoch.</p>
<p>Das kann man ihm nicht verübeln. Erfahrung mit Missbrauch hat sein Arbeitgeber genug. So zum Beispiel bei der Konzerntochter Postbank:</p>
<p>Im Mai 2010 wurde die Postbank zu einer Strafe in Höhe von 120.000 €  verurteilt, weil sie freiberuflichen Mitarbeitern ihrer Vertriebstochter  bis Herbst 2009 Zugriff auf die Kontobewegungen ihrer Kunden gegeben  hatte. Die freiberuflichen Mitarbeiter sollten die Kontodaten auswerten,  um damit den Kunden maßgeschneiderte Produkte anbieten zu können.  Nachdem die Stiftung Warentest dies im Oktober 2009  bemängelt hatte, sperrte die Postbank den Zugriff für die rund 4.000  Außendienstmitarbeiter (aus <a id="aptureLink_MWUlAP0rpR" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Postbank">Wikipedia</a>).</p>
<p>Das ist vielleicht nicht die beste Vertrauensbasis &#8211; gerade, wenn es um den Versand von E-Postbriefen an Empfänger ohne entsprechenden Account geht. Denn:</p>
<p>&#8220;Für Empfänger, die keinen E-Postbrief-Account haben, drucken wir den elektronischen Brief aus, kuvertieren ihn und stellen ihn über den Postboten dem Empfänger zu.&#8221;</p>
<p>Heisa, endlich können wir lustig wichtige Dokumente über&#8217;s Netz verschicken. Denn wir wissen, der Postbote unseres Vertrauens stellt sie dem Empfänger zu. Oder seinem Nachbarn. Oder jemandem ganz anders mit ähnlichem Namen. Ein wichtiger Sprung in die Zukunft.</p>
<p><strong>Update 14.07.2010</strong></p>
<p>Die Deutsche Post veröffentlichte heute mehrere Videos zum E-Postbrief. Hier die Erklärbär-Version:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="520" height="293" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="AllowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://video.golem.de/player/videoplayer.swf?id=3464&amp;autoPl=false" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="520" height="293" src="http://video.golem.de/player/videoplayer.swf?id=3464&amp;autoPl=false" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Beim Stichwort One-Click-Payment sollten dann die Alarmglocken läuten&#8230;</p>
<p><strong>Update 23.07.2010</strong></p>
<p>Diesen Kommentar von law-Blogger <a id="aptureLink_W2IQFmeCao" href="http://twitter.com/udovetter">Udo Vetter</a> muss man sich anhören &#8211; danach wird jeder einen großen Bogen um die E-Post machen. Stichwort gläserner Bürger und Adresshandel.</p>
<p><object width="520" height="313"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/8BpmwgyE9f4&amp;hl=de_DE&amp;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/8BpmwgyE9f4&amp;hl=de_DE&amp;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="520" height="313"></embed></object></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://cluetrainpr.de/?flattrss_redirect&amp;id=846&amp;md5=026f7a1aad083221a5edab863c1bbd02" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://cluetrainpr.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Als die Mauer 20 Jahre später fiel</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Nov 2009 21:03:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tspe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ereignisse]]></category>
		<category><![CDATA[9. november]]></category>
		<category><![CDATA[ddr]]></category>
		<category><![CDATA[deutsche einheit]]></category>
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		<category><![CDATA[mauerfall]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[wende]]></category>

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		<description><![CDATA[

Es war kalt an diesem Nachmittag. Der Winter kündigte sich mit scharfem Wind an. Das hinderte uns jedoch nicht daran, wieder auf die Straße zu gehen. 20 Jahre, nachdem unsere Eltern vergeblich versucht hatten, die Grenzen dieses Regimes einzureissen, wollten wir es heute erneut. Die Zeit war reif. Wir fürchteten uns nicht vor der ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_572" class="wp-caption aligncenter" style="width: 590px"><a href="http://cluetrainpr.de/index.php/als-die-mauer-20-jahre-spater-fiel/mauerfall/" rel="attachment wp-att-572"><img class="size-full wp-image-572" title="Wir stehen hier nur so rum. Ein Foto von Thomas Brauner" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2009/11/mauerfall.jpg" alt="Wir stehen hier nur so rum. Ein Foto von Thomas Brauner" width="580" height="320" /></a><p class="wp-caption-text">Wir stehen hier nur so rum. Ein Foto von Thomas Brauner</p></div>
<p><em>Es war kalt an diesem Nachmittag. Der Winter kündigte sich mit scharfem Wind an. Das hinderte uns jedoch nicht daran, wieder auf die Straße zu gehen. 20 Jahre, nachdem unsere Eltern vergeblich versucht hatten, die Grenzen dieses Regimes einzureissen, wollten wir es heute erneut. Die Zeit war reif. Wir fürchteten uns nicht vor der Volkspolizei, die 1989 mit den tödlichen Schüssen auf friedliche Demonstranten vor dem Grenzübergang Bornholmer Straße die Proteste gewaltsam beendete.</em></p>
<p>Damals war die Welt nahe an einem 3. Weltkrieg und nur die Tatsache, dass Gorbatschow das Vorgehen der DDR-Führung nach zwei langen Stunden verurteilte, verhinderte die Eskalation.</p>
<p>In Folge der Ereignisse wurde die DDR zunehmend isoliert, ein Inselstaat zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den ehemaligen Bruderstaaten, die auf dem Weg in die Demokratie waren. Unsere Eltern waren überzeugt, dass das Ende des Regimes nur eine Frage der Zeit sei, aber es sollte noch 20 Jahre dauern.</p>
<p><span id="more-476"></span></p>
<p>In der Zwischenzeit erneuerten die eigentlichen Mächtigen im Land, das <a id="aptureLink_MjkG2QnD74" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ministerium%20f%C3%BCr%20Staatssicherheit">MfS</a> und die <a id="aptureLink_uqixfKqLiN" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kommerzielle%20Koordinierung">Kommerzielle Koordinierung</a>, eine Scheindemokratie, die die alten Feindbilder mit fast religilösem Eifer am Leben zu halten versuchte. Dabei ließen sie es sich jedoch nicht nehmen, gute Geschäfte mit dem Westen und den neuen &#8220;Imperialisten&#8221; im Osten zu machen. Wie sich später herausstellte, hatten Frankreich und die BRD im DDR-Regime einen dankbaren Abnehmer für ihren Atommüll gefunden. Die Vergütung erfolgte in Hightech und Infrastruktur, unter anderem Abhörtechnik westdeutscher Konzerne.</p>
<p>Abzuhören gab es viel. Zum Beispiel den Mobilfunk. Wurde am Anfang noch versucht, die neue Technik nicht in die Hände der eigenen Bürger kommen zu lassen, änderte das Regime später seine Strategie. Unter Federführung des MfS wurden 1997 zwei Mobilfunkbetriebe eingerichtet, die den gesamten Mobilfunk der DDR kontrollierten. Die Bürger standen unter Generalverdacht. Es galt die allgemeine Schuldvermutung, Kritik am Regime konnte schlimme Folgen haben.</p>
<p>Mit der Digitalisierung der Telekommunikation bekam das MfS ungeahnte Möglichkeiten bei der Überwachung seiner Bürger. Die Vorratsdatenspeicherung reichte bei bestimmten Personen bis zu zwei Jahre zurück. Diese waren sich einer möglichen Bespitzelung durchaus bewusst und nutzten die „Mobilies“ dementsprechend nur für unverfängliche Gespräche. Manche entwickelten eine groteske Geheimsprache, wenn es um Intimitäten und zwischenmenschliche Beziehungen ging.</p>
<p>Die Mobilies kamen übrigens aus Finnland, Deutschland und den USA. Die Herstellerfirmen verkauften so große Mengen Endgeräte an die DDR, dass sie gerne bereit waren, die Geräte als White-label-Produkte auszuliefern. Nicht nur das: Die Spezialisten des MfS erhielten die Möglichkeit, die Software der Geräte für ihre Zwecke zu konfigurieren. Im Westen nannte man das „Software-Branding“.</p>
<p>Als das Internet seinen Siegeszug um die Welt antrat, war es das allergleiche. Zwei staatseigene Servicebetriebe kümmerten sich um die Breitbandanbindung der Bevölkerung. Im Hintergrund hatte wieder das MfS seine Finger im Spiel. Die KOKO konnte erneut zahlreiche Megadeals mit westlichen und russischen Telkos einfädeln. Ziel war diesmal ein abgeschottetes Intranet, das an den Grenzen der DDR Halt machen würde. Nur ging dieser Plan nicht auf.</p>
<h3>Die digitale Wende</h3>
<p><em>Wie aus dem Nichts waren wieder meine Freunde und die tausend anderen Demonstranten zusammengekommen. Über Facebook und Twitter war der genaue Ort erst vor 15 Minuten kommuniziert worden. Doch die ganze Bevölkerung Ost-Berlins war in Bereitschaft, hatte nur auf diesen Moment gewartet. Wie schon erwähnt, wir hatten keine Angst vor den Vopos. Auch nicht vor der Armee. Nur das MfS bereitete uns Sorgen, aber wir hatten Großes vor.</em></p>
<p>Mit dem Breitband-Internet erfolgte eine schleichende Republikflucht vieler Bürger der DDR. Sie verkrümelten sich aus der Enge ihres kleinen Landes in das große, weite Internet. Natürlich ließ sich das Vorhaben der totalen Abschottung nicht umsetzen. Zu wichtig wurde das Netz als Infrastruktur auch für die zahlreichen digitalisierten Kapitalflüsse vom und ins Ausland, die offiziell natürlich nicht stattfanden.</p>
<p>Das MfS verlegte sich darauf, genau zu kontrollieren und zu protokollieren, was die eigenen Bürger alles im Netz trieben. Die Technik dazu kam von einem finnisch-westdeutschen Joint-Venture. Wer sich auffällig verhielt, bekam auf direktem Wege eine Mitteilung, die ganz klar verdeutlichte, dass das MfS von den subversiven und staatszersetzenden Umtrieben wusste. Einzelne Websites und Online-Services wurden komplett gesperrt. Nur über geheime Proxy-Server waren diese noch zu erreichen. Internationale Suchmaschinenbetreiber erkauften sich ihre Lizenzen für das DDR-Netz mit weitreichenden Zusagen bei der Zensur von Suchergebnissen.</p>
<p>Im Staatsfernsehen zeigte der <a id="aptureLink_RVJHb73DVN" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der%20schwarze%20Kanal">Schwarze Kanal</a> abschreckende Beispiele aus dem &#8220;imperialistischen Internet&#8221;. Gewalt, Rassismus, Narzissmus, Zügellosigkeit, Glücksspiel, Betrug und Kinderpornografie wurden thematisiert. Das Internet wurde als etwas böses stilisiert, das es zu bändigen gilt. Die Empfehlung lautete ganz klar: Bleiben Sie in der Heimat, besuchen Sie ausschließlich Seiten mit der Top-Level-Domain &#8220;.dd&#8221;! Diese Haltung wurde den Bürgern regelrecht eingeimpft. Bevor sich ein Haushalt einen Breitbandzugang freischalten lassen konnte, mussten die betroffenen Personen erst einen Internetführerschein machen, der vor allem politischer Natur war.</p>
<p>In den vergangenen 20 Jahren hatte das Regime versucht, die Bürger halbwegs zufrieden zu stellen. Wir hatten ein gutes Sozialsystem, flächendeckende Kinderbetreuung und Strandurlaub auf Staatskosten. Viel mehr als Ostsee und Erzgebirge war jedoch nicht drin.</p>
<p>Mit dem Zugang zum World Wide Web veränderte sich alles. Wir konnten jede Ecke der Welt virtuell erkunden. Natürlich blieben wir nicht auf den langweiligen und bescheuerten Propaganda-Seiten des Regimes. Die Weitergabe einer Proxy-Adresse, über die YouPorn erreichbar war, brachte in der Oberstufe schlappe 20 Mark ein. Die Musikvideos aus YouTube liefen auf allen Robotron-Mobilies meiner Mitschüler. Manche meiner Freunde hatten sogar über Verwandte aus dem Westen die Möglichkeit, World of Warcraft zu zocken. In StudiVZ wurden erste zaghafte West-Kontakte zu hübschen Studentinnen der gleichen Fachrichtung geknüpft. Auf WKW gab es dramatische Familiezusammenführungen aus Ost und West, die für uns Ostdeutsche ernste Probleme bedeuten konnte, wenn das MfS dahinter kam. Um so unglaublicher war für uns, wie offen man in der BRD Politiker auf abgeordnetenwatch.de kritisieren konnte.</p>
<p>Wir wurden mit Lebensstilen und -entwürfen konfrontiert, die es bei uns nicht gab, die uns aber unglaublich faszinierten. Dass man uns nicht daran teilhaben lassen wollte, machte uns mit den Jahren immer zorniger.</p>
<h3>Eine neue Bewegung</h3>
<p><em>Mittlerweile war es stockdunkel. Es begann zu schneien und die Flocken schmolzen auf den hitzigen Köpfen des Menschenmeers, das mich umbrandete. Wir waren viele. Wir waren Junge und Alte, Akademiker und Arbeiter. Wir waren auf dem Weg zum Grenzübergang. Niemand würde uns aufhalten.</em></p>
<p>Über die Jahre entwickelten sich belastbare Beziehungen über die Grenze hinweg. Für jeden Mauertoten, den das Regime auf dem Gewissen hatte, durchquerten 100 Online-Dissidenten unbeschadet die Firewall Richtung Westen. Aus den konspirativen Ost-West-Jugenclubs wurden ernstzunehmende Widerstandsgruppen mit dem Ziel, das Regime zu stürzen. Die Amateurpornos hatten uns angefixt, die Diskussionen in den Blogs angeheizt und die anonymen Tweets koordinierten im Sekundentakt die kleinen und großen Aktionen des neuen Widerstands.</p>
<p>Als Videos auftauchten, die einen Güterzug zeigten, der mit Castor-Behältern beladen die deutsch-deutsche Grenze überquerte, brachte das das Fass zum überlaufen. Plötzlich tauchten von überall Bilder, Videos und Zeugenaussagen auf, die vermuten ließen, dass es in der DDR mindestens ein geheimes Atommülllager gab. Jetzt hatten die Menschen mehr Angst vor der Strahlung als vor dem Regime. Sie wehrten sich.</p>
<p>Und auch in der BRD fragte die junge Generation die Alten, was das sollte. Warum die Bevölkerung der DDR nichts von dem Deal wusste. Warum es keine Auflagen für die Lagerung des Mülls gab, die von Inspektoren der BRD überwacht wurden. Der Skandal weitete sich aus und in dessen Verlauf mussten zwei westdeutsche Minister zurücktreten. Die konservative Regierung änderte ihre Appeasement-Politik gegenüber dem DDR-Regime.</p>
<p>Schon 2008 hatte die US-Präsidentin Hillary Clinton, im Rahmen der 35-Jahr-Feier des World Trade Centers in New York, an die Jugend in den totalitären Staaten der Welt appeliert, ihr Glück selbst in die Hand zu nehmen. Ihre Rede war damals mit deutschen Untertiteln versehen über zahlreiche Videoplattformen in die DDR gelangt.</p>
<h3>Grenzenlose Solidarität</h3>
<p><em>Da standen wir nun. Vor uns die Grenze. Vopos mit Maschinenpistolen zwischen uns und den Schlagbäumen. Wir würden nicht mehr zurück gehen. Gleich beginnt es.</em></p>
<p>Als die ersten Massenproteste stattfanden, übte die internationale Gemeinschaft Druck auf das DDR-Regime aus. Deutsche Fernsehsender begleiteten die historischen Ereignisse mit emotionaler Berichterstattung rund um die Uhr. Die Mobilfunkbetrieber der Bundesrepublik bauten entlang der Berliner Grenze Sendemäste auf, um den Bürgern der DDR abhörsicheres Telefonieren zu ermöglichen. Tausende von westdeutschen Prepaid-Karten wurden nach Ost-Berlin geschmuggelt. Westdeutsche Sympathisanten des Widerstands stellten offene WLAN-Netze bereit, die die Zensur des MfS umgingen. So wurde dem Widerstand eine Kommunikation außerhalb der Kontrolle des Regimes ermöglicht.</p>
<p>Gleichzeitig begann das MfS mit der Digitalen Kriegsführung. Mit DoS-Attacken wurde versucht, die Informationskanäle des Widerstands auszuschalten. Falschinformationen sollten den Widerstand destabilisieren. Die Verifizierung von getwitterten Ereignissen wurde eine Aufgabe, die bald von besonders vertrauenswürdigen, anonymen Quellen vorgenommen wurde. Marsch der Volksarmee auf Ost-Berlin? Falsch! Staatspropaganda! Verhaftung von mindesten 25 Demonstranten in Zwickau? Bestätigt von mindesten drei glaubhaften Quellen! Mit Mobilies wurden Filme von den Demonstrationen gedreht, von Übergriffen der Stasi, von dramatischen Auseinandersetzungen mit verunsicherten Vopos, von der Zerstörung einer Honecker-Statue. Auf YouTube wurden pro Stunde 100 neue Videodokumente aus der DDR hochgeladen.</p>
<p>Die flammenden Reden der charismatischen Anführer des Widerstands, die es in jeder größeren Stadt gab, erreichten regelmäßig schon in den ersten Stunden über 100.000 Views. Die Stimmung war unbeschreiblich. Die ganze Welt schaute auf unser kleines Land. Wir konnten nicht mehr zurück, immer nur nach vorne, nach vorne. Und dann war da diese Idee.</p>
<p><em>Es war der 9. November 2009, Punkt 20.00 Uhr. Die uns gegenüberstehenden Volkspolizisten hatten Angst. Angst vor uns, Angst davor, den Schießbefehl zu erhalten, Angst davor, vielleicht getötet zu werden. Es war gespenstisch still, als hundertausende frierende ostdeutsche Hände in ihre Jackentaschen und zum Mobilie griffen. Als sie die Nummern ihrer Söhne, Ehemänner, Freunde und Brüder wählten, klingelten die Mobilies in den Taschen der Vopos und Volksarmisten. Überall im Land. Wir müssen reden. </em></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://cluetrainpr.de/?flattrss_redirect&amp;id=476&amp;md5=bc3fa17be643ae25ab7968046167bb9b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://cluetrainpr.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Putting the &#8220;KO&#8221; in JAKO</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Sep 2009 20:45:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tspe</dc:creator>
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Der Sportartikelhersteller JAKO mahnt einen Blogger ab und macht Bekanntschaft mit dem Streisand-Effekt. Wie schon viele Firmen zuvor erlebt er nun den Zorn des Social Web. Die Web Evangelisten wollen für den Hashtag #jako eine Twitter-Reichweite von 73.180 unterschiedlichen, d.h. unique Followers, gemessen haben, was mit der Reichweite einer mittleren bis großen Lokalzeitung zu ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_454" class="wp-caption aligncenter" style="width: 590px"><a rel="attachment wp-att-454" href="http://cluetrainpr.de/index.php/putting-the-ko-in-jako/treffer/"><img class="size-full wp-image-454" title="treffer" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2009/09/treffer.jpg" alt="Ein böser Rückschlag. Foto: YariK | Quelle: Photocase" width="580" height="320" /></a><p class="wp-caption-text">Ein böser Rückschlag. Foto: YariK | Quelle: Photocase</p></div>
<p>Der Sportartikelhersteller JAKO <a href="http://www.allesaussersport.de/archiv/2009/09/01/wie-jako-anderen-leuten-das-letzte-trikot-auszieht/" target="_blank">mahnt einen Blogger</a> ab und macht Bekanntschaft mit dem <a id="aptureLink_XWVy4BEQQ6" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Streisand-Effekt">Streisand-Effekt</a>. Wie schon viele Firmen zuvor erlebt er nun den Zorn des Social Web. Die <a href="http://webevangelisten.de/jako-tappt-in-social-media-falle/" target="_blank">Web Evangelisten</a> wollen für den Hashtag <a id="aptureLink_231nPKFC81" href="http://search.twitter.com/search?q=%23jako">#jako</a> eine Twitter-Reichweite von 73.180 unterschiedlichen, d.h. unique Followers, gemessen haben, was mit der Reichweite einer mittleren bis großen Lokalzeitung zu vergleichen sei.</p>
<p>JAKO ist unbestritten der Verlierer des Tages auf Twitter und in den Blogs. Ob die Geschichte den Sprung aus dem vormedialen Raum in die Massenmedien schafft, ist ungewiss. Präzedenzfälle dafür gibt es jedoch genügend. So wurde im Februar dieses Jahres aus dem getwitterten Hilfeersuch von Markus Beckedahl wegen einer Abmahnung der Deutschen Bahn die <a href="http://netzpolitik.org/2009/taz-titelseite-blogwart-mehdorn/" target="_blank">Titelstory der überregionalen Tageszeitung taz</a>.</p>
<p>Nun ist der betroffene <a href="http://www.trainer-baade.de/" target="_blank">Frank Baade</a> kein A-, sondern Sportblogger und JAKO ist auch nicht die Bahn, zu der die Hälfte der Deutschen ein durchaus gespaltenes Verhältnis hat. Nur, wer zukünftig im Netz nach JAKO sucht, wird unweigerlich die negativen Seiten des Unternehmens finden.</p>
<p>Wie muss ein Unternehmen eigentlich gestrickt sein, um solche PR-Gaus zu verhindern?</p>
<p><span id="more-453"></span>Eine quick&#8217;n'dirty Szenarioanalyse kann vielleicht Antwort auf diese Frage geben:</p>
<h3>Szenario A: JAKO spricht</h3>
<p>Sowohl das Eintracht Frankfurt <a href="http://www.blog-g.de/archiv/1264" target="_blank">Fan-Blog-G</a> als auch <a href="http://www.allesaussersport.de/archiv/2009/09/01/wie-jako-anderen-leuten-das-letzte-trikot-auszieht/" target="_blank">allesaussersport</a> haben bei JAKO ergebnislos nach einer Stellungnahme zu dem  Vorfall gefragt. Da die mahnende Rechtsanwältin und der zuständige Mitarbeiter bei JAKO beide bis Mitte September im Urlaub sind, könne man keine Auskunft geben, so die Antwort.</p>
<p>Zu diesem Zeitpunkt war der Geschäftsführung wohl noch nicht klar, dass ein massiver Reputationsverlust droht. Schweigen ist im dialogorientierten Social Web keine Lösung. Erst, nachdem die beiden genannten Blogs zusammen gut 800 meist empörte Kommentare zum Thema zählen, spricht JAKO mit der Stimme von PR-Managerin Andrea Hay:</p>
<p>&#8220;Sie räumt im Gespräch <a href="http://www.ruhrbarone.de/will-jako-auf-baade-zugehen/" target="_blank">mit den Ruhrbaronen</a> ein, dass sie den Imageschaden den Jako durch die laufende Berichterstattung erlitten habe, nicht abschätzen könne und will auf Trainer Baade zugehen um mit einer gemeinsamen Erklärung die &#8220;Sache richtig zu stellen.&#8221; Für sie ist das alles ein Mißverständis. [...] Näher auf den Fall eingehen wollte Hay aber am Telefon nicht.&#8221;</p>
<p>Hätte JAKO gleich auf die Fragen reagiert, offen Auskunft gegeben und wäre in den Dialog getreten, hätte das Unternehmen die Welle der Empörung vielleicht abmildern können. Offenbar wurde den Nichtjournalisten und Internetschreibern keine Relevanz beigemessen.</p>
<h3>Szenario B: JAKO reagiert auf Blogs</h3>
<p>Im <a href="http://www.achtung.de/aktuelles/?p=593&amp;sublink=1" target="_blank">Blog der Agentur Achtung</a> schreibt Handelsblatt-Journalist <a id="aptureLink_2n2ct0SwpO" href="http://twitter.com/tknuewer">Thomas Knüwer</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;In fünf Jahren wird jedes größere Unternehmen eine Social-Media-Abteilung haben, ausgestattet mit erheblichen Freiheiten in der Kommunikation.&#8221;</p></blockquote>
<p>Hätte JAKO eine solche Abteilung, was wäre passiert? Durch das gezielte Monitoring der Blogosphäre und von Twitter wäre dem Unternehmen relativ zeitnah aufgefallen, dass sich hier etwas zusammenbraut. Der Fall wäre sofort in der Hierarchie des Unternehmens &#8220;eskaliert&#8221;, die Reaktionen darauf zwischen allen beteiligten Personen abgestimmt worden. Das kann dann natürlich auch so aussehen <a href="http://www.trendopfer.de/wahrheit/2009/08/wenn-unternehmen-twittern/" target="_blank">wie im Trendopfer-Blog skizziert</a>.</p>
<p>In einer fast perfekten Welt hätte die Social-Media-Abteilung das Blog-Posting in allesaussersport zügig kommentiert, bevor es 300 andere Besucher des Blogs taten. JAKO hätte Einfluss auf die Gesprächskultur nehmen und so zumindest einen Teil der Reputation retten können. Hätte der Dialog mit offenem Visier stattgefunden, hätten sich vielleicht sogar Mitstreiter für die Position des Unternehmens gefunden, das selbstverständlich auf die finanziellen Forderungen gegen Frank Baade verzichten würde.</p>
<p>Das Hochkommen des Themas hätte die Social-Media-Abteilung indessen nur verhindert, wenn sie in direktem Kontakt zur Rechtsabteilung stehen würde. Möglich wäre es.</p>
<h3>Szenario C: JAKO investiert in die Medienkompetenz seiner Mitarbeiter</h3>
<p>Immer mehr Jungakademikern ist die Corporate Social Responsibility der Unternehmen wichtig, <a href="http://www.handelsblatt.com/unternehmen/karriere/der-faktor-verantwortung-zaehlt;2451138;0" target="_blank">sagt das Handelsblatt</a>. Nicht nur im Bereich Human Ressources wird CSR somit zu einem Faktor. Wenn CSR kein PR-Gag sein soll, hat es etwas mit dem Willen zu tun, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.</p>
<p>Würde JAKO das PR-Versprechen &#8220;leidenschaftliches Engagement in allem, was wir für unsere Kunden tun. Ehrliche, faire Sportkultur mit echtem Sportsgeist, der von uns allen gelebt wird&#8221; ernst nehmen, hätte das Unternehmen eine entsprechende Kultur der Offenheit und des Fair-Play etabliert. Weil Kultur etwas ist, das die Menschen um ihrer selbst Willen tun, wären die Mitarbeiter entsprechend aufgeschlossen und sportlich in der Konfliktbewältigung.</p>
<p>Diese aufgeschlossenen Mitarbeiter hätten tatsächlich Kontakt zu Kunden und anderen Anspruchsgruppen. Ganz sicher auch über das Internet. Sie würden die Mechanismen des Social Web nicht nur verstehen, sondern sich sogar ihrer bedienen. Es würde keine Social-Media-Abteilung geben, weil sie nicht gebraucht wird.</p>
<p>Die Rechtsanwältin würde auch keine Abmahnung verschicken. Sie würde zum Telefonhörer greifen und die Nummer von Frank Baade wählen.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>Der Bundestag hat eine neue Website für das Internet der 90er</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Aug 2009 11:40:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tspe</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
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Heute um 11.00 Uhr wurde in einer Pressekonferenz mit Bundestagspräsident Norbert Lammert der Website-Relaunch des Bundestags vorgestellt. Bei einer Website, die immerhin 4 Millionen Unique Visitors im Monat aufweist, ist einiges zu erwarten. Repräsentative Auftritte wie der des Weißen Hauses haben in letzter Zeit die Hoffnung genährt, die politische Klasse würde das Internet für ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_360" class="wp-caption aligncenter" style="width: 590px"><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2009/08/bundestag.jpg"><img class="size-full wp-image-360" title="Bundestag" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2009/08/bundestag.jpg" alt="Da braut sich was zusammen. Ein Bild von Wolfgang Staudt." width="580" height="320" /></a><p class="wp-caption-text">Der Bundestag unter der Cloud. Ein Bild von Wolfgang Staudt.</p></div>
<p>Heute um 11.00 Uhr wurde in einer Pressekonferenz mit Bundestagspräsident <a id="aptureLink_Cm8VJS7pPl" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Norbert%20Lammert">Norbert Lammert</a> der <a href="http://www.bundestag.de" target="_blank">Website-Relaunch</a> des Bundestags vorgestellt. Bei einer Website, die immerhin 4 Millionen Unique Visitors im Monat aufweist, ist einiges zu erwarten. Repräsentative Auftritte wie der des <a href="http://www.whitehouse.gov/" target="_blank">Weißen Hauses</a> haben in letzter Zeit die Hoffnung genährt, die politische Klasse würde das Internet für sich entdecken und es für eine bürgernahe und partizipative Kommunikation nutzen.</p>
<p><span id="more-359"></span></p>
<p>Man wird ja noch träumen dürfen. Der aktuelle Auftritt kommt aus einer Zeit, in der morgens AOL-CDs die Briefkästen verstopften und eBay noch Alando hieß. Die fragmentierte Portalstruktur hat so viel Sex-Appeal wie ein Kleinanzeigenportal für gebrauchte Waschmaschinen. Schlimmer noch ist die Navigation: Hier tritt der Lost-in-Web-Effekt schon beim Aufpoppen der Secod-Level-Navigation auf. Dass die Website unter OS X 10.5.7 und Firefox 3.0.5 <a href="http://img.ly/images/9832/full" target="_blank">fehlerhaft angezeigt</a> wird, fällt da kaum noch ins Gewicht. Die Intention der Website? Die <a href="http://relaunch.bundestag.de/presse/pressemitteilungen/2009/pm_090806.html" target="_blank">offizielle Pressemitteilung</a> verrät es:</p>
<blockquote><p>&#8220;Im Mittelpunkt des neuen Angebots &#8211; <a href="http://www.bundestag.de/">www.bundestag.de</a> – stehen bewegte Bilder. Debatten und Ausschusssitzungen mit Hintergrundinformationen werden live übertragen. Das Parlament präsentiert sich allen Bürgerinnen und Bürger übersichtlich und täglich aktuell.&#8221;</p></blockquote>
<p>Von den bewegten Bildern, die im Mittelpunkt stehen, gibt es auf der aktuellen Startseite genau <span style="text-decoration: line-through;">null. Zero, niente, nada. Kein einziges Video ist dort vorhanden</span>. <em>Update: Mittlerweile ist ein Videointerview mit Norbert Lammert auf der Startseite. Als dieser Artikel geschrieben wurde, war da noch ein Bild. </em>Um überhaupt Videos zu finden, quält der Besucher sich entweder durch eine gefühlte Hundertschaft an Navigationspunkten oder bemüht &#8211; wie so oft &#8211; die Suche. Usability ist in der Politik eben nicht besonders beliebt.</p>
<div id="attachment_363" class="wp-caption alignleft" style="width: 146px"><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2009/08/adler.gif"><img class="size-full wp-image-363" title="adler" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2009/08/adler.gif" alt="Ein komischer Vogel: Der virtuelle Bundesadler." width="136" height="148" /></a><p class="wp-caption-text">Ein komischer Vogel: Der virtuelle Bundesadler.</p></div>
<p>Dennoch ist Norbert Lammert von der neuen Seite begeistert. Dass sie ihn nicht stört, hat einen Grund: Er bezieht seine Informationen eben <em>nicht</em> von der Website, sondern beauftragt seine Mitarbeiter mit der Recherche, wie er freimütig in der Pressekonferenz mitteilt. Auch findet der Bundestagspräsident das Killerfeature der Website &#8211; den <a href="http://adler.bundestag.de" target="_blank">virtuellen Berater in Form eines Comic-Bundesadlers</a> &#8211; sehr gelungen. Wer weiß: Was in den letzten zehn Jahren floppte, funktioniert vielleicht heute?</p>
<blockquote><p>Wird der knuffige Adler mit einer Frage konfrontiert, auf die er keine Antwort weiß, weicht er in souveräner Politiker-Manier aus, etwa so:</p>
<p>&#8220;An dieser Stelle muss ich Ihnen mitteilen, dass ich als Webagent nicht über ausreichendes Wissen und Intelligenz verfüge, um mich zu diesem ernsten Thema angemessen äußern zu können. Schlagen Sie doch mal ein anderes Thema vor.&#8221;</p></blockquote>
<p>Klar. Auf die subtile Frage &#8220;Bist Du ein Terrorist?&#8221; ist das sicher nicht die schlechteste Antwort. Macht sie uns doch begreiflich, dass wir uns für die falschen Themen interessieren, was gefährlich werden kann. Das Berufsbild Webagent kommt wahrscheinlich aus dem Innenministerium. Sei&#8217;s drum.</p>
<p>Wie heißt es in der Pressemitteilung? &#8220;Das Parlament präsentiert sich [...]&#8220;. Und genau so ist es. Es präsentiert sich mit der überkommenen Vorstellung, das Internet diene allein der Push-Kommunikation. Bürger haben keine Möglichkeit, an der Seite zu partizipieren. Außer E-Mail-Adressen, Telefonnummern und postalischen Adressen stehen keine weiteren Touchpoints für Besucher der Seite zur Verfügung. Die Videos, die zum Teil fehlerhaft verlinkt sind, lassen sich nicht kommentieren oder mit anderen teilen.</p>
<p>Dass diese Form der gestaltenden Internetnutzung in der politischen Klasse nicht bekannt ist, wurde schon in der <a href="http://cluetrainpr.de/index.php/kolonialismus-2-0-der-nationalstaat-und-sein-hilfloser-griff-nach-der-kontrolle-uber-das-internet/" target="_self">Debatte um Internetregeln und -gesetze</a> deutlich. Weil diese anachronistische Website jedoch mit Steuergeldern bezahlt wurde, ist es besonders frustrierend, zu sehen, mit welcher Naivität die Verantwortlichen das Thema behandeln. Oder, wie Norbert Lammert in der Pressekonferenz sinngemäß sagte: Er nutzt das Internet ja eher privat.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>10.000 Follower über Normalnull &#8211; die Lufthansa setzt bei Twitter auf Masse statt Klasse</title>
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		<pubDate>Fri, 31 Jul 2009 11:52:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tspe</dc:creator>
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Die Deutsche Lufthansa setzt in der Online-Kommunikation als eines der ersten DAX-Unternehmen auf Twitter. Das ist nichts Neues. Am 12. Mai setzte die Airline ihren ersten Tweet ab:
"Follow Lufthansa: Dann weißt du es zuerst. Ab jetzt werktäglich Top-Angebote, Insider-Infos, exklusive Downloads, Tipps und News"
Lufthansa hielt Wort: Über den Lufthansa-Twitter wird vorwiegend Werbung verbreitet. Das ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_311" class="wp-caption aligncenter" style="width: 590px"><img class="size-full wp-image-311" title="kranich" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2009/07/kranich.jpg" alt="Über den Wolken ist die Luft dünner. Bild von realname" width="580" height="283" /><p class="wp-caption-text">Über den Wolken ist die Luft dünner. Bild von realname</p></div>
<p>Die Deutsche Lufthansa setzt in der Online-Kommunikation als eines der ersten DAX-Unternehmen auf Twitter. Das ist nichts Neues. Am 12. Mai setzte die Airline ihren <a id="aptureLink_fckEdUUmcV" href="http://twitter.com/Lufthansa_DE/status/1771708193">ersten Tweet</a> ab:</p>
<blockquote><p>&#8220;Follow Lufthansa: Dann weißt du es zuerst. Ab jetzt werktäglich Top-Angebote, Insider-Infos, exklusive Downloads, Tipps und News&#8221;</p></blockquote>
<p>Lufthansa hielt Wort: Über den Lufthansa-Twitter wird vorwiegend Werbung verbreitet. Das macht der Konzern nicht selbst, sondern sein Dienstleister <a href="http://www.medienhandbuch.de/news/pixelpark-twittert-fuer-lufthansa-24643.html" target="_blank">Pixelpark</a>. Dementsprechend negativ fielen die Reaktionen aus der Blogosphäre aus, exemplarisch die Kritik von <a href="http://digital-conversation.de/2009/05/13/twitter-zum-abgewohnen-die-lufthansa-auf-twitter/ " target="_blank">David Nelles</a> und <a href="http://www.holtzbrinck-elab.de/blog/tag/lufthansa-twitter-kommunikation/" target="_blank">René Seifert</a>. <a href="http://www.pr-fundsachen.de/?p=1747" target="_blank">Katharina Gebhard</a> fasste die Negativpunkte treffend zusammen:</p>
<blockquote><p>&#8220;Man hat das Prinzip Twitters als Medium an sich nicht verstanden. Keine wechselseitige Kommunikation, kein Eingehen auf die Follower (bislang folgt der Account keinem einzigen seiner Anhänger) und durch den externen Schreiber erst recht auch keinerlei Authentizität.&#8221;</p></blockquote>
<p>Es ist nicht so, dass Lufthansa die Kritik nicht beherzigt hätte. Mittlerweile folgt der Deutsche Kranich 45 anderen Twitter-Accounts, und auch der ein oder andere Dialog schleicht sich zwischen all die Werbung. Das ändert allerdings nichts am eigentlichen Ziel der Twitterkommunikation, schnell mehr Follower zu gewinnen, um eine größere Reichweite für die Werbebotschaften zu erhalten.</p>
<p>Dieses Ziel forciert die Lufthansa nun mit einer Verlosung: Wenn der Account <a id="aptureLink_LoRlwEBkoK" href="http://twitter.com/lufthansa_de">@Lufthansa_DE</a> bis zum 31. August 10.000 oder mehr Follower hat, werden unter diesen 10 x 2 Europaflüge und 100 Lufthansa Gutscheinen im Wert von je 50 € <a href="http://www.lufthansa.com/online/portal/lh/de/info_and_services/partner?nodeid=2667661&amp;l=de&amp;cid=18002" target="_blank">verlost</a>.</p>
<p>Und dann?</p>
<p><span id="more-309"></span><br />
Am Ende sitzt die Lufthansa auf 10.000 Followern, die den Account in der gleichen Motivation abonniert haben, mit der sie das Gewinnspiel-Formular einer Website ausfüllen würden. Der Gewinn steht im Vordergrund, das Erreichen eines persönlichen Vorteils, nicht die Auseinandersetzung mit dem Unternehmen. Ist der Follow-Button erst mal gedrückt, wird die Lufthansa zwar in der Timeline sichtbar, aber eben nur mit den üblichen Werbefetzen. Diese lassen sich aufgrund ihrer Kurzlebigkeit bestens ignorieren. Das hat nichts mit Kundenbindung zu tun.</p>
<p>Die Lufthansa versucht hier offensichtlich, das Pferd von hinten aufzuzäumen: Erst sollen die Follower generiert werden, um sie dann mit Werbeanreizen bei der Stange halten zu können. Dabei ist der umgekehrte Weg logischer. Wenn die Anreize stark genug sind, werden sich die Follower mit der Zeit schon finden.</p>
<p>Wie das funktioniert, hat der Computerhersteller Dell vorgemacht. Sein Account <a id="aptureLink_Uvj7SyrlLO" href="http://twitter.com/delloutlet">@DellOutlet</a> kommt auf knapp unter 1 Million Follower. Wie die Lufthansa nutzt auch Dell die Kommunikation via Twitter, um Abverkäufe zu forcieren. Das macht das Unternehmen aus Texas sehr erfolgreich: Insgesamt 3 Millionen USD will Dell mit Aktionen, Werbung und Dialog über Twitter <a href="http://bits.blogs.nytimes.com/2009/06/12/dell-has-earned-3-million-from-twitter/" target="_blank">umgesetzt haben</a>.</p>
<p>Sicher gibt es eine Korrelation von der Anzahl der Follower und der Höhe des Umsatzes. Allerdings ist es ein Fehler, daraus abzuleiten, dass generell mit den Followern auch das große Geld kommt. Wenn ein Großteil der Follower Karteileichen aus einem einmaligen Gewinnspiel bzw. einer Verlosung sind, werden sie sicher nicht zu einer signifikanten Erhöhung des Umsatzes beitragen.</p>
<p>Entscheidender ist die Erschließung einer Community, die dem Absatzkanal Twitter vertraut. Dieses Vertrauen wird nur über den direkten Dialog erzielt. Eine Kennzahl für den Dialog via Twitter ist der <a href="http://twitter-friends.com/faq.php" target="_blank">Conversation Quotient</a>. Er sagt aus, wie viele Tweets eines Accounts Replies auf andere Tweets sind. Twitter-Accounts mit einem hohen CQ werden vor allem für den Dialog genutzt. Ist der CQ niedrig, wird Twitter eher für Einbahnstraßenkommunikation verwendet.</p>
<p>Der durchschnittliche CQ ist laut <a href="http://twitter-friends.com" target="_blank">Twitter-Friends</a> 30,9%. Der Account Lufthansa_DE kommt auf gerade mal 10.5%. Dell ist dagegen mit 94.7% ganz weit über dem Durchschnitt.</p>
<p>Ob es hier vielleicht auch eine Korrelation gibt?</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Nicht Nachrichten, sondern Revolution machen wir!</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Jul 2009 09:00:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>tspe</dc:creator>
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		<category><![CDATA[information warfare]]></category>
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Die iranische Bevölkerung erhebt ihre Stimme. Vor einem Monat wurde aus ihrem Protest gegen den Wahlbetrug der Regierung Ahmadinedschad der blutige Versuch einer Revolution. Die Menschen werden ihr Ziel erreichen. Es ist lediglich eine Frage der Zeit. Unmöglich ist dagegen die Berichterstattung vor Ort. Die iranische Diktatur unterbindet jegliche Versuche ausländischer Journalisten, in Kontakt ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_244" class="wp-caption aligncenter" style="width: 590px"><a href="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2009/07/iranelection.jpg"><img class="size-full wp-image-244" title="iranelection" src="http://cluetrainpr.de/wp-content/uploads/2009/07/iranelection.jpg" alt="Nur noch eine Frage der Zeit: Der Sturz des Regimes." width="580" height="386" /></a><p class="wp-caption-text">Nur noch eine Frage der Zeit: Der Sieg der iranischen Opposition.</p></div>
<p>Die iranische Bevölkerung erhebt ihre Stimme. Vor einem Monat wurde aus ihrem Protest gegen den <a id="aptureLink_C3TbacmWaJ" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Iranische%20Pr%C3%A4sidentschaftswahlen%202009">Wahlbetrug</a> der Regierung Ahmadinedschad der blutige Versuch einer Revolution. Die Menschen werden ihr Ziel erreichen. Es ist lediglich eine Frage der Zeit. Unmöglich ist dagegen die Berichterstattung vor Ort. Die iranische Diktatur unterbindet jegliche Versuche ausländischer Journalisten, in Kontakt mit den Oppositionellen zu treten. Die Presseausweise iranischer Journalisten, die für ausländische Medien arbeiten, wurden für ungültig erklärt.</p>
<p>Dennoch erreichen uns seit Wochen eine Vielzahl von <a href="http://iran.twazzup.com" target="_blank">Mitteilungen, Bilder und Videos</a> aus dem Iran. Zornige Demonstranten filmen mit ihren Handykameras und verbreiten die Videos über YouTube im Netz. Kurze Mitteilungen werden über Twitter ausgetauscht, längere Berichte werden auf Facebook und in Blogs veröffentlicht. Auf Flickr finden sich fast 8.000 Fotos, die mit dem Tag #Iranelection versehen sind, dem Label der Opposition.</p>
<p>Die verwackelten und unscharfen YouTube-Videos bebildern Abend für Abend die Berichte der westlichen Fernsehanstalten. Gestandene Journalisten wie Claus Kleber haben damit ein gewaltiges Problem.</p>
<p><span id="more-28"></span></p>
<p>Immer wieder betonen Kleber und Co., dass sie die Echtheit der Bilder nicht verifizieren können. Gezeigt werden sie trotzdem, denn die schiere Dramatik ist gut für die Quote. Aber distanzieren möchte man sich doch von dem, was nicht den Standards des westlichen Qualitätsjournalismus entspricht. Denn die todesmutigen Iraner mit ihren digitalen Aufnahme- und Übertragungsgeräten werden zu einer  Konkurrenz für die etablierte Presse, <a href="http://www.faz.net/s/Rub868F8FFABF0341D8AFA05047D112D93F/Doc~ECA9BC7EE605244C6B4B8B7E56A9A7204~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">deutet die FAZ an</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;Amateurjournalisten unter den Demonstranten werden indes über elektronische Medien weiterhin Berichte und Bilder in die Welt senden.&#8221;</p></blockquote>
<p>Auch <a href="http://netzpolitik.org/2009/dwgmf-buergerjournalismus-und-meinungsfreiheit/" target="_blank">Netzpolitik.org</a> versteht &#8220;digitalen Aktivismus&#8221; als eine Form des Bürgerjournalismus. Dabei wird Bezug genommen auf die Tätigkeit der Berichterstattung und die Koordination von Aktivitäten. Das greift jedoch zu kurz. Die Bedenken von Claus Kleber sind berechtigt. Denn im Krisenfall wird das Internet zu einem digitalen Schlachtfeld, auf dem die Akteure alle Mittel nutzen, um den Gegner zu schädigen.</p>
<h3>Social Media unter Waffen: Information Warfare</h3>
<p>Information Warfare zielt auf die Verbreitung von Propaganda oder (Falsch-) Informationen in Massenmedien ab. Auch die Sabotage von Kommunikationskanälen des Feindes gehört dazu. Lässt sich ein Kanal nicht abschalten, wird er mit Falschinformationen gefüllt, um die  <a id="aptureLink_YM3k8lzLfc" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Signal-to-noise%20ratio">signal-to-noise ratio</a> signifikant zu senken und den Kanal dadurch unbrauchbar zu machen.</p>
<p><a id="aptureLink_5LPI5QFgr3" style="padding: 0px 6px; float: left;" href="http://search.twitter.com/search?q=%23iranelection"><img style="border: 0px none;" title="What people are saying about #iranelection" src="http://placeholder.apture.com/ph/296x273_TwitterArticle/" alt="" width="296" height="273" /></a>Genau das ist bei der Nutzung von Twitter (und anderer Social Media) der Fall. Laut <a href="http://webecologyproject.org/" target="_self">Web Ecology Project</a> wurden im Zeitraum vom 7. bis 26. Juni über 2 Millionen Tweets zu den Wahlen im Iran versendet. Ungefähr 480.000 Nutzer haben sich an diesen Gesprächen beteiligt. Eine Twittersuche nach &#8220;Iran&#8221; ergab zu Spitzenzeiten laut <a href="http://www.readwriteweb.com/archives/evolution_revolution_visualizing_millions_iran_tweets.php" target="_blank">Read Write Web</a> bis zu 100.000 Tweets am Tag.  Weil der Dienst sich nicht komplett sperren lässt, unternimmt das iranische Regime immer wieder den Versuch, die Opposition <a href="http://danbri.org/words/2009/06/16/415" target="_blank">durch Falschmeldungen zu destabilisieren</a>.</p>
<p>Wie raffiniert Falschinformationen eingesetzt werden können, fasst <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Disinformation" target="_blank">Wikipedia</a> treffend zusammen:</p>
<blockquote><p>&#8220;A common disinformation tactic is to mix some truth and observation with false conclusions and lies, or to reveal part of the truth while presenting it as the whole (a limited hangout).&#8221;</p></blockquote>
<p><a id="aptureLink_EfkvuNYXsN" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Joseph%20Goebbels">Joseph Goebbels,</a> Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda in der Zeit des Nationalsozialismus, war überzeugt, dass die politische Propaganda maßgeblich zum Erfolg von militärischen Zielen beiträgt. Goebbels erlangte traurige Berühmtheit mit seiner <a id="aptureLink_0pQwwrKijR" href="http://www.youtube.com/watch?v=vZa8lxQ6goE">Sportpalastrede</a> und der rhetorischen Frage: &#8220;Wollt ihr den totalen Krieg?&#8221;</p>
<p>60 Jahre später leitet das deutsche Militär das &#8220;Multinational Information Operations Experiment&#8221; (MNIOE), eine Kooperation von knapp 16 kooperierenden Partnern. Was darunter zu verstehen ist, <a href="http://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/kcxml/04_Sj9SPykssy0xPLMnMz0vM0Y_QjzKLd443DgsESYGZASH6kTCxoJRUfV-P_NxUfW_9AP2C3IhyR0dFRQD2-jNM/delta/base64xml/L2dJQSEvUUt3QS80SVVFLzZfQ180RTQ!?yw_contentURL=%2FC1256EF4002AED30%2FW26LCLSG633FEGNDE%2Fcontent.jsp" target="_blank">beschreibt die Bundeswehr</a> so:</p>
<blockquote><p>&#8220;Unter der Aufgabe &#8220;Informationsoperationen&#8221; (englisch: Info Ops) versteht man die Koordination aller militärischer Maßnahmen, mit denen Wirkungen auf Informationen und Informationssysteme erzielt werden können.&#8221;</p></blockquote>
<p>Konkretere Aussagen über Ziele und Instrumente des Projekts sind bisher nicht im Netz zu finden. Die umstrittenen <a id="aptureLink_Ux8ci2SD0m" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Embedded%20Journalist">Embedded Journalists</a> des 2. Golfkriegs dürften jedoch einen Vorgeschmack auf das geboten haben, was uns in Zukunft erwartet.</p>
<h3>Neu am Kiosk: Journalismus mit Handlungsrelevanz</h3>
<p>Die Manipulation durch einseitige oder falsche Informationen ist ein Problem für den Journalismus, nicht nur im Iran. Der <a href="http://blogs.harvardbusiness.org/cs/2009/07/can_the_free_market_fix_journa.html" target="_blank">Harvard Business Blog</a> bringt es auf den Punkt:</p>
<blockquote><p>&#8220;The problem with the news used to be <em>what </em>constitutes news: fluff stories, human interest and the like. Now that everyone is a reporter and it is impossible to tell who is reputable, the problem with the news is the trustworthiness of the news itself.&#8221;</p></blockquote>
<p>Vertrauen war immer eine wichtige Währung für Journalisten. Durch das Arbeitsumfeld Internet hat sich der Währungskurs drastisch erhöht. Die Echtheit und Lauterkeit von Quellen aus dem Netz lässt sich kaum in konspirativen Vier-Augen-Gesprächen klären, gerade, wenn diese Quellen ihre wahre Identität verschleiern müssen.</p>
<p>Vertrautheit in Sozialen Netzwerken und Medien führt zu <a href="http://www.wired.com/techbiz/media/magazine/15-07/st_thompson" target="_blank">Ambient Awareness</a>, aber nicht zu Wahrhaftigkeit. Vertrauen ist zwingend an Identitäten gekoppelt. Der Schriftsteller <a id="aptureLink_NmwGW0Zs1H" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Paulo%20Coelho">Paulo Coelho</a> konnte den heimtückischen Mord an der jungen Iranerin Neda verifizieren, weil ihm ein <a href="http://paulocoelhoblog.com/2009/06/26/the-doctor/" target="_blank">persönlicher Freund</a> das tragische Ereignis bestätigte. Coelho hatte ihn als Augenzeuge auf dem <a href="http://www.youtube.com/watch?v=zg1VCtBANMM" target="_blank">Video</a> wiedererkannt, das den Mord an Neda dokumentiert.</p>
<p>Coelho wurde auf das Video aufmerksam, nachdem es über Twitter tausendfach verbreitet wurde. Als vertrauensvolle Person verhalf Coelho dem Ereignis schließlich zu uneingeschränkter Glaubwürdigkeit. Aber nicht nur das:</p>
<p>Weil Coelho die Korrespondenz mit dem befreundeten Arzt in seinem Blog veröffentlichte, verlieh er dem Ereignis auch inhaltliche Tiefe. Im Sinne der Publizistin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hannah_Arendt" target="_blank">Hannah Ahrendt</a> wurde er selbst zum handelnden Aktivisten. Nach Ahrendt ist Kommunikation, d. h. das <em>„Finden des rechten Wortes im rechten Augenblick“</em>, aktives Handeln.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 340px"><img title="TAZ vom 25. Juni 2009: Lasst sie frei!" src="http://img.ly/media/4650/large_iranelection.png?1245915306" alt="TAZ vom 25. Juni 2009: Lasst sie frei!" width="330" height="490" /><p class="wp-caption-text">TAZ vom 25. Juni 2009: Lasst sie frei!</p></div>
<p>Diese Form des Handelns ist auch unter den Journalisten verbreitet, die sich selbst gegen interessengetriebene Manipulationen schützen müssen. In Leitartikeln, Kommentaren und Glossen berichten sie nicht nur über Ereignisse, sondern bewerten sie auch nach ihren ganz persönlichen Maßstäben.</p>
<p><em>Die Tageszeitung</em> forderte auf der Titelseite vom 25.06.09 das iranische Regime in Farsi zur sofortigen Freilassung aller politischen Gefangenen auf. Das renommierte Wissenschaftsjournal <em>Nature</em> attestiert &#8220;<a href="http://www.nature.com/nature/journal/v460/n7251/full/460011a.html" target="_blank">We are all Iranians</a>&#8221; und ruft zur Solidarität mit der Protestbewegung auf. Das <em>Wall Street Journal</em> aktiviert ebenfalls seine Leser: &#8220;<a href="http://online.wsj.com/article/SB124779708428055757.html" target="_blank">Let&#8217;s Help Iranians Beat the Censors</a>&#8220;. Das hat mit neutraler Berichterstattung wenig zu tun und erweckt eher den Eindruck eines Leitartikels auf Speed.</p>
<p>Erklären lässt sich das möglicherweise mit dem <a id="aptureLink_u6jlX0JKq2" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Propagandamodell">Propagandamodell</a> von Noam Chomsky und Edward S. Herman. Das Modell unterstellt, dass Tendenzen in den Massenmedien das Produkt ökonomischer Zwänge sind. Daneben bildet „Anti-Terrorismus“ einen Glaubenssatz der Massenmedien, der sich im Fall Iran gegen ein Regime richtet, das nachweislich den Terror in der arabischen Welt <a id="aptureLink_3PcK8lK5Ir" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hisbolah#Finanzierung_und_Ausr.C3.BCstung">unterstützt</a>.</p>
<h3>Das Social Web: Ursache und Lösung von Vertrauensproblemen</h3>
<p>Während die meinungsstarken Textgattungen in den Massenmedien meist als solche gekennzeichnet sind, ist die Unterscheidung von neutraler Berichterstattung und einseitiger, manipulativer Propaganda im Social Web fast unmöglich, wenn sie nicht vom Urheber gewollt ist.</p>
<p>Wie groß die Gefahr durch Falschmeldungen für die Massenmedien tatsächlich ist, zeigt die Nachricht vom <a href="http://www.bild.de/BILD/unterhaltung/leute/2009/05/20/patrick-swayze/so-kam-es-zur-falschmeldung.html" target="_blank">angeblichen Tod Patrick Swayze</a><a href="http://www.bild.de/BILD/unterhaltung/leute/2009/05/20/patrick-swayze/so-kam-es-zur-falschmeldung.html" target="_blank">s</a> und die von Stefan Niggemeier aufgeführte <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/chronologie-einer-falschmeldung/" target="_blank">Chronologie einer DPA-Falschmeldung.</a> Selbst nach der teilweisen Richtigstellung durch die Nachrichtenagentur wurde die Falschinformation weiter verbreitet, insgesamt vier Tage lang. Passieren solche Fehler öfters, verlieren die Medien das Vertrauen ihrer Konsumenten.</p>
<p>Hinzu kommt, dass einzelne Ereignisse von den Journalisten in ihrer Wirkung analysiert und zweifelhaft interpretiert werden. <a id="aptureLink_FXr3YLkVaZ" href="http://www.youtube.com/watch?v=wZCNLBvzTAo#t=244">Claus Kleber äußerte sich</a> zum Beispiel spekulativ im Heute Journal vom 20.06.2009 zur Zukunft der iranischen Protestbewegung. Seine Thesen gründen auf Vermutungen, nicht auf Wissen.</p>
<p>Der Journalistik-Professor Michael Haller stellt in einem <a href="http://www.zeit.de/zeit-wissen/2008/04/interview-michael-haller?page=1" target="_blank">Interview mit der <em>Zeit</em></a> zum Thema Wissenschafts-Journalismus trocken fest:</p>
<blockquote><p>&#8220;Einer der Hauptfehler, die man immer wieder in solchen Berichterstattungen findet, ist eine Ursachenbehauptung. Die Studien liefern lediglich eine Korrelation. Doch dann wird daraus ein Kausalzusammenhang gemacht. Das passiert bei Untersuchungen zum Sozialverhalten sehr häufig. Meiner Schätzung nach ist in diesem Bereich jede zweite Meldung falsch.&#8221;</p></blockquote>
<p>Der Drang, Ereignisse nicht nur zu beschreiben, sondern auch erklären zu wollen, damit andere sie verstehen, ist ein grundsätzliches Element der Aufklärung. Dieser Reflex ist unter Journalisten wie auch Bloggern weit verbreitet und bildet die Grundlage für die Wissensvermittlung. Ein Problem stellt die mangelnde Überprüfbarkeit von Behauptungen dar.</p>
<p>Das Social Web ist eine gefährliche Quelle für Journalisten. Dessen Akteure sind nicht nur Bürgerjournalisten, sondern auch und vor allem Revolutionäre, Geheimdienstler und Sympathisanten mit ausgeprägtem Halbwissen. Aber auch die etablierten Medien selbst sind als Quellen mit Vorsicht zu genießen (siehe Chomsky). Die Verifikation von Informationen auf Basis von Vertrauen ist zwingend an die Beziehungen von eindeutigen Identitäten gekoppelt (siehe Coelho).</p>
<p>Es stellt sich die Frage, wie auch in Krisenzeiten ein &#8220;Web of Trust&#8221; erhalten werden kann. Während Wolfgang Stieler vom Magazin <em>Technology Review</em> <a href="http://www.heise.de/tr/Querschlaeger-im-Diskursraum--/blog/artikel/141863" target="_blank">keine Antwort auf diese Frage</a> weiß, kommen die Professorinnen Miriam Meckel und Katarina Stanoevska-Slabeva von der Universität St. Gallen &#8211; im Rahmen einer Studie zu Twitter und Iran &#8211; <a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E15407725A07244E0B2F84DFE036FE6AD~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">zu folgendem Ergebnis</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Positionierung von Bloggern als Experte, Broker und Radarscreen macht das umso wichtiger: Sie helfen, die Informationsströme zu bündeln und einzelne Nachrichten zu überprüfen oder wenigstens zu hinterfragen, damit sich die Leser aus der Vielzahl an Informationen ein eigenes Bild machen können.&#8221;</p></blockquote>
<p>Deshalb ist das Social Web auch hervorragend geeignet, wenn es gilt, auf Falschinformationen und fragwürdige Analysen schnell und angemessen zu reagieren. In der Echtzeitkommunikation via Twitter dauert es mitunter nur Minuten, bis eine Falschmeldung als solche entlarvt wird. Entscheidend ist, dass die Überprüfung der Information von jemandem vorgenommen oder initiiert wird, dem wir vertrauen. Diese Rolle übernehmen mehr und mehr etablierte Experten für Nischenthemen mit eigenen Netzwerken, über die sie Informationen aus vertrauensvollen Quellen einholen. Nico Pitney von der Huffington Post ist so ein Experte für die Vorgänge im Iran. <a href="http://www.huffingtonpost.com/the-news/reporting/nico-pitney" target="_blank">In seinem Blog</a> sammelt er alle Informationen zum Iran, die als gesichert gelten.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www2.uni-jena.de/erzwiss/projekte_2000/cakir_loth/Biographie.htm"><img title="Milgram" src="http://www2.uni-jena.de/erzwiss/projekte_2000/cakir_loth/milgram.JPG" alt="Jedermanns Freund: Stanley Milgram. Copyright by Uni Jena" width="300" height="359" /></a><p class="wp-caption-text">Jedermanns Freund: Stanley Milgram. Copyright by Uni Jena</p></div>
<p>Glaubt man dem von <a id="aptureLink_751LBjYelL" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Milgram">Stanley Milgram</a> entdeckten <a id="aptureLink_rbrK61vs0W" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kleine-Welt-Ph%C3%A4nomen">Kleine-Welt-Phänomen</a>, ist jeder beliebige Mensch über eine sehr kurze Kette von persönlichen Kontakten erreichbar. Auf dieser These beruht zum Beispiel das Geschäftsmodell von <a href="http://www.xing.de" target="_blank">Xing</a> und anderen Social Networks. Sind die Beziehungen der einzelnen Glieder der Kette untereinander tasächlich sehr persönlich, stark und vertrauensvoll, entstehen &#8220;trusted chain gangs&#8221;, die gesicherte Informationen über sechs Ecken weitergeben können, ohne dass der Anfang und das Ende der Kette sich persönlich kennen. So kann der Anfang einer trusted chain gang ein Augenzeuge in den Straßen von Teheran sein, ohne Internetzugang, und das Ende ist ein Blogger in Baltimore.</p>
<p>Die Etablierung solcher trusted chain gangs ist sicher alles andere als trivial. Sie stellen aber eine neue Form der Informationsbeschaffung dar. Wenn etwa Christiane Hoffmann von der <em>FAZ</em> als Quelle aus dem Iran <a id="aptureLink_wSo016VT67" href="http://www.youtube.com/watch?v=wZCNLBvzTAo#t=203">eine persönliche Bekannte zitiert</a>, die wiederum Informationen von anderen Vertrauten erhält, ist das Kleine-Welt-Phänomen im Journalismus angekommen.</p>
<p>Am Ende gibt es jedoch nur eine zuverlässige Waffe gegen Black Propaganda und Information Warfare: Den gesunden Menschenverstand. Je mehr Menschen diesen im Social Web zur Verfügung stellen, um so vertrauensvoller wird das Medium auch in schwierigen Zeiten sein.</p>
<p><em>Für Neda.</em></p>
<p>Update: Miriam Meckel <a href="http://www.miriammeckel.de/2009/07/28/hybridnachrichten-aus-iran/" target="_blank">schreibt in ihrem Blog</a> ebenfalls über die Wechselwirkung von Journalismus und Social Media in Bezug auf die Proteste im Iran.<em><br />
</em></p>
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