Ereignisse


25
Nov 12

Erst wenn die letzte Zeitung gestorben ist, werdet ihr merken, dass man Überheblichkeit nicht essen kann

Ein junges Medium trauert um alte Riesen des Journalismus (Foto: Gwen Harlow CC BY-NC-ND)

Ein junges Medium trauert um alte Riesen des Journalismus (Foto: Gwen Harlow CC BY-NC-ND)

Der Totensonntag ist vorbei, doch die Trauer um FTD und Frankfurter Rundschau wird noch lange anhalten. Zwei der sechs überregionalen Tageszeitungen stehen vor dem Aus. Plötzlich erhält die Debatte um die Zukunft des “Qualitätsjournalismus” eine neue Qualität: “Wenn eine Zeitung stirbt, stirbt ein Geist, verstummt eine Stimme. Sie wird nie wieder so erklingen, selbst wenn die Redakteure bei anderen Medien arbeiten und schreiben werden. Das ist traurig und zugleich eine hoffnungsfrohe Erkenntnis”, schreibt Horst von Buttlar so treffend in seiner Kolumne zum Ende der FTD.

Eine Zeitung ist mehr als “Papier mit Content drauf”. Sowohl FTD als auch FR sind starke Marken auf einem Niveau, das andere Unternehmen gerne hätten. Sie stehen für Aufklärung, kompetente Informationsvermittlung und – ganz wichtig – Orientierung im Nachrichtendschungel. Die Zeitung ist eine Landkarte für das Tagesgeschehen, zu lesen mit dem inneren Kompass des Rezipienten.

Ihr Problem: Das Internet. Sagen Verteidiger des gedruckten “Qualitätsjournalismus” mit Verweis auf die “Kostenloskultur” im Netz. Sagen aber auch Apologeten der Digitalisierung und betonen dabei die mangelnde Bereitschaft der Verlage, sich auf neue – digitale – Geschäftsmodelle einzulassen.

Was auf der Strecke bleibt: Die Lösung. Denn das Problem ist eigentlich ein ganz anderes.

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21
Jun 12

Social Media machen dumm – in Echtzeit

Echtzeit Foto: uomo/photocase.com

Wenn Salvador Dalí Fotograf gewesen wäre…
Foto: uomo/photocase.com

[Anmerkung: Das Lesen dieses Textes dauert Zeit.] Vor längerem ließ der Social Media Berater Johannes Kleske per Pressemitteilung verlauten: “Die Gesellschaft entwickelt sich weg von einer hierarchischen, hin zu einer Netzwerkstruktur. Heute geschieht Kommunikation in Echtzeit. In Zukunft müssen auch Unternehmen ihre Strukturen anpassen. [...] Alle werden in den Kommunikationsprozess eingebunden sein”. Bam! Ende der Durchsage.

Aufgeregtes Gewusel in den Kommunikationsabteilungen der Republik, alles flach, alles schnell, alle alles rund um die Uhr. Als wären PR-Manager die besseren Day-Trader und jeder Unternehmens-Tweet ein schicksalhafter Impuls im Mahlwerk der internationalen Börsen. Das Monitoring-Geschäft boomt, jeder gerade ausgesonderte Satzfetzen, der auch nur im Entferntesten überhaupt nichts mit Marke, Produkt und Unternehmen zu tun hat, wird ausgewertet. Denn der nächste Shitstorm ist nur einen Klick entfernt und kann praktisch sofort losgehen.

Social Media Manager sind dieser Tage Gralshüter. Der heilige Kelch, aus dem sie beständig nippen, enthält den Nimbus der Rastlosigkeit. Ihre Antwort auf alle Fragen ist nicht 42, sondern 24/7. Und sie arbeiten gerade daran, die Kommunikationskultur ihrer Arbeitgeber zu zerstören.

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1
Jun 12

Ganz im Vertrauen – Gute Blogger brauchen Freunde! | LearnTank 03/12

Aufgemerkt, Kinder!

Aufgemerkt, Kinder!

Das sind die Folien und Notizen meines Vortrags zum Thema “Vertrauen”, den ich  auf dem Learntank “Blog Vermarktung” im BASE_camp am 30. Mai 2012 hielt. Die Folien habe ich auf einem iPad mit der App Paper und einem Just mobile AluPen erstellt. Alle Bilder könnt ihr unter der Lizenz “CC-BY-SA Thilo Specht / Burson-Marsteller Deutschland” gerne für was auch immer verwenden.

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2
Dez 11

Die ZONGO Limone Story – ein Insiderbericht

Kennen Sie ZONGO Limone?

Kennen Sie ZONGO Limone?

12 Tage Wahnsinn. Das war ZONGO Limone, ein Meme, das eigentlich so bedeutend nicht war in der Medienlandschaft. Das jedoch zu einem so intensiven Erlebnis wurde, dass es ohne Mühen den Großteil meines Tages für sich vereinnahmte, fast zwei Wochen lang. Es hat großen Spaß gemacht.

Deshalb fällt auch die Retrospektive etwas größer aus – und hoffentlich unterhaltsam. :-)

Vielen Dank an alle, die sich auf ZONGO Limone eingelassen haben, das Meme mit Leben füllten! Diese Geschichte ist unsere Geschichte. Um sie zu erzählen, eignet sich Storify vielleicht nicht am besten, ist aber am effizientesten in der Nutzung. Bitte habt ein wenig Geduld, wenn dieses Web 2.0 mal wieder etwas länger braucht beim Laden.

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23
Sep 11

Facebook II – The Empirie Strikes Back

Quo vadis, Zuck Dawg? Foto: adesigna | BY-NC-SA

Quo vadis, Zuck Dawg? Foto: adesigna | BY-NC-SA

Mark Zuckerberg ist ein Genie. Er ist Visionär, Coder und Businesskasper in Personalunion. Und, wenn man dem sehr unterhaltsamen Film zum Network glauben darf, auch ein ausgemachter Zyniker. Als ob das nicht reichen würde, beherrscht er noch eine einzigartige Fähigkeit: Den Jedi-Mind-Trick.

Gestern – Facebook hatte zur f8 Developer Conference geladen – stand er auf der Bühne, erzählte von der neuen Timeline, ihrer Funktion als “Lebens-Log” und dem erweiterten Open Graph. Ein Foto seines Hundes Beast ist zu sehen, als Cover der Timeline. Jay-Z ist zu hören, der Song rauscht durch den neuen Ticker. Aber da steht jetzt nicht mehr “Mark und Hinz & Kunz gefällt das” – sondern “Mark hört gerade einen Song von Jay-Z”.

Später wird Chris Cox, Director of Product über “data as a narrative” sprechen. Wie Informationen verarbeitet und strukturiert werden. “It is not just topics. There is nothing we love to summarize more than time itself.” Summarize – da hätte man aufhorchen können. Wenn nicht Zuckerberg diesen Jedi-Mind-Trick beherrschen würde, der alle Welt glauben lässt, es ginge bei Facebook II um die personenzentrierte Datenverarbeitung – von Nutzern und Werbern gleichermaßen.

Dabei interessiert sich Facebook einen Scheißdreck für die Nutzerdaten. Denn etwas sehr viel Wertvolleres, Macht versprechendes, gelangt mit dem Erfolg von Facebook II in unmittelbare Reichweite der Klauen von Zuckerberg und Co.

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